Italien: Sella Ronda

  • Robert Thätig
 • Publiziert vor 17 Jahren

Vor 250 Millionen Jahren noch ein Korallenriff im Meer, heute eine der imposantesten Felsbastionen der Dolomiten: der Sellastock. Skifahrer umrunden ihn mit Hilfe der Lifte, Mountainbiker müssen sich die fantastische Kulisse hart erarbeiten. (BIKE 10/2003)

Pfeifender Atem, der Puls hämmert im Kopf – nach kurzer Einrollphase geht das Wegband unverzüglich in die Direttissima über. Die letzten Meter zum Holzkreuz hinauf sind nur noch schiebend möglich. Doch dann öffnet sich plötzlich das weitläufige Almgebiet um den Pian de Frea. Die Muffreittürme! Hinter dem saftigen Almgrün ragen ihre zerklüfteten Wandfluchten aus dem gewaltigen, urversteinerten Meeresriff. Der Mythos Sella Ronda hat uns fest im Griff. Bei kaum einer Alpenrunde liegen Leid und totale Euphorie so nah beieinander, wie bei diesem Dolomiten-Klassiker. Regelmäßig folgen atemberaubendere Aussichten auf brutal steile Anstiege – und umgekehrt. So scheint es.

Für Mountainbiker stellt der wuchtige Sella-Felsstock eine uneinnehmbare Festung dar, die wenigen Einschnitte und Kare münden meist in Klettersteige, auf denen sich besser die Erben Luis Trenkers tummeln sollten. Die Lösung heißt also: außen herum, über die Sättel – Sella Ronda eben! Doch wir wollen die sommers wie winters stark frequentierten Asphaltbänder so weit wie möglich meiden. Also weichen wir auf die alten ladinischen Saumwege Troi Pajan, Viel del Pan und Troi Salei aus, die über malerische Almen um die Gralsburg der Ladiner führen. Die Wege wurden damals natürlich nicht fürs Mountainbike angelegt, so dass die Anstiege durchwegs recht knackig ausfallen und so den anspruchsvollen Charakter der Sellarunde prägen.


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Die komplette Runde um den Sella-Stock misst 58 Kilo- und knapp 3000 Höhenmeter. Für sehr gut trainierte Biker ist sie an einem Tag zu schaffen. Allerdings raten wir dazu, die Runde in zwei Tagesetappen aufzuteilen. Die Anstiege sind steil, und das erkämpfte Panorama sollte man ausgiebig genießen. Ähnlich wie im Winter kann man die Runde in beiden Richtungen fahren, wobei die spektakuläre Streckenführung im Uhrzeigersinn mehr Trails, dafür aber heftigste Auffahrten mit Schiebeabschnitten verspricht. In der Gegenrichtung werden die hochprozentigen Uphills durch längere Asphaltpassagen etwas entschärft und so die zu bewältigenden Schwierigkeiten merklich verringert.

Themen: ItalienRondaSella

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