Gleich hinter dem Windsurf-Mekka El Yaque führen verwinkelte, rotsandige Trails ins Gebüsch... Gleich hinter dem Windsurf-Mekka El Yaque führen verwinkelte, rotsandige Trails ins Gebüsch...
Südamerika

Venezuela: Isla Margarita

Ralf Glaser am 03.02.2011

Windsurfer fliehen im Winter in die Karibik. Am liebsten auf die Isla Margarita vor der Küste Venezuelas. Doch in den weichen Bergen der Insel fühlen sich auch immer mehr Biker wohl.

Biken in Venezuela ist definitiv anders. Das soll jetzt nicht nach Beschwerde klingen; wegen der Besonderheiten bin ich ja hier. Denn die vielen Storys, die mir Bidu im Sommer über El Yaque erzählt hatte, klangen doch sehr nach der Gelegenheit für einen ebenso relaxten wie abgefahrenen Saisonausklang. Den kompletten letzten Winter hatte der Züricher Gringo am Meer und unter Palmen geschwänzt, unterwegs als Bike-Guide im absoluten Niemandsland. Und jetzt gleich noch mal fünf Monate Tangas und Trails. Neid, Kamerad!

Und Respekt: Auf die Idee, einen eingefleischten Surfspot wie El Yaque zum Biken zu bekehren, muss man erst einmal kommen! Das kleine Ex-Fischerdorf an der Südküste der Isla Margarita ist schließlich seit langem legendär für seinen Wind. Von November bis Mai weht er verlässlich stark, kommt dabei verbraucherfreundlich parallel zum Palmenstrand und erlaubt so Surf-Amplituden beliebiger Ausdehnung. Ein perfektes Revier für Cracks, die aus der ganzen Welt nach El Yaque pilgern. Perfekt aber auch für den Surf-Normalo, läuft Letzterer doch auch bei Nichtbeherrschung des Gegen-den-Wind-Kreuzens kaum Gefahr, als Fischfutter auf offenem Meer zu enden. Und letztlich ist der Posing-Faktor beim Wendemanöver direkt vor dem Strand natürlich auch nicht zu verachten, man will ja gesehen werden. Doch keine Regel ohne Ausnahme, das gilt auch für den Wind.

Was macht der Surfer bei Flaute? Er chillt an der Bar, diskutiert, ob man bei diesem Wind mit dem 5,2-Quadratmeter-Segel schon ins Gleiten kommt – oder er geht zum Biken. Soweit die Theorie. Die Praxis: Eine Portion Humor vorausgesetzt, macht diese Art zu biken ernsthaft Laune. “Ein Wegenetz wie in den Alpen kannst Du auf der Isla Margarita nicht erwarten”, hatte Bidu schon vor meinem Abflug falsche Erwartungen gedämpft. “Es gibt schon Trails, auch schön flowige. Aber die meisten Touren stellen ganz andere Anforderungen: Dünen, Sliden auf losem Untergrund, Kakteen-Slalom – die Höhenmeter sind dort nicht das Problem. Aber anspruchsvoll sind die Touren auf jeden Fall!”

Den gesamten Artikel finden Sie unten als PDF-Download.

...Wobei dieses Gebüsch aus Kakteen besteht …

Steiniger Trail und salzige Luft....

Ralf Glaser am 03.02.2011
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