Das perfekte Abenteuer-Mountainbike Das perfekte Abenteuer-Mountainbike Das perfekte Abenteuer-Mountainbike
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Das perfekte Abenteuer-Mountainbike

  • Laurin Lehner
 • Publiziert vor 6 Jahren

Gunnar Fehlau gehört zu Deutschlands bekanntesten Bike-Abenteurern, die sich tagelang in der Wildnis selbst versorgen. Nur mit Rucksack anzutreten, kann er sich nicht vorstellen. Alles muss ans Bike.

Gunnar Fehlau erklärt die perfekte Ausrüstung für mehrtägige Abenteuer-Touren, auf denen man sich selbst versorgen muss.

Frank Stefan Kimmel Gunnar Fehlau mit seinem Titan-Twentyniner der Firma Birota. "Mit 18-20 Kilo (ohne Geld, Handy, Essen und Trinken) Einsatzgewicht muss man rechnen", sagt Fehlau. Sein Rad hat er so modifiziert, dass möglichst wenig kaputtgehen kann. Der Triathlon-Lenker entlastet die Handgelenke auf Rumpelpisten.

Fehlaus Abenteuer-Ausrüstung im Überblick


Am Mann
Eine Stirnlampe habe ich immer an meinem Helm. Das muss sein. Die Pfeife musste ich bei der Tour Devide in den USA tragen. Die Strecke führt durch eine Gegend mit der höchsten Bärenpopulation der Welt. Da tut man sich einen Gefallen, wenn man bei unübersichtlichen Passagen ab und zu ein bisschen Lärm macht, um die Bären auf Distanz zu halten.


Auf den Taschen hinten
Mit meinem GPS kann ich im äußers­ten Notfall Hilfe holen. Das funktioniert per Satellit – aus Versehen sollte man jedoch nicht auf den Knopf drücken. Denn durch den Alarm wird ein Suchtrupp mit Helikop­ter nach einem ausgesandt. Die holen einen raus, egal, wo du bist. Hast du die Hilfe jedoch nicht unmittelbar nötig, wird es richtig teuer.


Taschen hinten
In der hinteren Tasche (unten) verstaue ich all meine Regensachen: Regenjacke, Regenhose – kurz und lang, Überschuh, Regensocken und eine Duschhaube, falls es mal so richtig schüttet. Obere Tasche: Reiseapotheke mit Schmerztabletten, Pflaster und Mittel gegen Durchfall und Verstopfung, Kulturbeutel, Klopapier, Erste-Hilfe-Set.


Taschen Oberrohr
Hintere Tasche: Die ist meist recht leer. Hier sind Dinge drin wie Aufbrühkaffee oder Energieriegel. Vordere Tasche: In dem Fach verstaue ich nur Essen, welches ich unterwegs brauche. Zum Beispiel: Studentenfutter, Müsliriegel, Bananen.


Rahmentasche
Im oberen Fach steckt ein 3-Liter-Camelback mit Schlauch zum Lenker. Außerdem habe ich noch ein paar Ziplock-Tüten reingestopft. Falls ich die Gelegenheit bekomme, irgendwo essen zu gehen, bestelle ich gleich zwei Mahlzeiten. Eine für gleich, die andere packe ich ein. Im unteren Fach sind Werkzeug und Ersatzteile untergebracht. Zum Beispiel: Flicken, Dichtmilch, Kettenglieder, Schaltzug, Schrauben, Pumpe, Multi-Tool, Bremsbeläge. Vom Schwerpunkt her könnte ich das Zeug nirgendwo besser verstauen. Trotzdem versuche ich nur so viel wie nötig mitzunehmen.


Taschen vorne
1. Tasche: Ladekabel, Ersatzbatterien, Kopfhörer. 2. Tasche (grün): Iso-Matte, Schlafsack, Unterlegmatte, zweite Garnitur, Mütze, leichte Daunenjacke, Halstuch. 3. Tasche: alles rund ums Thema Wind. Windweste, Windhose, Handschuhe. 4. Tasche: warme Sachen, wie Armlinge und Beinlinge.
Zwar würde auch alles in eine passen, doch mit diesem Packprinzip komme ich überall gut dran, kann schnell umpacken und habe genug Stauraum für Lebensmittel.

