Italien: Trentino-Special Dolomiti Lagorai Italien: Trentino-Special Dolomiti Lagorai

Trentino: Dolomiti Lagorai Bike

Dolomiten-Region Lagorai: über 1000 km Trails

Thomas Rögner am 30.04.2015

Viel zu groß für nur einen Bike-Urlaub: Das Lagorai-Gebiet erstreckt sich von den Badeseen des Valsugana bis San Martino di Castrozza und von der Piné Hochebene durchs Val di Fiemme bis zur Marmolada.

Bei der Grand-Tour durch's Dolomiti-Lagorai-Gebiet ist der Name Programm. Denn man durchquert, gewürzt mit einzelnen Tagesrunden, die fünf Gebiete der Region, die, jede für sich genommen, schon eine Woche Bike-Urlaub wert sind. Dabei kann man wählen, ob man in den hoch gelegenen Dolomiten-Regionen des Val di Fassa startet, oder im Süden die Runde im Uhrzeigersinn beginnt. Ausgangspunkt dort ist Levico Terme am gleichnamigen Badesee Lago di Levico unweit von Trento. Für 2016 ist ein neues Gebiet dazugekommen: Die Piné Hochebene und das Cembratal dienen als Verbindungsetappe zwischen Valsugana und Val di Fiemme. So kann man die Tour in vier bis sieben Tagen abfahren. Insgesamt kommen 267 Kilometer Strecke zusammen, auf denen man 9657 Höhenmeter einsammelt. Im Sommer kann man die Liftanlagen, die von Mitte Juni bis Mitte September in Betrieb sind, benutzen und auf diese Weise ein paar Höhenmeter einsparen.

Trentino Lagorai Bike Karte

Gespickt mit Panorama- und Trail-Highlights: die Gran Tour, das Aushängeschild im Gebiet Dolomiti Lagorai Bike.

Am Ufer des Levicosees treffe ich Massimiliano Chemelli, eigentlich Sparkassenangestellter und nebenberuflich Bikeguide im Lagorai-Gebiet. Kurz überlege ich, es mir am Badestrand bequem zu machen und den grandiosen Blick auf die Dolomiten zu genießen. Sein sportliches, superleichtes Hardtail und die aus den engen Bike-Hosen hervorquellenden Oberschenkel lassen nichts Gutes ahnen. Bestimmt ist Max, wie er sich mit einem kräftigem Händedruck vorstellt, eine dieser italienischen Cross-Country-Raketen. Er soll mir ein paar Highlights der Region zeigen, wie sie auch in der Grand-Tour eingebunden sind. Nach kurzer Diskussion einigen wir uns auf eine eher harmlos aussehende, kürzere Runde oberhalb von Levico, die weite Blicke ermöglicht und uns zum Val dei Mocheni, dem Fersental, führt. Dies ist nur ein Teil der ersten Etappe der Grand-Tour, die im Original dann weiter über den Pass Palù und den Manghen-Pass nach Cavalese im Val di Fiemme verläuft.

Fotostrecke: Trentino: Dolomiti Lagorai Bike

Singletrail-Surfen Valsugana: besser als Fliegen

Zum Glück legen wir den Asphaltanstieg hinauf nach Vetriolo schweißsparend im Shuttle zurück. In unzähligen Kehren schraubt sich die kleine Provinzstraße den Monte Fronte hinauf. Exakt 1000 Höhenmeter später stehen wir am Startpunkt der Tour delle Pozze. Außer uns tummeln sich hier noch einige Gleitschirmflieger. In dem leicht verschlafenen Dörfchen herrscht nur in der Bar gegenüber des Parkplatzes etwas Leben – das muss an dem überirdischen Blick hinab ins Valsugana und zu den gegenüberliegenden Brenta-Dolomiten liegen.

Als Max kurz darauf gemächlich mit der Kette auf dem mittleren Blatt den Waldweg bergauf tritt, bleibt mir erst mal die Luft weg. Wie ein Hamster im Laufrad strample ich mit höchster Frequenz und komme doch nicht hinterher. Der Kerl ist noch fitter als befürchtet. Am liebsten würde ich jetzt mit dem Dicken von vorhin tauschen, der so entspannt unter seinem Gleitschirm hing.

