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Mountainbike-Abenteuer in Kolumbien

Kolumbien: Entdeckungs-Reise in Südamerika

Lukas Keller am 29.07.2014

Aus Kolumbien kommen die feinsten Arabica-Bohnen der Welt – und oft schlimme Nachrichten über Guerillas, Entführungen und Drogen. Doch über die friedliche Bike-Szene hat noch niemand berichtet.

„Das einzige Risiko ist, dass Sie bleiben wollen.“ Das große Plakat an der Wand widerspricht dem Kolumbien-Reiseführer auf meinem Schoß. Doch wir können ohnehin nicht mehr zurück, denn wir sitzen bereits am Flughafen von Bogota und warten auf den Anschlussflug nach Armenia. Die Stadt liegt im Landesinneren, 290 Kilometer westlich der Hauptstadt, in den westlichen Ausläufern der Anden. Eine der sichersten Touristen-Regionen, bestätigt auch der Reiseführer. Mit Kaffee- und Bananen-Plantagen, Riesenpalmen und gemäßigtem Tropenklima. Nur die Vulkane im nahgelegenen Los-Nevados-Nationalpark könnten hin und wieder mal ausbrechen. Überfälle von Menschenhand seien eher nicht zu befürchten.

Trails wie im Urwald

Würden die Kühe nicht unter Palmen grasen, könnten wir auch gerade über eine Alm in den Alpen radeln. Sattgrüne Hügel, Landwirtschaft, Weideflächen so weit das Auge zum Horizont hinaufklettern kann. Nur die Palmen passen eben nicht ins alpine Bild. Bei genauem Hinsehen wachsen auf den Feldern auch kein Mais und Raps, sondern Bananenstauden und Kaffee-Sträucher. Als unser Trail in einen urwaldartigen Wald eintaucht, scheuchen wir Kolibris und Papageien auf. Bikeguide Gabriel freut sich wie ein kleines Kind, weil wir dauernd stehen bleiben wollen, um uns diese exotische Tier- und Pflanzenwelt genauer anzusehen. Dabei brauchen wir die kleinen Pausen auch, um den Puls wieder zu beruhigen.

Der dichte Pflanzenbewuchs nahe der Äquatorlinie täuscht dauernd darüber hinweg, dass wir ja in einer Höhe von deutlich über 3000 Metern pedalieren. Pulsbeschleunigend wirken sich auch die Hängebrücken aus, die wir regelmäßig überqueren müssen: zwei rostige Stahlseile, auf die jemand Holzbrettchen gelegt hat. Spätestens in der Mitte fragt man sich, was wohl morscher ist – Seil oder Holz. Jeder Tritt scheint eine potenzielle Tretmine. Doch wir erreichen die Plaza Bolivar, den Hauptplatz von Salento, ohne Absturz und gehen dort direkt zu Pulspeitsche Nummer drei über: einen echten kolumbianischen Kaffee.

Alles über die Entdeckungsreise in den Anden können Sie in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Ausgabe im DK-Shop nachbestellen:

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Lukas Keller am 29.07.2014