Seite 1: Test: GPS-Apps für Mountainbike-Touren

MTB-Touren-Portale und deren Apps im Vergleich

  • Gitta Beimfohr
 • Publiziert vor 3 Jahren

Sie zeigen Tausende von Biketouren weltweit und sind dank Smartphone immer dabei: MTB-Touren-Apps werden immer beliebter. Doch welche App eignet sich für Einsteiger? Die vier größten Portale im Test.

"Geh mir weg mit diesem GPS-Zeug!" "Im Wald will ich meine Ruhe haben und abschalten von dem digitalen Wahnsinn." Oder: "Ich fahre eh nur da, wo ich mich auskenne oder Touren ausgeschildert sind." Habe ich noch eine GPS-Muffel-Ausrede vergessen? Das ist natürlich alles Quatsch, denn welcher Mountain­biker möchte seinen Erlebnishorizont nicht gern um eine spannende Route erweitern? Zumal er sie doch praktischerweise sowieso in seinem Smartphone mit sich herumträgt? Viele verbinden mit GPS-Navigation eben: Teures Gerät kaufen, Software und Karten instal­lieren, stundenlanges Haareraufen am Rechner und am Ende auch noch die Online-Portale nach der passenden Tour durchforsten. Dabei ist das dank der Touren-Apps ja gar nicht mehr nötig. Das Gerät selbst, also das Smartphone, haben die Meisten schon und wie man eine App herunterlädt, ist bekannt. Jetzt muss man nur noch seine Wunsch-Tour aus einem Tourenportal auswählen und schon öffnet sich die Route auf der passenden Karte. Die Navigation kann direkt losgehen!

Okay, eine kleine Hürde bleibt doch noch, nämlich: Welche App von welchem Tourenportal wähle ich? Das Angebot ist mittlerweile groß. Es gibt Anbieter mit Sprach-Navigation, 3D-Animation, Offline-Karten und direkter Community-Anbindung. Manche legen Wert auf detaillierteste Untergrund-Beschreibungen, andere fassen diese Informationen lieber visuell in einem anschaulichen Höhenprofil zusammen. Die eine App kostet eine Download-Gebühr, die andere ist gratis, nervt dafür aber mit Werbebannern.

Fest im Blick: Eine Handy-Halterung für den Lenker macht Sinn. Und da die Handys nicht wasserfest sind, kauft man besser eine mit Regenschutz.

Letztendlich ist es natürlich Geschmackssache, mit welcher Darstellung man auf Tour am besten klar kommt. Doch wie so oft offenbaren sich die Unterschiede erst im Praxistest. Wir haben uns die Apps der vier größten Anbieter mal heruntergeladen und waren im Wald überrascht von den unterschiedlichen "Führungsstilen". Doch bevor Sie sich für einen der 70 bis 80 MB großen Downloads entscheiden, hier noch ein paar wissenswerte Tipps zur App-Navigation:

Wie funktionieren Touren-Apps für Biker?

Man registriert sich auf der Homepage des jeweiligen Tourenportals, lädt sich die App herunter und wird damit mobiles Mitglied einer "Tauschbörse". Dadurch  erhält man jederzeit Zugriff auf alle Touren, die andere Biker weltweit bereits empfehlen, sollte aber auch mal eigene Runden verraten. Bei diesem Austausch lernt man auch schnell, wie wichtig es ist, die Touren möglichst genau zu beschreiben. Gute Apps stellen dafür ein entsprechendes Formular zum Ausfüllen bereit. Wichtig: Beim Installieren auf dem Handy nicht vergessen, der App den Zugriff auf die Standortab­frage beim Verwenden zu erlauben, sonst funktionieren GPS-Ortung und Navigation nicht.

Welche App ist die Richtige?

Eine gute App greift auf ein großes Tourenportal mit vielen aktiven Mitgliedern zurück. Viele User bedeuten nicht nur viele Touren, sondern auch glaubhaftere Tourenbewertungen, Rankings und bei manchen Portalen auch aktuelle Zustandsberichte der Trails. Das macht die Auswahl der besten Routen leichter. Doch was hilft die beste Beschreibung und die nutzerfreundlichste Bedienung, wenn das Portal keine Touren in Ihrer Nähe oder in Ihren Lieblingsrevieren enthält? Ein weiteres Hauptkriterium sind die Karten. Die meisten Portale greifen auf die von Open Street Map zurück, die auch Trails darstellen. Wichtig ist, dass man die Karten offline speichern kann. Denn wer in Gegenden mit schlechtem Empfang oder über die 1500-Meter-Höhenmarke hinaustouren will, steht sonst eventuell ohne Netz und Track da.

Großes Thema: Strom sparen auf der MTB-Tour!

Die Karten-Darstellung im Handy ist – im Gegensatz zum GPS-Gerät – brillant. Leider kostet dieser Vorteil aber auch viel Strom. Nach etwa 3 Stunden Dauerbetrieb ist selbst der stärkste Akku leer. Für längere Touren lohnt sich daher die Anschaffung einer Powerbank, damit Sie unterwegs aufladen können. Weitere Tipps zum Stromsparen: Tourenauswahl und Karten-Download im Wlan-Bereich ausführen, im Handy "Auto-Bildschirmhelligkeit" auf "Tageslicht" umstellen, die Tour parallel nicht zusätzlich aufzeichnen und am besten den "Flugmodus" aktivieren. Für den GPS-Empfang ist kein Mobilfunknetz nötig.

Mehr Power: Die brillante Kartendarstellung im Smartphone saugt leider viel Strom. Eine Powerbank hilft aus, wenn die Tour länger als drei Stunden dauert.



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