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Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Bike-Tour

Umweltfreundlich: Mit dem Zug ins Bike-Revier

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 8 Monaten

In Sachen CO2-Ausstoß haben sich Biker nicht viel vorzuwerfen. Außer die Anreise zum Bike-Spot – die könnte man mit dem Zug noch optimieren.

CO2-Ausstoß je Personenkilometer laut Deutschem Umweltamt

  • 29 Gramm | Fernbus
  • 32 Gramm | Zug Fernverkehr
  • 57 Gramm | Zug Nahverkehr
  • 147 Gramm | Auto
  • 230 Gramm | Flugzeug

Eine mittelgroße Buche filtert pro Jahr 12,5 Kilo CO2 aus der Atmosphäre. Würde man von München aus mit dem Flugzeug nach Genua fliegen, um von dort weiter nach Finale Ligure zu gelangen, verursacht man pro Person 106 Kilo CO2. Das macht aber so gut wie niemand, weil es ohnehin völlig unpraktisch ist. Also fährt man natürlich mit dem Auto. Allerdings sind das bei den kurvigen Straßen auch deutlich mehr Kilometer (685 km) als Luftlinie, und so bläst man mit dieser Anreise ebenfalls 100 Kilo CO2 in die Luft. Setzt man sich dagegen in den Zug (461 km), kann das eine Buche im Jahr fast wieder wegatmen: 14,8 Kilo CO2.

Nur leider ist das mit dem Zugfahren innerhalb Europas gar nicht so einfach. Vor allem, wenn man sein Bike mitnehmen möchte. Jede Bahn und jedes Land hat eigene Richtlinien, was die Bike-Mitnahme betrifft. Von der Verlässlichkeit und Pünktlichkeit – gerade, wenn man einen Anschlusszug erwischen will – mal ganz abgesehen. Aber wenn man sich mal durch die Homepages der verschiedenen Bahnen klickt, sieht man schnell: Da tut sich was in Sachen Bike-Transport, die Nachfrage drückt scheinbar immer mehr.

Die Erfahrung machte auch ein Kollege letztens im Regionalzug von München nach Mittenwald. Er war extra früh aufgestanden, weil er einen der wenigen, nicht-reservierbaren Bike-Stellplätze ergattern wollte. Tatsächlich war der Andrang groß. Doch eine resolute Schaffnerin koordinierte die Bikes so, dass am Ende doch alle reinpassten. Am meisten aber feierte der Kollege das erlaubte Après-Bier vor der staufreien Heimfahrt.

Mit dem Zug ins Bike-Revier

Wie kommt man denn mit Bike und Bahn zu den Topspots wie Gardasee, Engadin oder Finale Ligure? Hier die teils kuriosen Länderregeln. Günstigste Preise checken: www.thetrainline.com

Hersteller Deutsche Bundesbahn

Inland Im Regionalverkehr können Bikes je nach Platz mitgenommen werden (Tages-ticket: 6 Euro), nur nicht in den Berufspendlerzeiten. Weitere Inlandsfahrten: Bei der (Online-)Buchung muss das Bike mit angemeldet werden, da die Stellplätze begrenzt sind. Tagesticket fürs Rad: 8 Euro. Neu: Da der Andrang größer wird, stellt die Bahn im Sommer "Fahrradlotsen", die beim Einladen der Bikes (Waggons mit Fahrradsymbol) helfen. Beim ICE hat bisher nur der ICE 4 ein Fahrradabteil. Bis 2025 sollen 60 Prozent aller ICE-Strecken nachgerüstet werden.

Fernreise Ins Ausland ist die Fahrradmitnahme möglich, Reservierung dafür nur am Ticketschalter oder über die Hotline. Ticket: 9 Euro (Italien 12 Euro). Alternative: das Bike zerlegen und als Handgepäck transportieren (Laufräder raus, Lenker längs).

Infos www.bahn.de , Bahn-Navigator-App, Hotline: 030/2970

Hersteller Schweizer Bundesbahn

Inland Was das Reisen mit dem Zug betrifft, macht den Schweizern niemand was vor. Seit vielen Jahren haben fast alle Züge einen Fahrradwaggon oder Haken, an welchen man die Bikes selbst aufhängen kann. Tageskarte fürs Bike: 14 Schweizer Franken (gilt auch fürs Postauto).