Doch spätestens bei der Abfahrt auf einem superschmalen Singletrail von La Bassa weiß ich wieder, dass ich doch in der richtigen Sportart gelandet bin, mehr Spaß kann man auch beim Fliegen kaum haben. Leichtes Gefälle, handtuchbreiter Pfad in der Almwiese. Auf dem Geläuf sind gerade so viele Steine und später im Wald Wurzeln drapiert, dass man konzentriert bleibt, aber nicht überfordert wird – perfekt. Später geht’s dann in heftigeren Kehren und über ein paar höhere Stufen hinab zur Schotterstraße Richtung Rifugio Serot. Eine kleine Genugtuung für mich: An den kniffeligen Stellen schultert Max prompt sein Hardtail und sieht mir lieber zu, wie ich auf meinem 140er-Fully um die Spitzkehren zirkle. "Das habe ich mir gedacht, dass Dir der Weg gefällt", grinst er. "Ich bin viele Rennen gefahren. Da weiß ich aus Erfahrung, dass ich an solchen Stellen zu Fuß schneller bin." Obwohl die Speisekarte der Agritur Rincher verlockend klingt, ziehen wir uns nur schnell einen doppelten Espresso rein, was sich als vorteilhaft erweist. Denn nach der Pause geht es noch einmal bergauf, und Max kennt keine Gnade. Ich bin wirklich froh, als ich die kleine Bar in Vetriolo wiedersehe. 

Am nächsten Tag erkunde ich mit Daniele Acler, Guide und Mitbesitzer eines Bike-Hotels in Levico, die gegenüberliegende Talseite. Eine alte Militärstraße aus dem ersten Weltkrieg führt uns auf die Hochebene von Lavarone und den Kamm des Cima di Vezzena. Auch von hier erstreckt sich der Blick bis in die bleichen Türme der Brenta-Dolomiten. Als Highlight hat Daniele eine Abfahrt über den alten Kaiserjägersteig eingeplant, die er eventuell als Tour für seine Bike-Gäste anbieten möchte. Doch die ist haarig. An vielen Stellen geht es linkerhand senkrecht bergab, der Trail ist oft weniger als einen Meter breit – absolute Schwindelfreiheit, Bike-Beherrschung und gute Nerven sind Voraussetzung für diesen ausgesetzten Bike-Spaß. Unten in Quaere muss ich erst einmal die verkrampften Unterarme ausschütteln. Für sichere Biker ein Traum, für alle anderen eher ein Alptraum. "Das war nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Wegenetz der Miliärstraßen", versichert mir Daniele beim Abschluss-Cappuccino. Das glaube ich gerne, allein diese zwei Tage haben mir das unglaubliche Spektrum des Valsugana gezeigt.

San Martino di Castrozza, Primiero und Vanoi: Spaß und Abenteur im Herzen des Naturpark Paneveggio – Pale di San Martino

Am nächsten Tag guidet mich Giancarlo allein über den Passo Rolle ins Traumtal der Region, ins Val Venegia, über dem die bleichen Zacken und Türme der berühmten Pale di San Martino aufragen. Diese Region ist ein absolutes Muss für jeden Mountainbiker. Direkt am Fuß der beeindruckenden Wände entlangzufahren und dann vom Passo Costazza zurückzublicken, ist schwer zu toppen. Bei der Grand-Tour ist dies Teil der vierten Etappe, und man übernachtet dann in San Martino di Castrozza.

So kann mir der perfekt deutsch sprechende Giancarlo nur vorschwärmen von den weiteren Touren im Val di Fassa, die man auch noch bequem mit den Seilbahnen des Skigebiets erreichen kann. Natürlich darf der Klassiker, die Umrundung des Sella-Stocks, in der Aufzählung nicht fehlen. Oder die relativ harte Tour ins Val Duron und auf die herrlich gelegene Hütte Micheluzzi. Vom Pordoi-Joch aus, oberhalb von Canazei, erschließen sich weitere Traum-Touren, dabei begleitet einen die Königin der Dolomiten, die Marmolada mit ihrem charakteristischen großen, schneebedeckten Pult.

