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Mountainbiken in Bosnien und Herzegowina

Mit dem Bike in Bosnien und Herzegowina

Tomasz Debiec am 27.02.2014

Bosnien und Herzegowina kennt man aus Kriegsnachrichten. In Touren-Portalen für Mountainbiker taucht das Land nicht auf. Dabei wehen über dem Bergland seit 20 Jahren friedliche Nationalpark-Flaggen.

Den ganzen Tag saßen wir im Auto und sind von Polen über die Slowakei, Ungarn und Kroatien bis nach Bosnien und Herzegowina durchgekurvt. 1200 Kilometer über oft enge Bergstraßen. Die vier Bikes auf dem Dach haben uns dabei nicht schneller gemacht. So war es bereits stockdunkel, als wir beschlossen, hier irgendwo in den bosnischen Bergen unsere Zelte aufzuschlagen. Erst als der Mond hinter einem Berggrat auftaucht, können wir Umrisse unserer neuen Umgebung ausmachen: verdammt steile Felswände mit fensterbrettartigen Absätzen. Dazwischen biegen sich ein paar struppige Kiefern. Sieht spannend aus. "Ja, sieht nach einem Spitzen-Spot zum ... Klettern aus!", wirft Michal seinen Einwand wie eine Stinkbombe in die Dunkelheit. Er ist sauer, weil wir diesmal ein wenig ins Blaue fahren. Normalerweise bereite ich mich auf unsere Bike-Trips immer akribisch vor, doch dieses Mal hatte ich einfach keine Zeit, mich vorher um Karten, Locals und fahrbare Routen zu kümmern. Alles, was ich von Bosnien und Herzegowina bis hierhin weiß, ist: Das Land liegt im Dinarischen Gebirge in Südeuropa und war vor knapp 20 Jahren in den Balkankrieg verwickelt.

Noch bevor sich die anderen am nächsten Morgen aus ihren Schlafsäcken geschält haben, hole ich das Versäumte nach und zappe erst mal eine Landkarte aufs Handy. Na also, wir befinden uns nahe des Blidinje-Nationalparks. Hier sind die Berge fast 2000 Meter hoch, es gibt alte Römerstraßen, Gräber aus dem Mittelalter und schwarze Granitfelsen. Von Bike-Routen finde ich zwar nichts, aber es sind Bergwege in der Karte eingezeichnet. Da werden wir schon ein paar schöne Routen zusammenkriegen.

Wir folgen einer Bergstraße auf einen Pass hinauf und blicken auf der anderen Bergseite in eine weite Ebene mit See – der Blidinje-See. Die Landschaft ist grandios, aber auch merkwürdig. Die Felsen wirken düster, und außer uns ist keine Menschenseele zu sehen. Wir parken das Auto an einer kleinen Kirche und zerren die Bikes vom Dach. Laut Smartphone-Karte wartet hier der höchste Berg der Region, der Plocno (2225 m). 

Den gesamten BIKE-Artikel über die MTB-Reise ins Bosnische Bergland finden Sie unten als kostenlosen PDF-Download.

Tomasz Debiec am 27.02.2014