Dolomiten: Hüttentour über die Pale di San Martino Dolomiten: Hüttentour über die Pale di San Martino Dolomiten: Hüttentour über die Pale di San Martino

Italien | Trient: Supertrail Rifugio Rosetta

Dolomiten: Hüttentour über die Pale di San Martino

  • Gitta Beimfohr
 • Publiziert vor 3 Jahren

Fünf Bikes, vier Leser und eine Traum-Tour mit Hüttenübernachtung: Wir haben das beste Konzept eines Alpen-Bikes gesucht und gingen dafür mit unseren Lesern in den Dolomiten auf Test-Tour.

Auf der Suche nach dem besten Alpen-Bike haben wir uns etwas ganz Besonderes ausgedacht. Wir luden vier Leser ein, mit einem unserer Redakteure fünf Bikes aus verschiedenen Kategorien zu testen. Für den Vergleich wählten wir ein Trailhardtail, ein Racefully, ein Trailbike, ein All Mountain und ein Enduro aus. Hier die Erläuterungen der Bike-Kategorien und die jeweiligen Vertreter im Test:

Markus Greber Alutech Cheaptrick, 1999 Euro – Das Hardtail ist die Urform des Mountainbikes. Ohne gefedertes Heck ist diese MTB-Gattung deutlich günstiger als die Fullys und dabei auch noch bis zu 1,5 Kilo leichter. Klassische Hardtails haben eine Gabel mit 100 Millimetern Federweg und strotzen nicht gerade mit Komfort. Unser Test-Bike ist ein spezielles Trailhardtail mit 130 Millimetern Federweg an der Front. Es soll Abfahrtsspaß zum attraktiven Preis möglich machen.

Markus Greber Canyon Lux CF SL 7.0 Race (2999 Euro) – Racefullys sind nicht nur für Marathon-Fahrer die erste Wahl, sondern schlagen sich auch auf gemäßigten Touren perfekt. Mit 100 bis 110 Millimetern Federweg an Front und Heck sowie schmalen Reifen hält sich der Abfahrtsspaß auf kniffligen, verblockten Abfahrten jedoch in Grenzen. Wie Hardtails sind auch Racefullys fast nur noch mit großen 29-Zoll-Laufrädern erhältlich.

Markus Greber Scott Park 720 (3599 Euro) – Das Trailbike soll Abfahrtsspaß und Vortrieb wie keine andere Kategorie verquicken. Die kategorietypischen 130 Millimeter Federweg machen mittelschwere Abfahrten genießbar. Teleskopstützen für mehr Trail-Spaß sind in diesem Segment Standard.

Markus Greber Focus Jam C Pro 27 (3799 Euro) – All Mountains sind wie Trailbikes vor allem auf den Touren-Einsatz abgestimmt. Mit bis zu 150 Millimetern Federweg stellen sie jedoch den Spaß in der Abfahrt in den Vordergrund.

Markus Greber Cube Stereo 150 C:62 SL 29 (3499 Euro) – Enduros fühlen sich vor allem in steilen, anspruchsvollen Abfahrten wohl. Grobstollige Reifen, dicke Federelemente und starke Bremsen schrecken vor keinem Singletrail zurück. Aber die abfahrtslastige Ausstattung schlägt aufs Gewicht. Lange Touren könnten mit einem Enduro anstrengend werden.

Klar, dass bei diesem Test nicht irgendeine Testrunde in Frage kommen konnte, schließlich sollte sie alles beinhalten, was den ambitionierten Tourenbiker in den Alpen erwartet - inklusive einer Hüttenübernachtung als Highlight. Die Rifugio-Rosetta-Trail-Runde über die Pale di San Martino gehört zu den schönsten Hütten-Touren in den Dolomiten, weil sie mit den leuchtend-weißen Felsen so dicht auf Tuchfühlung geht. Aber die Runde ist nicht nur landschaftlich ein absoluter Traum. Auch fahrtechnisch enthält sie sämtliche Facetten: ein langer Anstieg, knackige Rampen, zwischendurch und am Ende ein anspruchsvoller Abfahrts-Trail mit zackigen Richtungswechseln – perfekt für unseren Leser-Bike-Test.


