Frankreich

Frankreich: Provence

Thomas Rögner am 04.06.2004

Im Mai blühen die weltberühmten Lavendelfelder der Provence. Doch das Frühjahrsrevier hat mehr zu bieten als Duft- und Farbtherapie. BIKE hat die schönsten Trails rund um das mittelalterliche Gréoux-les-Bains ausfindig gemacht. (BIKE 4/2004)

Die Hügel um unseren Standort Gréoux-les-Bains erreichen maximal 600 Meter Höhe. Unser Startpunkt am Fremdenverkehrsamt liegt auf 350 Meter. Doch wie in einer langgezogenen Achterbahn, geht es immer wieder auf und ab. Das Department „Alpes de Haute-Provence“, zwischen den Flüssen Verdon und Luberon, ähnelt eher deutschen Mittelgebirgen als den Alpen; man sammelt Höhenmeter sprichwörtlich auf Schritt und Tritt. Verschnaufpausen bieten die Feldwege auf den Hochebenen. Hier rollen wir durch dichte Lavendelreihen, die im Frühjahr in prallem Lila blühen, die typischen Postkarten- und Kalenderansichten der Provence.

Doch auch wenn der Guide beschäftigt ist, hat man als Biker rund um Gréoux-les-Bains genug zu tun und zu entdecken. In dieser Ecke der Provence sind über 300 Kilometer echte Mountainbike-Routen ausgeschildert. „Echt“ deshalb, weil diese Touren auch anspruchsvolle Passagen enthalten und nicht nur breite Forstwege. Doch nicht nur deshalb haben wir dieses Gebiet auch für die „BIKE Traumtouren“ ausgewählt. Im Frühjahr und Herbst, wenn in Deutschland noch der Matsch in die Bike-Schuhe sickert, herrscht hier ein perfektes Klima, dazu gibt es die ausgezeichnete abwechslungsreiche Küche und leere Trails. Die drei Wanderer, denen wir unterwegs begegnen, freuen sich über uns Exoten auf Fahrrädern.

Alle Mountainbike-Routen sind mit farbigen Nummern und Schildern markiert und in einer eigenen, eher einfachen Karte eingezeichnet. Genaue Höhenprofile fehlen, aber immerhin sind die Gesamthöhenmeter (dénivelé) bei jeder Tour angegeben. Der jeweilige Schwierigkeitsgrad ist den Skipistenmarkierungen angeglichen. Von Blau (leicht) über mittelschweres Rot bis hin zu anspruchsvollem Schwarz. Problematisch wird es nur, wenn an Kreuzungen die Markierungen fehlen, weil sie irgendjemand abgerissen hat – oder ausgerechnet das Bäumchen mit dem Bike-Schild gefällt wurde. Dann ist Pfadfinderdenken und Karteninterpretation angesagt. Doch Marc fährt alle Routen regelmäßig ab und erneuert die Markierungen – wenn er nicht gerade wieder zu beschäftigt ist. Glücklicherweise gibt es für das Gebiet detaillierte IGN-Karten im Maßstab 1:25000.

Die Touren in diesem PDF-Download:
1. St. Julien (41,65 km, 1030 hm, 3 h 50 min)
2. Ravin des Arnards (33,42 km, 600 hm, 2 h 55 min)
3. Lac d'Esparron (48 km, 1180 hm, 4 h 25 min)

Thomas Rögner am 04.06.2004
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