Italien: Trentino-Special Dolomiti Lagorai

Berauschende Aussichten im Val di Fassa, am Sassolungo.

Könnten wir der Grand-Tour folgen, ginge es von San Martino di Castrozza hinauf auf den Passo della Gobbera, weiter nach Canal San Bovo und durchs Val Cia, von wo man sich auf den Passo 5 Croci hocharbeiten muss. Mit Blick auf das Massiv des Cima d’Asta läuft es dann fast zwanzig Kilometer bergab nach Telve Valsugana. Der sechste und letzte Etappentag schließt dann die Runde: über die Agritur Rincher nach la Bassa und hinab nach Levico Terme – da wäre ich genau auf der Tour vom ersten Tag. Nach diesen Highlights in den verschiedenen Ecken des Lagorai ist mir klar: Die Grand-Tour steht fest auf meiner Liste. Am liebsten mit allen meinen neuen italienischen Freunden. Aber Max darf erst am letzten Tag vorne fahren.

Genussbiken vom Feinsten im Val di Fiemme

Szenenwechsel. Statt mit dem Bike läuft der Transfer ins Val di Fiemme mit dem eigenen Auto. Dort wartet der Chef der Bike-Schule Dolomiti Experience, Giancarlo Bettin, auf mich. Zwar fährt auch er ein Hardtail, lässt es aber bergauf wesentlich entspannter angehen als sein Kollege Max aus dem Valsugana. Zudem haben wir vier italienische Gäste dabei, für die Fahrspaß eindeutig vor Konditionsbolzerei geht. Zum Warmfahren geht’s auf Schotterwegen von Cavalese hinauf zum Passo Cugola (Kugelpass) und weiter zum Passo d’Oclini. Diese Region erfährt man sich am dritten Tag der Grand-Tour von Cavalese und Predazzo aus. Die Postkarten-Dolomiten-Kulisse von Rosengarten und Latemar baut sich vor uns auf, eine Hütte nach der anderen steht zur Einkehr bereit – Genuss-Biken vom Feinsten. Die berühmte Latemar-Runde ist mit dem Lift von Predazzo zum Feudopass erreichbar. Danach wird Obereggen erreicht und von dort geht's bis zum Karersee. Nach vier Kilometer Anstieg ist der Passo Costalunga erreicht, von hier fährt man wieder bergab nach Moena und auf dem Radweg zurück nach Predazzo. Diese Tour umrundet das eindrucksvolle Bergmassiv Latemar und bietet einige der eindrucksvollsten Panoramen der Dolomiten. Weitere Infos dazu unter www.visitfiemme.it

Spektakuläre Kulisse für Gravity-Biker und Familien gleichermaßen

Da musste erst ein Snowboarder kommen, bevor das Potenzial für Bikeparks im Skigebiet Val di Fassa genutzt wurde. Der 38-jährige William Basilico kümmert sich im um das Bike Park Resort Belvedere bei Canazei. Spektakulärer als hier können Strecken kaum liegen. Vom Col dei Rossi (2383 m) geht’s unterhalb des Pordoi-Jochs in den Ort (1450 m) hinunter. Drei Varianten (DH, Fourcross und Freeride) sind angelegt. Durch die Höhenlage öffnet der Park meist erst Mitte Juni und schließt Ende September. Von 8:30 bis 12:30 Uhr und 13:45 bis 17:20 Uhr laufen die Steighilfen. Weitere Infos auf www.fassa.com/bike

Italien: Trentino-Special Dolomiti Lagorai

Schöner fliegen im Bikepark Belvedere vor dem Sella-Stock.

