Seite 1: BIKE-Special 2016 Salzburger Land: Freeride XXL

Bergab in Saalbach Hinterglemm und Saalfelden Leogang

  • Marc Schneider
 • Publiziert vor 5 Jahren

Die Big-5 Challenge verbindet seit Jahren schon zwei MTB-Reviere mit einer lässigen Freeride-Tour. Für ein Freeride-Wochenende, an dem kein Supertrail mehr ungefahren bleibt, shutteln nun elf Gondeln.

Projekt: Spaßerweiterung – Freeride XXL

Wenn zwei benachbarte Reviere wie Saalfelden Leogang und Saalbach Hinterglemm so viele Trails bieten, dann reicht ein Tag nicht aus. Nimmt man sich aber ein Wochenende Zeit und verknüpft die Trails beider Regionen ganz geschickt, dann kommt dabei ein echtes Freeride-Maximum heraus. Elf Gondeln helfen dabei.

Warum nicht einfach mal groß denken? Warum nicht einfach drauflosfantasieren? Das war der Ansatz zu dieser Geschichte. Ein Gedankenspiel, ein Trail- und Gondel-Puzzle, das letztlich zur vielleicht spektakulärsten Freeride-Kombination geführt hat, die man in den österreichischen Alpen bislang gesehen hat.

Auf dem Sattel zwischen Leogang und Saalbach. Links stehen die Leoganger Steinberge Spalier.

Dabei war die Idee zunächst noch ganz unspektakulär, eher pragmatisch: Warum sollen wir die beiden benachbarten Bike-Reviere Saalfelden Leogang und Saalbach Hinterglemm in diesem Heft getrennt abfeiern? Wo sie sich als Freeride- und Touren-Reviere doch derart ergänzen. Wo es mit der Big-5 Bike Challenge den populären Freeride-Klassiker mit fünf Gondeln und 5000 Höhenmetern Abfahrts-Spaß bereits gibt, der eben beide Spots so elegant verbindet. Aber eben nur für einen Tag. Doch das ist nicht genug.

Freeride-Packung, die keinen Trail ungefahren lässt

Idee ausgesprochen, Gegenwehr keine, Begeisterung! Also ran an die Planung. Wie könnte eine derartige Mega-Runde aussehen, die ein ganzes Bike-Wochenende in den beiden Nachbarrevieren füllt? Eine Freeride-Packung muss das sein, die keinen Trail ungefahren lässt.

Die Milka-Line ist eine runde Sache. In der flüssig geshapten Spaßbahn kann man es so richtig durch die Kurven laufen lassen.

Also haben wir uns zwei Bikelocals geschnappt, Michelle Hagleitner aus Saalbach und Franz "JJ" Pfister aus Leogang, und haben sie einfach mal mit unserem Fotografen losgeschickt. Sie sollten dabei ganz intuitiv, aus dem Bauch heraus, ihren Senf zur bestehenden Route der Big-5 Bike Challenge dazugeben. Die "Big-5 XXL", mit diesem Arbeitstitel machten wir uns ans Werk. Und Michelle und JJ zeigten, wie man mit den Trails und den Gondeln, die es in beiden Revieren gibt, spielen kann. Schnell war klar, dass die Spaßerweiterung der Fünf-Gondel-Tour eine extrem gute Idee ist, denn nun enthält die Runde einen ganzen Strauß genialer Trails mehr.

Danach folgte die weitere Planung am Schreibtisch. Wie kombiniert man Trails und Lifte nun, damit man möglichst wenig Zeit und Kraft auf Transfer-Routen verliert? Bernhard Niederseer, Bike-verrückter Marketing-Mann bei den Bergbahnen, war angefixt von der Idee und legte gleich mal eine Route mit acht Gondeln auf den Tisch. Das war schon nicht schlecht, allerdings zielte diese Variante immer noch darauf ab, das Maximum aus einer Eintages-Tour herauszuholen. Doch kaum hörte Bernhard, dass es nun auch zwei Tage mit Übernachtung sein dürfen, zückte er flugs zwei weitere Gondelfahrten mit Extra-Trails aus der Schublade. So waren es schon mal zehn Gondeln.

