Österreich: Innsbruck Österreich: Innsbruck
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Österreich: Innsbruck

Marc Schneider am 15.09.2010

Die Tiroler Landeshauptstadt ist Vertrider-Gebiet: Senkrechte Bergflanken und steilste Trails mit Vogelperspektive. Doch wir haben auch Pfade mit Flow entdeckt! In Tirols Metropole herrscht Aufbruchstimmung. Die Locals treibt der Wunsch nach mehr offiziellen Biketrails um. Und auch die Politik wird langsam schwach.

Spät abends in einem schummrigen Kneipen-Separée in der Innsbrucker Altstadt. Verschränkte Ellenbogen liegen auf einer ausgebreiteten Alpenvereinskarte, Biergläser wandern zur Seite, Köpfe drängen aneinander, Finger fliegen über die rot eingezeichneten Linien. Zu jeder Linie gibt’s einen Kommentar. Mindestens einer am Tisch ist selbst die am feinsten gepunktete Linie auf der Karte schon gefahren – und dazu noch Lines, die nicht mal die Karte kennt. Die wahre Innsbrucker Bike-Map gibt es nicht gedruckt, sie steckt in diesen Köpfen. Einer der Köpfe gehört Christian “Picco” Piccolruaz, Geologe, Bergführer und Biker mit Haut und Haaren. Mit seinen Kollegen von der Firma Trailsolutions entwickelt er Wege-Konzepte. Nebenher ist er eine der Galionsfiguren im Bestreben um mehr offizielle Bike-Trails in und um Innsbruck. Er hält hier einen Schatz in den Händen, ein riesiges Netz an Wanderwegen, das für Biker größtenteils tabu ist. Doch das eine oder andere Tabu soll bald gebrochen werden.

Ein anderer Finger, der über die ausgelegte Karte huscht, gehört Roland “Roli” Noichl, ein verwegener Tiroler mit langen, lockigen Haaren. Auf seinem T-Shirt prangen groß die Buchstaben G.A.M.S. – Gruppe außergewöhnlicher Mountainbike-Spezialisten. Roli ist der “Green Keeper” der Innsbrucker Biker. Er arbeitet in der Forstdirektion der Tiroler Landesregierung. Dort sitzt er an einer Schlüsselstelle und leistet geduldig Aufbauarbeit.

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Kurvenkünstler auf einem Trail oberhalb von Scharnitz.

Die Szene gewinnt an Einfluss. Erst im Juli haben sie für eine offizielle Bike-Strecke am Lanser Kopf demonstriert, einem Mittelgebirgshügel vor den Toren Innsbrucks. Viele waren sie, und überzeugend – wie es scheint, kommt Bewegung in die politische Mühle. Und vielleicht gibt es schon bald offizielle Bike-Trails am Lanser Kopf.

Piccos Finger verschwindet derweil fast über den Kartenrand. Im Norden, bei Scharnitz an der Grenze zu Deutschland, entdeckt er einen Trail, den man auch in BIKE vorstellen könnte. “Der hat Flow”, schwärmt der Kenner und zeichnet eine Linie von der Oberbrunnalm, die auf Forstwegen noch gut zu erreichen ist, hinauf zum Zäunlkopf. “Da müsst’s hochtragen”, sagt er. “Ja, der Trail hat Flow”, flankt Roli ein und fährt die Tour vom Zäunlkopf hinunter nach Scharnitz auf der Karte ab. Die Tour für morgen ist gebongt!

Den gesamten Cityguide Innsbruck und diese GPS-Daten finden Sie unten zum Download:

• Tour 1: Zirlerberg-Trails (12,1 km / 550 hm / 1:45 h)
• Tour 2: Patscherkofel (29,0 km / 1420 hm / 3:45 h)
• Tour 3: Oberbrunnalm Extrem (13,3 km / 820 hm / 2:30 h)

Weitere Touren im Artikel-PDF:

• Tour 4: Maria Waldrast (11,9 km, 765 hm, 2:00 h)
• Tour 5: Rauschbrunnen (7,2 km, 490 hm, 1:30 h)
• Tour 6: Hungerburg-Trail (1,2 km, 350 hm, 0:15 h) 

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Christoph und Harald in den Stubaier Alpen.

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Harald und Gerhard auf den Trails am Zirlerberg.

Marc Schneider am 15.09.2010
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