Valle Maira Piemont Panorama Trail Valle Maira Piemont Panorama Trail

BIKE-Revierguide: MTB-Touren Valle Maira im Piemont

Italien: Stille Touren im Valle Maira - Teil 2

Matthias Rotter am 20.01.2016

Mit der Strada dei Cannoni und der Maira-Stura-Kammstraße ziehen sich kilometerlange Militärpisten durch die Cottischen Alpen. Ungleich höher ist der Flow-Faktor auf den Singletrails,die zurück ins Tal führen.

valle Maira Piemnont Gardetta

Holprig: die Militärstraße durch die Gardetta-Hochebene.

Jeden Abend versorgt uns Peter mit neuen Missionen. Auf der Sonnenseite des Tals liegen winzige Weiler weit übers Plateau verstreut, als hätte ein Riese einen Würfelbecher ausgekippt. Neben den asphaltierten Sträßchen sind die Dörfer Elva, Stroppo und San Martino mit uralten Wegen verbunden. Über diese Saumpfade mussten alle Güter zu Fuß transportiert werden. Felder im Steilhang erzählen von dem harten Leben, das die Bergbauern hier oben einst verbrachten. In der Elva-Schlucht, die dort eine tiefe Bresche in den Berg schlägt, hat man dem Fels eine abenteuerliche Straße abgetrotzt. Der vom Steinschlag perforierte Belag treibt uns den Angstschweiß auf die Stirn und die Tretfrequenz nach oben. Bei Regen sollte man auf eine Durchquerung dieses Höllenschlunds lieber verzichten. Unverzichtbar hingegen ist die Abfahrt zurück ins Valle Maira. Die Einheimischen wussten schon vor hundert Jahren, wie man Pfade in die Bergflanken schlägt! Perfekt dem Gelände angepasst, schwingt sich dieser Inbegriff eines Flowtrails zu Tal. Vor dem letzten Abschnitt gönnen wir den Scheibenbremsen an der kleinen Kapelle von San Martino nochmals eine Pause zum Abkühlen. Die Stille ist fast greifbar, das Idyll so postkartenkitschig, dass man es kaum glauben mag. Aber insgeheim betet jeder von uns, dass es im Valle Maira so bleiben möge.

Fünf Dinge, die man im Valle Maira im Piemont nicht verpassen darf

Castelmagno zum Schluss

Dieser Käse aus Kuh- und entweder Schafs- oder Ziegenmilch genießt den Ruf als wertvollste Käsesorte Italiens. Zusammen mit etwas Honig bildet der feinwürzige Castelmagno den Abschluss eines Menüs im Valle Maira. Zuvor gibt es zum Beispiel Auflauf (Flan) mit Mangold oder Bagna Cauda, eine Art Fondue mit rohem Gemüse, das man in eine warme Sauce aus Olivenöl, Sardellen und Knoblauch taucht. Achtung: Unter vier bis fünf Gängen kommt man im Piemont nicht vom Tisch.

Kräuterlikör

Ein Besuch bei Matteo Laugero ist ein hochprozentiger Genuss! Im Dorf Macra (östlich von Stroppo) zweigt das Seitental des Bedale Intersile nach Süden ab. Der Asphalt endet im Bergweiler Palènt, wo Matteo und seine Söhne ihre Kräuterplantagen bewirtschaften. Sie gewinnen aus den Pflanzen leckere Liköre, beispielsweise Genepy und Amaro. Tipp: Auf Anfrage ist eine Besichtigung der steilen Felder möglich. Die Familie betreibt auch eine Pension (La Tappa del Monte Buc), mit regionaler Küche. www.palent.it

Kirche von Elva

Man muss nicht religiös sein, um dem Charme des Kirchleins im Bergdorf Elva zu erliegen. Die Wand- und Deckengemälde von Hans Clemer versetzen auch Atheisten in Staunen. Bei geschlossener Pforte holt man einfach den Schlüssel zur Santa Maria Assunta im Gasthaus San Pancrazio. Der Freskenzyklus zählt sogar zum Kulturerbe Italiens.

Cuneo-Stadtbummel

Die Hauptstadt der Provinz Cuneo liegt etwa 20 Kilometer vom Eingang des Valle Maira entfernt. Das Herz der Stadt schlägt rund um die Via Roma, die schnurgerade zur Piazza Galimberti führt. Dank der rund zehn Kilometer langen Arkadengänge in der Altstadt kann man den Einkaufsbummel auch bei Regenwetter trockenen Fußes genießen. www.comune.cuneo.gov.ithttp://www.comune.cuneo.gov.it

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Matthias Rotter am 20.01.2016
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