Seite 1: Mountainbike-Touren in den Westalpen

MTB-Touren und Trails im Piemont und Aostatal

  • Gitta Beimfohr
 • Publiziert vor 2 Jahren

Dort, wo sich der Alpenhauptkamm gen Süden biegt, drängeln sich die 81 Viertausender der Westalpen – Kaum eine Bergflanke ist ohne lohnende Abfahrt. Ein Trail- und Touren-Paradies für Mountainbiker.

Gerade mal einen Viertausender können die Ostalpen vorweisen (Piz Bernina, 4049 m). Entsprechend gigantisch wirkt das Spektakel, wenn man die Welt der Westalpen erreicht. Mont Blanc, Matterhorn, Monte Rosa, Dufourspitze, Eiger, Mönch und Jungfrau – das Panorama auf die ewig weißen Gipfel krönen jeden noch so harten, langen Anstieg. Schon das wäre ein Grund für die längere Anreise in die Westalpen. Aber es kommt ja noch besser, den hier warten natürlich auch die längsten Trail-Abfahrten Europas. Allerdings muss man sich in den West­alpen auf völlig andere Bedingungen einstellen. Gut gepflegte Schotterstraßen und Trails findet man nur in den bekannten, großen Skigebieten im Norden. Je südlicher man kommt, desto natürlicher und verfallener ist das Wegenetz. Hier sind die Anstiege in hochalpine Regionen nicht nur lang, sondern auch grobgeröllig und von Schlaglöchern durchsetzt. Gen Ende eines Passanstiegs warten sogar meist Schiebe- und Tragepassagen. Die Abfahrts-Trails machen dafür umso mehr Spaß. In den Gipfelregionen ziehen sie sich fast flowig mit viel Panorama dahin. Die baumfreie Zone ist hier schließlich deutlich breiter als in den Ostalpen. Erst mit dem Eintauchen in den Wald zieht der Schwierigkeitsgrad der Trails meist deutlich an.

Wer die Westalpen vom Genfersee bis zum Mittelmeer überqueren will, sollte sich besser 14 Tage Zeit nehmen, absolut fit und bergerfahren sein. Südlich der Skiresorts tourt man durch fast menschenleeres Gebiet, Handy-Empfang ist rar, und der launenhafte Atlantik schickt auch gern mal ein Tiefdruckgebiet herüber. Da mietet man sich doch besser in einem der Supertrail-Täler ein, nutzt den Shuttle-Service und genießt jede Abfahrt einzeln. Die besten Regionen samt ihrer Trail-Ikonen haben wir auf den folgenden Seiten zusammengetragen.

Westalpen



Maut in der Schweiz

In der Schweiz gibt es nur Jahres-Vignetten für die Autobahnen, Kostenpunkt: 35,75 Euro. Liegt der Große St. Bernard-Tunnel auf Ihrer Strecke, sind für Hin- und Rückfahrt noch mal 43,10 Euro fällig. Das allgemeine Tempo-Limit liegt in der Schweiz übrigens bei 120 km/h. Werden Sie mit 20 km/h zu viel geblitzt, kostet das 155 Euro Strafe. Handy am Steuer: 85 Euro.

Vignette für die Schweiz


1. Valle Maira: Gardetta-Hochebene (49 km | 1972 hm | 6 h)


Die Tour Im westlichsten Zipfel Italiens gräbt sich das Valle Maira in die Cottischen Alpen. Herzstück des Tals ist die Gardetta-Hochebene, wo einst Franzosen und Italiener ihre Konflikte austrugen. Deshalb strotzt diese Region nur so vor alten Militär-Trails. Aber natürlich auch vor Höhenmetern, denn wir sind ja in den deutlich höheren Westalpen. Allerdings kann man die 1972 Höhenmeter dieser Runde deutlich verkürzen, wenn man den Anstieg von Marmora bis zum Colle del Preit mit dem Shuttle zurücklegt. Zum Passo Gardetta türmen sich dann noch knapp 450 Höhenmeter, bevor man sich in den ersten drei Kilometer langen Trails stürzt. Bilderbuch-Serpentinen versüßen den nächsten 400-hm-Anstieg zum Col Chiarbonet, wo ein echter Supertrail durch lichten Wald wartet.


Kondition   5 von 5 Punkten
Fahrtechnik   4 von 5 Punkten
Landschaft   5 von 5 Punkten  
Schwierigkeit   schwer

Infos: GPS-Daten, Höhenprofile und Übernachtungsadressen zum Valle Maira im Piemont

Valle Maira: Gardetta-Hochebene


2. Aostatal: Cogne-Paradiso-Trail (7,7 km | 2092 hm | 5:30 h)


Die Tour Viele gefeierte Supertrails sind im Aostatal zu Hause, daher ist es gar nicht leicht, sich einen herauszugreifen. Doch der Cogne-Paradiso ist nicht nur extrem lang, sondern durch seine Gratwanderung zum Col Tsa Sètse hinüber auch noch abenteuerlich und wegen seiner Aussicht auf den Gran Paradiso fast schon majestätisch schön. Auch hier lässt sich die steile und lose Schotterauffahrt mit Liften verkürzen. Erst aus dem Aostatal nach Pila hinauf und von dort weiter mit dem Grimod und Couis (nur Juli und August!). Danach folgt noch die oben erwähnte 45-minütige, teils ausgesetzte, Schiebepassage zum Pass hinauf. Und dann kommt’s: Etwa 1200 Tiefenmeter feinster Natur-Trail wickeln sich über die Alp Arpisson bis ins Bergdorf Cogne hinunter.


Kondition   5 von 5 Punkten
Fahrtechnik   5 von 5 Punkten
Landschaft   5 von 5 Punkten  
Schwierigkeit   schwer

Infos: GPS-Daten, Höhenprofile und Übernachtungsadressen zum Aostatal

Aostatal: Cogne - Paradiso-Trail


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