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Gunnar Fehlau im Interview


„Jeder kann Abenteuer erleben.“

Frank Stefan Kimmel Gunnar Fehlau fährt regelmäßig mehrtägige Abenteuer-Rennen mit Selbstversorgung.


BIKE: Du nimmst an den härtesten Bike-Rennen der Welt teil, bei denen Du Dich gleich mehrere Tage selbst versorgen musst. Ist da nicht auch viel Quälerei dabei?
Gunnar Fehlau: Klar. Aber das sind Sachen, die passieren halt, die will man ja nicht – eine Art Kollateralschaden. Für mich überwiegen die schönen Dinge. Meine Bike-Abenteuer sind Freiheit pur. Raus aus dem Komfortbereich, Kopf ausschalten, Probleme daheim lassen und rein ins Ungewisse. Zwar sind die meisten Projekte, an denen ich teilnehme, Rennen. Doch um Plätze geht es mir nicht. Der Moment auf der Strecke zählt.
Viele würden so etwas auch gerne machen, haben aber weder Zeit noch Geld für solche mehrtägigen Bike-Reisen.
Das sind Ausreden. Jeder kann Abenteuer erleben. Das muss kein mehrwöchiges Rennen sein. Fahr mit deinem Bike eine Tour und übernachte danach irgendwo im Wald. Am nächsten Tag radelst du so früh zurück, dass du es rechtzeitig zur Arbeit schaffst. Da hast du dein Abenteuer! Solche Mini-Trips versuche ich mindestens einmal im Monat einzubauen. Mal mit Freunden, manchmal alleine. Mehr Urlaub und Erholung kann man in der kurzen Zeit nicht erreichen. Übrigens: Jeder sollte zumindest einmal in seinem Leben alleine im Wald übernachtet haben. Manche Dinge muss man einfach mal gemacht haben.
Du warst schon viel unterwegs. Was war besonders beeindruckend?
Die Eindrücke meiner ersten Grenzsteintrophy waren sehr intensiv. Einfach abgefahren – diese Natur, mitten in Deutschland. An eine Mallorca-Durchquerung habe ich auch noch gute Erinnerungen. Abends Wein und Proviant besorgen, dann irgendwo in die Walachei fahren, Feuer machen und aufs Meer schauen. Die Mischung aus körperlicher Leistung und relaxtem Camping macht eine gelungene Reise für mich aus. Zielbögen mit "Highway to Hell"-Geplärre sind nichts für mich.
Auch Du hast irgendwann mal mit solchen Bike-Expeditionen angefangen. Aus welchen Fehlern hast Du gelernt?
Man lernt nie aus! Auf meinen ersten Touren habe ich am meisten gelernt. Oft sind es Kleinigkeiten. Zum Beispiel, dass du deine Klamotten über Nacht nicht draußen aufhängst, sondern mit in den Schlafsack nimmst. So kannst du am nächsten Morgen in halbwegs trockene Kleider schlüpfen, statt in feuchte oder sogar nasse. Solche Kleinigkeiten sind entscheidend da draußen im Outback und bestimmen darüber, ob es ein schlechter Start in den Tag wird – oder ein guter.
Hast Du noch mehr Tipps?
Mein Lager schlage ich nie direkt auf dem Gipfel auf. Am liebsten 10-20 Minuten unterhalb. Warum? Morgens ist es in den Bergen arschkalt. Also kann ich mich in der Früh auf den letzten Metern zum Gipfel aufwärmen und bin dann bereit für die Abfahrt. Morgens auf dem Gipfel aufzuwachen und dann kalt abzufahren, ist unangenehm und gefährlich. Denn der Körper ist steif und unflexibel. Außerdem kühlt der Körper während der Abfahrt weiter aus.

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