Fernreise Internationale Verbindungen sind in der Schweiz über die SBB-App bequem buchbar. Es gibt auf der Homepage sogar einen Rechner, mit dem man seine CO2-Ersparnis gegenüber dem Auto ausrechnen kann. Internationale Fahrradkarte: 20 Schweizer Franken. Einzige Ausnahme: die Eurocity-Verbindungen ab oder nach Deutschland. Die Schweizer Fahrradhalterungen entsprechen nicht den deutschen Sicherheitsrichtlinien. Daher ist eine Mitnahme hier nicht möglich.

Infos www.sbb.ch , SSB-Mobile-App, Hotline: 0041/848/446688

Daniel Kraus Manuel Jekel, Radreiseexperte: "Im Eurocity von München nach Zürich gibt es in jedem Wagen Haken für Bikes, aber: 'Keine Bike-Mitnahme möglich.' Weil sie nicht den deutschen Richtlinien entsprechen, sagt die Schaffnerin."

Hersteller Österreichische Bahn

Inland Bikes können im Nah- und Fernverkehr innerhalb Österreichs problemlos mitgenommen werden. Preis für die Fahrradkarte: 10 % des 2. Klasse-Tickets. Auch Wochen- und Monatskarten erhältlich. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit der Gratisbeförderung, wenn das Bike zum "Handgepäck" zerlegt in einer Tasche befördert wird (Maximalmaß: 90 x 60 x 40 cm). Achtung: 29er-Bikes laufen in Österreich unter "Sondermodelle", die nur in speziellen Gepäckwagen transportiert werden können (dann keine Online-Reservierung möglich).

Fernreise Das internationale Ticket fürs Bike kostet 12 Euro plus 3 Euro Gebühr. Dafür ist bei der ÖBB die Reservierung fürs Bike online und auch über die App möglich. Und das Kuriose daran: auch für Reisen ab/bis Deutschland oder Italien!

Infos www.oebb.at (auch als App), Tel. 0043/(0)51717

Hersteller Tenitalia

Inland Im Nahverkehr können Bikes in ganz Italien mitgenommen werden. Regional sogar gratis, 3,50 bis 7 Euro in Südtirol oder der Toskana. Die entsprechenden Waggons sind mit einem Fahrradzeichen versehen. Als Handgepäck gilt das Bike, wenn es auf die Maße 80 x 110 x 40 cm in einer Tasche oder mit einem Gurt zusammengezurrt ist.

Fernreise Hier ist die Bike-Mitnahme nur im Eurocity-Express in den Zügen der DB/ÖBB möglich. Seine Routen: via Brenner nach Bologna oder Venedig. Wer nach Finale Ligure möchte, kann den Eurocity nach Verona nehmen und mit dem Nahverkehrszug Richtung Genua. Bike-Ticket: 12 Euro. Der Nachtzug, den Transalp-Biker gern ab Rovereto reserviert haben, wurde gestrichen. Er soll aber ab Sommer 2022 mit modernen Schlafwagen wieder angeboten werden.

Infos www.trenitalia.com , Hotline: 0039/06/68475475

Hersteller SNCF

Inland In Regionalzügen (TER) ist die Mitnahme von Bikes prinzipiell erlaubt (Fahrradwaggons). Die Stellplätze sind allerdings begrenzt und nicht reservierbar. Bei längeren Zugverbindungen innerhalb Frankreichs sind es vor allem die Nachtzugverbindungen, die Fahrradabstellzonen zur Verfügung stellen. Immerhin reagiert die französische Bahn auf touristische Schwerpunkte mit Zusatzstellflächen (z. B. am Loire-Radweg). Gratis und immer mitreisen darf das Bike zerlegt als Handgepäck (Maße: 90 x 120 cm).

Fernreise In den Schnellzügen des TGV und der Intercity-Züge gibt es nur bestimmte Verbindungen mit Fahrradstellplätzen (Online-Übersichtskarte auf der Homepage des SNCF). Hier ist eine Vorreservierung nötig. Tageskarte fürs Bike: 10 Euro.

Infos www.sncf.com , Hotline: 0033/184/943635

Mattias Fredriksson

Diese Geschichte ist Teil von BIKE 9a/2021 „Trail“ . Bestellen Sie sich das Sonderheft von BIKE versandkostenfrei nach Hause oder lesen Sie die Digital-Ausgabe in der BIKE App für iOS oder Android .

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Themen: CO2NachhaltigkeitRIDE GREENUmweltschutzZug


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