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BIKE 8/2018: Bikepacking Slowenien BIKE 8/2018: Bikepacking Slowenien

Bikepacking-Abenteuer Slowenien

Große Schleife: Lesewitz bikepackt in Slowenien

Henri Lesewitz am 29.06.2018

Slowenien zählt zu den vielseitigsten Regionen der Alpen. Der "Slovenia West Loop" verbindet eine Vielzahl der landschaftlichen Highlights. Perfekt für ein Bikepacking-Abenteuer. Ein Fotoreport.

Bikepacking zählt zur Urform des Mountainbike-Sports. Und Slowenien zu den vielseitigsten, aber doch relativ unentdeckten Mountainbike-Regionen der Alpen. Klar, dass BIKE-Reporter Henri Lesewitz der Versuchung eines schnellen MTB-Abenteuers nicht widerstehen konnte und sich mit Schlafsack und Iso-Matte auf eine dreieinhalb Tage dauernde Höhenmeterorgie durch Slowenien begab.

430 Kilometer langes "Höhenmetergemetzel"

Nur mal angenommen, jemand würde einen in Tiefschlaf versetzen – sagen wir durch Hypnose. So für vier, fünf Stunden. Und dann würde man aufgeweckt. In Slowenien. Was man aber nicht wüsste. Denn man ist ja schließlich Teilnehmer eines Ratespiels, bei dem es darum geht, mit dem Bike rumzufahren und herauszubekommen, wo genau man ausgesetzt wurde. Und dann würde man kurz schauen und sofort rufen: "Südtirol!". Ein paar Kilometer später wäre man sich aber gar nicht mehr so sicher. "Kanada etwa?", würde man sagen, um dann hinter jeder weiteren Bergkuppe noch irritierter dreinzuschauen: Toskana? Andalusien? Trentino? Berchtesgaden? Alles möglich.

Okay, zugegeben, das war jetzt ein ziemlich reißerischer Einstieg. Doch es ist nun mal gar nicht so einfach, das Erstaunliche in Worte zu fassen. Ausgerechnet das kleine Land Slowenien zählt zu den vielseitigsten Regionen der Alpen. Was Kanu-Fahrer und Wanderer schon lange wussten, entdecken nun nach und nach die Mountainbiker. Die Alpenrepublik hat sich in den letzten Jahren zum Hotspot für Tourenfahrer und Alpenüberquerer entwickelt.

Der "Slovenia’s West Loop", den ein Amerikaner unlängst auf einem Portal für Abenteuer-Biker veröffentlicht hat, verbindet viele der landschaftlichen Highlights Sloweniens. Zusammen mit zwei Kumpels ist unser Reporter Henri Lesewitz die Schleife nachgefahren: 430 Kilometer und knapp 9800 Höhenmeter. Und zwar nicht – wie im Internet empfohlen – in sieben, sondern in dreieinhalb Tagen! Die Reportage plus Tourenbeschreibung gibt es in BIKE 8/2018. Hier ein paar Fotoimpressionen. 

Fotostrecke: Bikepacking-Abenteuer Slowenien

BIKE 8/2018: Bikepacking Slowenien

Die Bikes sind gepackt und warten am Startort Bled auf die Abfahrt. Doch zuerst gibt es noch einen Frühstückskaffee im Camping-Platzrestaurant. Die große Frage lautet, wie immer bei Abenteuern dieser Art: Hat man zu viel oder zu wenig dabei. Beides will vermieden werden, wenn man 430 Kilometern in dreieinhalb Tagen durchs Outback zu strampeln gedenkt.

BIKE 8/2018: Bikepacking Slowenien

Liebreiz pur: Das Städtchen Bled am Bleder See ist bei Touristen aus aller Welt beliebt. Offiziell startet der Slovenia Loop in der Hauptstadt Ljubljana, doch wenn man von Deutschland aus anreist, bietet sich Bled an. Der Ort liegt nur wenige Kilometer hinter der Grenze zu Österreich.