Kleine Routen-Änderung, eine elfte Gondel – jetzt passt es perfekt

Aber das Konzept hatte noch einen kleinen Haken, denn die Runde hätte einen Gepäcktransport gebraucht. Also wurden nochmals alle Köpfe über der Karte zusammengesteckt – bis einer die Lösung entdeckte: eine kleine Routen-Änderung, eine elfte Gondel, und jetzt passt es perfekt. Wer in Saalfelden Leogang startet, kann hier nun auch schlafen. Das Gleiche gilt für Saalbach Hinterglemm. Ein Gepäcktransport ist also nicht mehr nötig. Und hier ist er nun – Tatatataaa! – der Big-5 Doppel Whopper mit extra Käse obendrauf. Mit elf Gondelfahrten lässt sich jetzt alles abgrasen, was es in beiden Revieren an Trails und Lines so gibt.

Am Schattberg-Westgipfel starten einige Supertrails von Saalbach Hinterglemm: Die letzten Meter sind aber zu schieben.

Dabei wird kaum ein Stück zweimal gefahren. Höchstens aus praktischen Gründen, zum Beispiel, weil man in Saalfelden Leogang schläft und dahin wieder zurück muss, bevor man am nächsten Tag eine weitere Runde in Richtung Saalbach dreht.

Das ist definitiv die Route, die beide Freeride-Reviere in gesamter Fülle abdeckt. Mehr geht fast nicht, auch wenn der Bikepark Leogang vielleicht noch die eine oder andere Zugabe zuließe. Doch so bleibt wenigstens noch Zeit für eine entspannte Einkehr oder auch eine individuelle Extraschleife, wenn jemand möchte. Viel Spaß!

Wo sich die Locals am liebsten rumtreiben

"In der kleinen Berghütte auf der Hacklbergalm schmeckt der Kaiserschmarrn am besten. Und auf der Leoganger Seite geht’s in die Riederalm mit ihrem kreativen Restaurant." Franz "JJ" Pfister schmeckt es auch drüben in Saalbach Hinterglemm

Michelle Hagleitner (Saalbach) und Franz "JJ" Pfister (Leogang) verraten ihre liebsten Trail-Einkehrkombinationen.


Michelle, welche Gondel würdest Du in Saalbach am liebsten zweimal nehmen?
Den Schattberg X-Press, um den Hacklberg- oder den Bergstadl-Trail nochmals zu shredden. Das ist zwar mit ein bisschen Bergauffahren und Schieben verbunden, zahlt sich aber aus.


JJ, wie sieht Deine liebste Kombi am Asitz aus?
Am meisten Spaß macht mir die Kombi aus Hangman 1 mit Flying Gangster (Freeride-Strecke) und dem Bongo-Bongo-Trail.


Was ist Euer Favorit im Nachbarrevier?
JJ: Das ist in Saalbach der Hacklberg-Trail. Der entspricht genau meinem Geschmack, der ist flowig, hat aber auch tricky Stellen, die Kombination ist perfekt.
Michelle: Ganz klar der Bongo Bongo im Bikepark Leogang, ich liebe Wurzeln und anspruchsvolle Trails.


Und wenn es etwas mehr sein darf?
JJ: Einer meiner weiteren Favoriten ist der Panorama-Trail am Kohlmais, der auch Teil der Big-5 Challenge ist.
Michelle: In Saalbach die X-Line und der Höllen-Trail, in Leogang muss ich noch die Downhill-Strecke nennen.


Wo sind für Euch die schönsten Spots zum Einkehren, mittags, aber auch nach dem Biken, und abends?
JJ: Die Hacklbergalm, eine kleine Berghütte mit lokalen Produkten und dem besten Kaiserschmarrn. Und die Sportalm am Reiterkogel mit unvergesslichem Blick ins Glemmtal. Der Chef greift auch mal persönlich zur "Zugin" (Ziehharmonika). Abends geht’s in die Riederalm, ein traditionelles, aber doch kreatives Restaurant. Oder ins Mama Thresl in Leogang, eine etwas andere Bar.
Michelle: Das Mama Thresl finde ich auch lässig. Hier bei uns geht’s tagsüber ganz klar ins Spielberghaus, die Bergstadlhütte oder die Hacklbergalm. Abends treffen wir uns in Hinterglemm im Thomsn oder im Jennerwein.

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