Erkki Puntilla Bikepacking Erkki Puntilla Bikepacking

Bikepacking in Finnland [Video]

Singlespeed: Bikepacking mit dem Kona Unit

Adrian Kaether am 14.12.2016

Erkki Puntilla ist Bikepacker mit eigenem Blog aus Finnland. Im Video "Not far from Home" zeigt er, was mit dem neuen Kona Unit geht und gibt uns einige wichtige Tipps für die große Tour.

Einfach mal losfahren, das Bike mit allem beladen, was man zum Überleben in der Wildnis braucht, Abenteuer direkt vor der eigenen Haustür, das ist die Idee beim Bikepacking. Uns Mitteleuropäern erscheint das schwierig, denn bei aller Fantasie: Dass man zwischen Hintertupfingen und Kleinschmalbach der einzige Mensch weit und breit ist, Bären und Wölfen begegnet und sich abends am Feuer einen selbstgefangenen Fisch brät, um danach in sein Zelt zu kriechen, erscheint doch reichlich unwahrscheinlich. Der mangelnden Existenz von Bären und Wölfen, der hohen Zivilisationsdichte und dem Verbot des Wildfangs und wild Zeltens sei Dank.

Beim finnischen Blogger und Bikepacker Erkki Punttila – alias Erik Plankton – gibt es jedoch weniger solcher Hindernisse. Das Jedermannsrecht macht's möglich: Er lädt einfach das neue Kona Unit auf sein altes Fischerboot, schippert ein bisschen die Bucht hinunter in den Sonnenuntergang und los geht das Abenteuer. Ok, das Feuer darf er unangemeldet auch nur an dafür vorgesehen Feuerstellen machen. Das dazugehörige Video weckt die Abenteuer-Sehnsucht.

Tipps fürs Bikepacking von Erkki Puntilla

Wer viele Kilometer fressen will, muss früh aufstehen. Daran führt kein Weg vorbei. Deswegen hier ein paar Tipps, wie du einen guten Start in den Tag erwischst. Manchmal kann es aber auch erfrischend sein, einfach keinen Plan zu haben: ausschlafen, frühstücken, losfahren wann man Lust hat, Vögel anschauen, Mittagsschlaf… Was immer euch am meisten Freude bereitet, denn darum geht es ja schließlich.

Erkki Puntilla Bikepacking

Der Weg kann auch das Ziel sein: simple Freude am Trail beim Bikepacking.

Für einen frühen Start

Am besten bereitet man schon alles soweit es eben geht vor, bevor man schlafen geht. Den Wasserkessel mit Wasser füllen, Lebensmittel und Getränke bereitlegen, dann geht’s morgens schneller. (Achtung: Das gilt natürlich nicht für Gegenden, in denen Bären leben!)

  • Vergewissert euch, dass euer Wecker so richtig verdammt laut losgeht. Am besten in der hintersten Ecke des Zelts, dann hat man keine andere Wahl, als aufzustehen.
  • Öffnet direkt das Ventil der Luftmatratze.
  • Steht auf und zündet den Wasserkocher.
  • Schaltet erst jetzt den Wecker aus.
  • Zieht eure Klamotten für den Tag auf dem Bike an.
  • Packt den Schlafsack zusammen.
  • Das Wasser sollte jetzt kochen. Macht euch damit Kaffee. Auch Haferbrei sorgt für einen guten Start in den Tag. (Hardcore Variante: Erst den Haferbrei aus der Schüssel löffeln, dann Instant-Kaffee-Pulver in die Schüssel, aufgießen mit kochendem Wasser. Habt ihr den Kaffee getrunken, bleibt fast nichts mehr zu spülen!)
  • Kaffee zu heiß? Wartet nicht, bis er abkühlt, sondern fangt an, eure Sachen zu packen.
  • Fertig mit dem Frühstück? Dann verstaut den Rest der Sachen in den Taschen, packt das Zelt mit einer Schicht Wechselklamotten in die Lenkertasche.
  • Los geht’s! Mit ein bisschen Übung dauert diese Morgenroutine kaum noch 15 Minuten.
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Wer weit fahren will, muss früh aufstehen.