Auch in San Martino di Castrozza setzt man auf Downhill-Spaß und Dirt-Spiele. Wild und abwechslungsreich präsentiert sich dort die Anlage San Martino Bike Arena. Die Strecken verlaufen durch die Wälder der Alpe Tognola. Atemberaubende Kurven, Sprünge und künstlich angelegte Holzelemente führen über einen Höhenunterschied von insgesamt über 500 m ins Tal – vor der großartigen Szenerie der Palagruppe. Neben der neu überarbeiteten Downhill-Strecke stehen noch Enduro- und Cross-Country-Strecken im Portfolio. Je nach Schneelage öffnet der Park ebenfalls meist Mitte Juni und schließt Ende September. Dann ist von 08:30 bis 17:00 Uhr durchgehend geöffnet. Leihbikes sind vor Ort im 1. Stock der Talstation der Tognola Gondelbahn bei Bike SkiSport erhältlich. Weitere Infos auf sanmartinobikearena.com

Das Valsugana und das Val di Fiemme hingegen befriedigen mit gemäßigten Allround-Angeboten und verschiedenen E-Bike-Projekten die Wünsche von Genussradlern und Familien. Die Radwege vorbei am Lago di Levico und Lago di Caldonazzo führen ins unberührte Hinterland.

Die Top-Touren der Region Dolomiti Lagorai Bike (GPS-Download unten)

Italien: Trentino-Special Dolomiti Lagorai Top-Touren

Von Vetriolo führt die Tour Delle Pozze (kleine Karte) an den Hängen des Monte Panarotta entlang. Ab Predazzo geht es in das Val Venegia oder in die bleichen Berge (Pale di San Martino), oder beides.

Valsugana – Tour delle Pozze
Diese hoch gelegene Runde startet auf über 1400 Metern Höhe in der kleinen Ortschaft Vetriolo und führt an den Hängen des Monte Panarotta, zwischen dem Valsugana und dem Valle dei Mocheni, entlang. Der Parkplatz an einer kleinen Bar ist auch Startplatz für die Paragleiter. Weite Blicke Richtung Bassano del Grappa und hinab ins Valsugana zeichnen diese Runde neben zwei weiteren Pluspunkten aus: ein genialer Singletrail mit leichtem Gefälle parallel zum Hang und mehrere Hütten zur Einkehr wie die Agritur Rincher. Fährt man die Runde im Uhrzeigersinn (entgegen der Angabe in der MTB-Karte) brennen zwar beim ersten Anstieg die Oberschenkel, da keine Zeit zum Warmfahren bleibt, dafür wartet definitiv mehr Abfahrtsspaß in dieser Richtung. Ab dem höchsten Punkt La Bassa (1830 m) geht’s auf Trails, Waldwegen, Schotter und Teer bergab. Nach der Einkehr im Rincher warten noch einige Höhenmeter auf dem Weg zurück, auf die man wirklich gerne verzichten könnte.

Valsugana – Tour delle Pozze – 26 km  1050 hm  3 h
Kondition (5 Punkte max.) 3 Punkte
Fahrtechnik (5 Punkte max.) 3 Punkte
Panorama (5 Punkte max.) 4 Punkte
Schwierigkeit MITTEL

Cavalese-Pässe- und Almen
Joche und Pässe bis zum Abwinken und dazu einer der schönsten Blicke in die Dolomiten: die hoch erhobenen, steilen Riffe von Catinaccio (Rosengarten) und Latemar. Vor diesem Panorama stehen allerdings knapp 1000 Höhenmeter auf dem Tacho, die man sich von Cavalese zum Kugeljoch gemächlich hochgeschraubt hat. Bei der anschließenden Umrundung des Corno Nero mit Blick auf Corno Bianco rollt man zum Passo d’Oclini und weiter zum Passo di Lavaze, der die Grenze des Trentino zur Provinz Südtirol markiert. Größtes Problem der Tour stellt die Wahl der Mittagseinkehr dar. Denn die Almen scheinen sich mit den Panorama-Blicken übertrumpfen zu wollen. Erste Station wäre die Grundin­alm. Die Auer-Leger-Hütte hat den einzigen Nachteil, dass man von der Route abweicht, mit zusätzlichen 80 Höhenmetern. Die Malga Varena bietet den weitesten Blick nach Südosten bis zum Schlern. Leckere Pasta haben sie alle, glücklicherweise geht es danach nur noch bergab zurück ins Val di Fiemme.