BIKE 8/2018: Bikepacking Slowenien

Der erste Anstieg ist steil und will erobert werden. Die Landschaft plustert sich derweil immer mehr auf. Die Bergkette im Hintergrund erinnert an die Südtiroler Dolomiten. Thomas Taut hat ein sportliches Tempo vorgelegt. Christian Helmert hält das Hinterrad. Unser Reporter erstellt rasch ein Lichtbild.

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Gute Aussicht: Oben angekommen hat man freien Blick nach Österreich.

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Hinter dem Touristen-Örtchen Kranjska Gora schaltet das Panorama noch einen Gang höher: splitternackte Felswände überall. Der zweite Tausender des Tages steht bevor. Eine kleine Erfrischung im Gebirgsfluss kann nicht schaden.

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Die geplante Schlafsack-Übernachtung wird wegen eines heraufziehenden Gewitters gestrichen. Zum Glück bietet der Besitzer eines Campingplatzes einen Wohnwagen an – ein Zelt haben weder Thomas und Christian, noch unser Reporter dabei. In den Bergen Sloweniens gibt es schließlich auch reichlich Pensionen und kleine Hotels. Doch dafür würden sich Bikepacker nur dann entscheiden, wenn es wirklich gar nicht anders geht.

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Der erste Teil des zweiten Tages verläuft entlang des berühmten Flusses Isonzo (slowenisch: Soca). 

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Die Höhenmeter-Hatz hat viele Kalorien verbrannt. Thomas gönnt sich ein Päuschen und einen kleinen Snack.

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Thomas ist ein Spezialist für Ultra-Rennen: Sein Trek ist bis ins kleinste Detail aufs Kilometerschrubben getrimmt. Um Stauraum im Rahmendreieck zu haben, hat er die Flaschen an die starre Gabel montiert. Der Komfort auf grobem Schotter ist nicht allzu groß, aber das nimmt Thomas der guten Bergauf-Performance wegen gerne in Kauf.

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Dichte Nebelschwaden umfauchen die raue Versorgungspiste aus Zeiten des ersten Weltkriegs, auf der es unweit der italienischen Grenze scheinbar endlos bergab geht.

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Nanu!? Wo ist denn der Weg hin? Leichte Zweifel am GPS-Track können durchaus aufkommen, wenn man mitten in der Wildnis plötzlich in einem Flusslauf steht, einen Wasserfall vor sich. Hat sich der Amerikaner, der die GPS-Daten ins Internet gestellt hat, auf seiner Tour verirrt, ohne den Track hinterher zu bearbeiten? Ist der Fluss inklusive Wasserfall neu? Thomas schaut sich ratlos um. Nach einer kleinen Expedition durch wucherndes Dickicht ist der Trail wieder gefunden.

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Reporter Henri Lesewitz genießt die Ruhe in einem nahezu verlassenen Bergdorf. Viele der Gebäude sind verfallen. Eine wundervolle, gespenstische Idylle.

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Ermattet von 145 Kilometern wird die zweite Nacht irgendwo im Nirgendwo verbracht – natürlich im Schlafsack. Christian (Foto) hat sich in Ermangelung einer Iso-Matte (Gewichtstuning!) ein Bett aus Stroh gebaut. 

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Es ist nicht ganz klar, was der Künstler mit dieser Installation ausdrücken will – vermutlich eine Hommage an das beschwerliche, aber dennoch schöne Landleben.

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Die slowenische Hauptstadt Ljubljana: Geballte urbane Pracht, umgeben von imposanter Alpenkulisse. 

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Geschafft! Nach dreieinhalb Tagen ist der Bleder See wieder erreicht. Ein letzter schmachtender Blick auf die glitzernden Wellen. Dann geht es zurück nach Hause – ins Abenteuer Alltag. 

Die komplette Ausgabe BIKE 8/2018 können Sie ab 3. Juli am Kiosk kaufen oder in unserem Onlineshop bestellen. Die Digital-Ausgaben finden Sie in der BIKE-App (iTunes und Google Play):

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Henri Lesewitz am 29.06.2018