TOURDATEN

  • Rifugio-Rosetta-Trail-Runde
  • 52,7 km / 1225 hm / 2920 tm / 2 Etappen
  • Trail-Anteil: 28 Prozent


ETAPPE 1 Startpunkt: Canale d’Agordo. Von der Piazza des Ortes geht es auf einer leicht ansteigenden Schotterstraße sieben Kilometer nach Falcade. Dort steigt man in den neuen Lift und spart sich 900 Höhenmeter des Asphaltanstiegs zum Passo Valles hinauf. Diesen Pass schießt man auf der anderen Seite zwar auch auf Teer wieder bergab, doch nur bis zum Eingang ins Val Venegia, wo das Panoramakino der Tour beginnt.

Markus Greber Das Val Venegia hat nicht nur eine beeindruckende Bergkulisse, sondern auch breite Schotterstraßen, auf denen sich perfekt die ersten Höhenmeter der Tour schrubben lassen.

Markus Greber Die Baita Segantini bietet nach gut 90 Minuten Anstieg die perfekte Einkehrmöglichkeit. Und für uns die Gelegenheit zum Bike-Tausch.

Ein weißes Schotterband windet sich zu Füßen der Pale di San Martino das Tal hinauf. Kurve für Kurve in stets angenehmer Steigung – die imposanten Felstürme stehen Spalier. Oben an der Baita Segantini: Reicht die Zeit noch für einen Cappuccino, oder lieber zügig in den Trail zum Passo Rolle und weiter nach San Martino di Castrozza abfahren? Die letzte Seilbahn startet dort nämlich um 16:15 Uhr und ist für Biker die einzige Möglichkeit, um das Hochplateau und damit das Rifugio Rosetta zu erreichen. Oben auf dem Altopiano reibt man sich die Augen: Ein in den Fels geschlagener Weg führt zum Rifugio hinüber, die Aussicht: sensationell.

Markus Greber Jetzt aber weiter – das Wahnsinnspanorama zwingt uns immer wieder zu kurzen Zwischenstopps.

Markus Greber Die Seilbahn in San Martino di Castrozza ist für Biker die einzige Möglichkeit, um das Hochplateau und damit das Rifugio Rosetta zu erreichen.

Markus Greber Das Hochplateau vor dem Rifugio Rosetta am zweiten Tag erinnert mit seiner kargen Steinwüste fast schon an eine Mondlandschaft.

Markus Greber Neben den Kohlenhydrat- und Flüssigkeitsdepots werden auf der Hütte auch die digitalen Helferlein aufgeladen.

Markus Greber Obwohl jeder in der Gruppe Biken auf eine andere Art definiert: Auf der Hütte kristallisieren sich die Gemeinsamkeiten der Leser heraus.


ETAPPE 2 Von der Hütte windet sich der Felsweg zwar mehrheitlich bergab, aber es warten auch noch drei gemeine Rampen, bevor es in den finalen Abfahrts-Trail hineingeht. Im weiten Zickzackkurs schraubt sich der Pfad nun eine Felsarena bis zur Malga di Prai hinunter. Das lose Geröll verlangt gerade im oberen Teil höchste Konzentration. Dann auf Schotter das idyllische Tal bis nach Canale hinunterrollen.

Markus Greber Unsere Lesertester genießen den Sonnenaufgang über den Dolomiten. Gleich geht es zurück ins Tal.

Markus Greber In den Dolomiten zeigen sich die Alpen von ihrer rauen Seite. Immer wieder lassen uns die scharfkantigen Steine Luft aus den Reifen.

Markus Greber Einmal musste sogar eine Schneezunge überquert werden.

Markus Greber Glücklich und um wertvolle Erfahrungen reicher – das Leser-Test-Team (von links): Andreas Poschenrieder, BIKE-Redakteur Ludwig Döhl, Heinz Hinterwimmer, Martin Hunglinger und Anton Perfoll.


INFO Rifugio Rosetta, geöffnet 16.6.–24.9.18, Übernachtung mit HP 53 Euro, Tel. 0039/3495331742, www.rifugiorosetta.it

Seilbahn Falcade Le Buse: 1.7.–2.9., Bergfahrt: 6 Euro. Gondelbahn Colverde-Rosetta in San Martino di Castrozza: 16.6.–23.9. tägl., später an Wochenenden. Letzte Bergfahrt 16:15 Uhr! Bergfahrt 15 Euro, www.colverderosetta.it

Sie würden die Tour gerne nachfahren? In der Ausgabe BIKE 9/2018 finden Sie den Hinweis auf die GPS-Daten der Tour über die Pale di San Martino – und natürlich das Ergebnis unseres Lesertests.


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