Transalp: Innsbruck-Gardasee Transalp: Innsbruck-Gardasee Transalp: Innsbruck-Gardasee

Transalp: Innsbruck-Gardasee

  • Gitta Beimfohr
 • Publiziert vor 15 Jahren

Atemberaubende Landschaft, aufregendes Panorama, Abfahrtstrails, die niemals enden – und doch verspürt der Alpenüberquerer Gänsehaut: Auf den Militärstraßen aus dem Ersten Weltkrieg, vorbei an alten Festungen und Kriegsschauplätzen, erleben Biker Geschichte hautnah.

490 km/17 300 hm • 8 Etappen • Schwierigkeit: ****
(max. 6 Sterne)
Die Route eignet sich für: historisch interessierte Mountainbiker mit mittlerer bis guter Fahrtechnik

Die Highlights: Brenner Grenzkamm, Pfunderer Joch, Seiser Alm, Karerpass, Kaiserjägerweg mit Festungen, Pasubio

„Blutberg“ und „Berg der 10 000 Toten“ wird der Pasubio, ein Gebirgsstock östlich des Gardasees bis heute genannt. Von 1916 bis 1918 führten italienische und österreichische Truppen hier einen erbitterten Stellungskrieg: Sie bohrten Stollen in den Fels, füllten sie mit fast 55 Tonnen Dynamit und sprengten sich gegenseitig und den Berg in die Luft. Noch heute sind die Schützengräben und Granattrichter deutlich zu erkennen. Auch die alten Festungen Cherle und Belvedere entlang der berühmten „100 Kilometri dei Forti“-Strecke erzählen vom Gebirgskrieg, der so viele Tote forderte.


Auf den Spuren der Großväter

Diese Transalp-Route führt an den ehemaligen Kriegsschauplätzen entlang. Sie klettert über alte Militärstraßen, die für den Nachschub angelegt wurden und passiert Festungen und Stellungen, die von den erbitterten Kämpfen zeugen.

Die Tour startet in Innsbruck und schraubt sich über den Brenner Grenzkamm zum Schlüsseljoch und Pfunderer Joch hinauf (die nördlichsten Militärstraßen Südtirols). Beide Anstiege erfordern Biss und gute Kondition, denn sie sind durchweg steil und grobschottrig. Doch mit dem 2 568 Meter hohen Pfunderer Joch haben Sie den höchsten Punkt der Tour erklommen. Belohnt wird man mit einem spannenden Abfahrtstrail und zwei sehr moderaten Tagesetappen über Nauders, den Bannwaldweg und St. Vigil bis zum Ritjoch. Erst hier bäumt sich der Schotterweg wieder zu kleinen Rampen auf. Doch nun sind die Augen durch eine atemberaubende Landschaft abgelenkt: Die senkrechten Dolomitenwände ragen wie Zähne aus den saftigen Almwiesen. Aussichten, die Energie für Grödnerjoch, Mahlknechtjoch, Karerpass und Reiterjoch liefern.

Über den Kriegsschauplatz Catena di Lagorei führt schließlich nur eine durchwegs fahrbare Strecke: der asphaltierte Manghenpass. Auch der Kaiserjägerweg ist asphaltiert, doch seine Serpentinen wurden von den Österreichern so abenteuerlich in den Fels gesprengt, dass man sie vom Val Sugana aus kaum erkennt. Für die darauf folgenden „100 Kilometri dei Forti“ mit ihren Festungen und dem anschließenden Pasubio sollten Sie sich wirklich Zeit nehmen. Entlang der groben Schotterstraßen und Trails hält man immer wieder an. Kaum zu glauben, dass in dieser friedlichen Gebirgslandschaft einst Kanonen und Granaten donnerten ...


Eisjöchl-Variante

Es gibt eine zweite Variante des Militärstraßen-Klassikers Innsbruck-Gardasee: Sie führt westlich des Wipptals über die alte Bergwerksanlage an der Schneebergscharte (2 690 m) und das berühmte Eisjöchl (2908 m) im Naturpark Texel­gruppe. Doch diese alte Nachschubstraße hat es wirklich in sich: 2 500 Höhenmeter am Stück bergauf! Doch dann folgen die nicht enden wollenden Trail-Serpentinen ins Schnalstal hinunter – eine der schönsten Abfahrten der Alpen. Mit Tarscher Pass und Rabbijoch klettert die Route noch zweimal deutlich über die 2000-Meter-Marke, bevor ein weiterer Landschafts-Traum ins Blickfeld rückt: die Brenta. Mit den Dolomiten verwandt, türmen sich hier die Felsnadeln senkrecht in den Himmel. Jetzt noch eine Nacht im Rifugio Graffer, dann haben Sie den Lago erreicht.
Gesamt: 323 km/12 871 hm.

BIKE Magazin Der "Blutberg" Pasubio: Kaum zu glauben, dass einst 55 Tonnen Dynamit die Felsen erschütterten und tausende Soldaten starben ...


Touren-Info
1. Etappe: Innsbruck – Patsch – Matrei – Steinach – Nösslach – Vinaders – Sattelalm – Silbergasser – Übernachtung: Enzianhütte (Tel. 0039/0472/631224).
2. Etappe: Enzianhütte – Schlüsseljoch (2 215 m) – Fussendrass - Pfundererjoch (2 568 m) – Weitenbergalm – Übernachtung: Pfunders (FVA. Tel. 0039/0472/869100).
3. Etappe: Pfunders – Vintl – Mühl­bach – Nauders – Bannwaldweg – Ellen – Zwischen­wasser – Übernachtung: St. Vigil (FVA, Tel. 0039/0474/501037).
4. Etappe: St. Vigil – Ritjoch (1 876 m) – Armentara Wiesen – St. Leonhard – Corvara – Grödnerjoch (2 137 m) – Wolkenstein – Saltria – Übernachtung: Seiser Alm-Haus (Tel. 0039/0471/727904).
5. Etappe: Seiser Alm – Mahlknechjoch (2 204 m) – Campitello – Moena – Karerpass – Obereggen – Übernachtung: Epircher Laner Alm (Tel. 0039/0333/5986253).
6. Etappe: Epircher Laner Alm – Reiterjoch (1 996 m) – Stava – Cavalese – Molina – Manghenpass (2 042 m) – Borgo – Santa Giuliana – Kaiserjägerweg – Forte Belvedere – Übernachtung: Carbonare (FVA, Tel. 0039/0226/830102).
7. Etappe: Carbonare – Forte Cherle – Folgaria – Forte Dosso del Somme – Zoreri – Geroli – Malga Bisorte – Malga Campobiso – Malga Valli – Rovereto – Passo Bordala – Santa Barbara – Carobbi – Arco – Riva del Garda.

Karten: Kompass-Karten (Maßstab 1:50 000): Nr. 36, 44, 56, 57, 59, 75, 76, 101.

Literatur und Info: Die Tour ist im „Traumtouren-Transalp“-Buch von Uli Stanciu (Delius Klasing Verlag) beschrieben.

Unter www.bike-gps.com gibt es die entsprechenden GPS-Daten.

Geführte Touren: Eine Routen-Variante dieser Innsbruck-Gardasee-Tour bieten folgende Veranstalter an: www.jester-tours.com und www.seracoje.de

Gehört zur Artikelstrecke:

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Themen: EisjöchlGardaseeInnsbruckTransalp


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