Cavalese-Pässe- und Almen – 40 km  1200 hm  5:30 h
Kondition (5 Punkte max.) 3 Punkte
Fahrtechnik (5 Punkte max.) 2 Punkte
Panorama (5 Punkte max.) 5 Punkte
Schwierigkeit MITTEL

Val Venegia – Pale san Martino
Direkt unterhalb der Pale di San Martino – majestätische und elegante Berge aus einst von Korallen abgelagertem Kalkstein – führt eine alte Militärstraße in mehreren Schleifen und wunderbar tretbarer Steigung entlang. Im Vergleich zum vorherigen Anstieg zum Passo Lusia ein Traum. Begleitet von Cimon della Pala und Cima della Vezzana erobert man komplett im Frieden mit sich und allen anderen den Passo Costazza. Von der dort gelegenen Baita Segantini gönnt man sich einen Cappu und blickt genüsslich zurück. Eine ebenso wunderbar gelegene Terrasse wartet auf der Capanna Cervino, deren Fotos die Ski- und Langlauf-Legenden der Region zeigt. Durchs Skigebiet rauscht man hinab zum Lago di Paneveggio und an dessen Ostufer entlang. Bärig die enge Schlucht Sotto Sassa, die uns zurück nach Predazzo führt. Die Tour startet dort mit langem Asphaltanstieg ins Skigebiet Lusia und ist dann eine Kombination aus Nr. 232 und Nr. 234 der Val-di-Fiemme-Bike-Karte. Wer nur das Val Venegia erkunden will, kann dies auch in 22 Kilometern tun.

Val Venegia – Pale san Martino – 40 km  1700 hm  6 h
Kondition (5 Punkte max.) 4 Punkte
Fahrtechnik (5 Punkte max.) 2 Punkte
Panorama (5 Punkte max.) 5 Punkte
Schwierigkeit MITTEL

Malga Stramaiolo – Moila di Piné
Diese mittelschwere Tour startet und endet in Miola di Piné. Die Runde verläuft an der westlichen und nordwestlichen Flanke der Berge Dosso di Costalta, Pontara, Stramaiolo und Campidei. Der erste Teil verläuft vollständig im Wald und führt zu den Weiden der Malga Stramaiolo Bassa, wo man auch einkehren kann. Dort öffnet sich das Panorama auf die Hochebene und die Brenta-Dolomiten. Der Rückweg führt an drei Seen des Tals vorbei über die Ortschaft Brusago bis nach Baselga di Piné. Zwei Abschnitte – insgesamt etwa 250 Meter – muss man das Rad schieben.

Malga Stramaiolo – 32 km  1107 hm  3-4 h
Kondition (5 Punkte max.) 3 Punkte
Fahrtechnik (5 Punkte max.) 2 Punkte
Panorama (5 Punkte max.) 4 Punkte
Schwierigkeit MITTEL

Infos Dolomiti Lagorai

Bike-Routen

45 ausgeschilderte Bike-Touren summieren sich zu 1150 Kilometern mit 42000 Höhenmetern unter dem Schirm der Dolomiti-Lagorai-Region. Neu: Die Grand-Tour (6 Tage) im Uhrzeigersinn startet in Levico Terme und weist
320 km/8800 hm auf. Beim Start in Moena geht es gegen den Uhrzeigersinn über 353 km/10470 hm. Aber: Lift-Benutzung möglich!

Regionen und Lage

Das Valsugana liegt zwischen Trento und dem Veneto, die Badeseen Lago di Caldonazzo und der Lago di Levico liegen auf etwa 500 Metern Höhe und sind Ausgangspunkte für Touren auf die umliegenden Berge. Die Saison kann hier schon im April beginnen und bis Oktober reichen. Infos: www.visitvalsugana.it/bike

Italien: Trentino-Special Dolomiti Lagorai

Auf dem Kamm des Cima di Vezzena: Blick zur Brenta und ins Valsugana, wo sich die Zwillingsseen Lago di Levico und Lago di Caldonazo aneinanderschmiegen.

Das Val di Fiemme ist im Winter Langlaufparadies, größte Orte sind Predazzo und Cavalese. Auf der nördlichen Hangseite führen die Touren hinauf zum Jochgrimm und zum Lavazé-Pass an die Grenze nach Südtirol mit Latemar- und Rosengartenpanorama. Südlich erhebt sich die Lagorai-Gruppe mit Gipfeln bis 2800 Meter. Infos: www.visitfiemme.it

Das Val di Fassa schließt sich nördlich ans Val di Fiemme an, rundherum liegen die schönsten Dolomiten-Gipfel wie Sella, Rosengarten, Latemar, Langkofel und die eindrucksvolle Marmolada mit ihrer typischen Schneefläche.