Für lange Tage mit vielen Kilometern

  • Startet mit einem leichten, gut verdaulichen Frühstück (z. B. Haferbrei mit Wasser statt Milch).
  • Fahrt 1-2 Stunden, macht dann eine Pause mit einem zweiten Frühstück.
  • Packt Proviant so, dass ihr ihn auch während der Fahrt verzehren könnt.
  • Esst einmal pro Stunde eine Kleinigkeit, auch wenn ihr keinen Hunger habt. So vermeidet ihr ein Hungerloch oder Heißhungerattacken und braucht auch keine Mittagspause. Einfach weiterfahren und immer dran denken, regelmäßig zu essen.
  • Immer genug trinken! Ich habe immer eine Flasche mit Zusätzen und eine Flasche mit purem Wasser greifbar. Trinken mindestens alle halbe Stunde.
  • Der richtige Proviant (gut verträglich, haltbar, viel Energie) ist meistens nicht so wahnsinnig lecker. Dagegen hilft ein Belohnungssystem mit kleinen Mengen der Lieblingssüßigkeit oder salzigen Snacks. Achtung: Eine ganze Tüte Gummibärchen auf einmal ist nicht gemeint!
  • Kehrt zum Essen nicht ein, aber gönnt euch ruhig auch mal was. Übrigens: Für alle, die es vertragen, sind auch vermeintliche "Sünden" erlaubt: z. B. drei Cheeseburger kaufen, einen gleich essen, die andern beiden in die Taschen stecken und dann während der Fahrt futtern. Das Gefühl bei 25 Kilometern pro Stunde auf einer Schotterstraße einen Cheeseburger zu mampfen finde ich einfach göttlich.

Nicht nur für Nachtfahrten:

  • Installiert die Beleuchtung, bevor es dunkel wird. Dann könnt ihr sie später einfach einschalten, und weiter geht’s.
  • Kenne dein Material: Wie lange halten die Akkus auf welcher Beleuchtungsstufe?
  • Energie sparen: Schalte das Licht auf glatten Straßen und Wegen auf die kleinste Stufe. Mehr Beleuchtung nur, wenn der Trail es erforderlich macht.
  • Immer ein Backup dabeihaben, mindestens aber eine zweite hochwertige und wasserdichte Lampe fürs Campen. Ganz ohne Licht dazustehen, wenn eins ausfällt, kann nämlich sehr unangenehm werden. Praktisch ist auch ein Nabendynamo, mit dem man auch tagsüber die Akkus von Handy, GPS-Gerät oder Beleuchtung laden kann.
  • Immer gleich packen. Es hilft auch, auswendig zu lernen, wo was ist. So findet man auch mit geschlossenen Augen Ersatzakkus, Ersatzklamotten und Nahrungsmittel.
  • Packen mit System: Wichtige Sachen, die man häufig oder schnell braucht ganz nach oben. Ich habe zum Beispiel mein Zelt und eine Schicht Ersatzklamotten immer schnell greifbar in der Lenkertasche. 
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Nachtfahrten können Spaß machen, stellen aber höhere Anforderungen an Mensch, Material und Organisation.

Geschafft!

Habt ihr ein Ziel erreicht, dann feiert euch ein bisschen. Egal, ob es das Ende der Reise ist, ob ihr einen Gipfel erklommen oder die 200 Kilometer-pro-Tag-Marke überschritten habt. Überlegt euch eine gute Belohnung und macht ein Bild. Während ihr später die ganzen Strapazen wieder vergessen haben werdet, wird sich das für immer auf eure Netzhaut brennen.

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Ist das Ziel erreicht, das Foto nicht vergessen! Die Strapazen verblassen, die positive Erinnerung bleibt.

Hier geht's zum Blog von Erkki Punttila. Auch ein Trip entlang der Ostsee ist mit dabei.

Das "Unit" ist das Singlespeed-Bike von Kona, das jetzt extra fürs Bikepacking verfeinert wurde. Hier findet ihr alle Infos.
 

Kona Unit 2017

Einfach einfach: Am Kona Unit kann kaum etwas kaputt gehen. Der Singlespeeder aus Stahl wurde mit zusätzlichen Flaschenhalter-Ösen an Unterrohr und Gabel extra fürs Bikepacking aufgewertet.

Adrian Kaether am 14.12.2016
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