Die Hochebene von Piné und das Valle di Cembra eignen sich aufgrund der besonderen Bodenbeschaffenheit und der vielen flach verlaufenden Wege vor allem für Mountainbike-Einsteiger. Zu den beliebtesten Touren zählen die Touren um die verschiedenen Seen, insbesondere die um die beiden auf der Hochebene von Piné gelegenen Seen "Serraia" und "Piazze". Dennoch fehlt es dort nicht an anspruchsvolleren Trails, wie z. B. nach Costalta, zur Malga Stramaiolo oder zum Redebus-Pass.

Sella Ronda Wie eine uneinnehmbare Festung ragt das wuchtige Sellamassiv über den Orten Wolkenstein, Corvara und Canazei. Doch Mountainbiker können die Festung in nur einem Tag kapern: mit Hilfe der Bergbahnen. Canazei auf 1500 Metern ist Startpunkt der Sella-Ronda, gut 50 Kilometer und 3500 Höhenmeter legt man gegen den Uhrzeigersinn zurück, nur etwa 1500 davon muss man selber pedalieren. Im Uhrzeigersinn: 60 Kilometer, 4380 Höhenmeter (netto zu treten: 730). www.fassa.com

San Martino di Castrozza hat den besten Blick auf die Pale di San Martino. Neun Bike-Hotels unterschiedlicher Kategorien heißen Mountainbiker herulich willkommen. An der Alpe Tognola mit Gondel soll eine Downhill-/Freeride-Strecke eröffnet werden, der Bikepark mit zwei Downhill-Strecken heißt San Martino Bike Arena. www.sanmartino.com

Bikeshops

Ganze 27 Fahrrad-Shops verteilen sich auf die gesamte Region Dolomiti Lagorai Bike. Speziell ausgerüstete Bike-Shops unter anderem: In Levico Terme, Pergine Valsugana, Caldonazzo und Borgo Valsugana. In Cavalese, Predazzo, Ziano, Tesero. In San Martino di Castrozza und Primiero. In Moena, Soraga, Pozza di Fassa, Canazei. Shops, Shuttles und Mountainbike-Schulen finden auf der Webseite www.dolomitilagoraibike.it, Filter zu den einzelnen Unterregionen erleichtern die Suche.

Unterkünfte

Hier geht's direkt zur Übersicht der Bike-Hotels und Unterkünfte in der Region Dolomiti Lagorai >>


Karten

Bike-Karten Valsugana, San Martino di Castrozza und Primiero, Val di Fiemme und Val di Fassa des Tourismusverbandes. Kompass-Karten Nr. 686 Val di Fassa, Nr. 618 Val di Fiemme, Nr. 622 San Martino di Castrozza, Nr. 75 Trento-Levico-Lavarone und Nr. 621 Valsugana-Tesino, 4Landkarte Nr. 107 und 108, Val di Fiemme Orientale u. Occidentale.

Anreise

Über die Brenner-Autobahn Ausfahrt Trento erreicht man nach 30 Minuten das Valsugana. Im Juli und August hat der Regionalzug von Trento Platz für 32 Bikes. Von Ostern bis September befördert ein Bus Bikes auf der Strecke Trento-Bassano (nur am Wochenende). Die Regionen Val di Fiemme und Val di Fassa erreicht man über die Ausfahrt Egna/Auer, von dort etwa 30 Minuten Fahrt nach Canazei. Von Predazzo in 30 Minuten über Passo Rolle nach San Martino di Castrozza, 20 min weiter ins Primiero-Tal (12 km).

Touren-Literatur
Bike-Guide Dolomiten, Ralf Glaser, Delius Klasing Verlag, www.delius-klasing.de

Alle weiteren Infos zur Region gibt's auf der Webseite: www.dolomitilagoraibike.it

Die GPS-Daten der oben beschriebenen Touren können Sie im Anschluss an diesen Artikel kostenlos herunterladen.

Thomas Rögner am 30.04.2015
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