Kroatisches Insel-Rennen im Urlaubstempo Kroatisches Insel-Rennen im Urlaubstempo Kroatisches Insel-Rennen im Urlaubstempo

Mountainbike-Inselhüpfen in Kroatien

Kroatisches Insel-Rennen im Urlaubstempo

  • Gitta Beimfohr
 • Publiziert vor 6 Jahren

Das Inselhüpfen-Rennen in der Kvarner Bucht gibt es auch als Urlaubsvariante: sieben Inseln in acht Tagen und jede Menge Zeit fürs Land.

Wer die Inseln der Kvarner Bucht im Renntempo überhastet, bezahlt einen hohen Preis: Er bekommt Landschaft, Kultur und Leute nur aus den Augenwinkeln und im Zeitraffer zu sehen. Doch es gibt die Inselhüpfen-Route auch als Urlaubsvariante. Dabei steuert das Schiff in acht Tagen nicht nur vier, sondern insgesamt sieben Inseln an: Cres, Lošinj, Molat, Dugi Otok, Pag, Rab und Krk. Damit bei diesem Programm niemand ins Renntempo verfallen muss, sind die Kilometer der einzelnen Tages-Touren natürlich kürzer als beim Rennen. Um wie viel genau, können die Teilnehmer selbst entscheiden. Es stehen täglich drei verschiedene Levels zur Auswahl. Da die meisten Guides von diesen Inseln stammen, kennen sie auch die verstecktesten Winkel. Auf einer Tour geht es zum Beispiel in ein Bergdorf, das völlig verlassen aussieht. Doch hier lebt eine Aussiedlerin aus Österreich, die aus ihren Gartenfeigen ein extrem leckeres Eis am Rosenstiel zaubert. Auch durch die Altstadt von Rab darf man nicht einfach nur durchrasen. Die Gassen mit ihren vorchristlichen Gemäuern erzählen Geschichte! Auch ein Stopp in einem der urigen Cafés ist bei der Touren-Variante immer möglich. Der Höhepunkt für alle Winnetou-Fans ist aber Dugi Otok, die südlichste Insel dieser Reise. Auf ihr schlummert ein türkisfarbener See zu Füßen von steilen Bergflanken: die weltberühmte Filmkulisse von "Der Schatz im Silbersee".

4 Islands Insehüpfen in Kroatien

6 Bilder

Das Inselhüpfen-Rennen in der Kvarner Bucht gibt es auch als Urlaubsvariante: sieben Inseln in acht Tagen und jede Menge Zeit fürs Land.

Das Revier

Von den 1244 kroatischen Inseln sind nur 47 bewohnt. Die Größten liegen in der Kvarner Bucht, daher bieten diese Inseln auch das größte Wegenetz für ausgedehnte Bike-Touren. Die Berge der Inseln sind nicht besonders hoch. Der höchste Gipfel der Adria liegt mit 778 Metern Höhe auf der Insel Brac. In der Kvarner Bucht erreichen die höchsten Gipfel nur knappe 600 Meter. Höhenmeter sammelt man auf den Touren daher im ständigen Auf und Ab durch die Hügellandschaften. Dennoch fühlen sich die Schotterwege und Trails wie im Hochgebirge an. Die Anstiege sind oft steil und mit grobem Schotter belegt. Die Trails haben meist felsigen, stufigen Untergrund und bahnen sich durch Trockenmauern oder zirkeln steile Hänge hinunter.

Die Tour

Sieben Inseln in acht Tagen: Cres, Lošinj, Molat, Dugi Otok, Pag, Rab und Krk. Mit dem Bike werden dabei insgesamt 220 Kilometer und 4000 Höhenmeter zurückgelegt. Die Überfahrten von Insel zu Insel dauern mehrere Stunden, in denen man sich bei leichtem Schiffsschaukeln bestens erholen kann. Gegessen wird hauptsächlich auf dem Schiff. Nur auf längeren Tages-Touren bekommt man ein Lunch-Paket zugesteckt.
Preis inkl. VP und geführte Touren: ab 790 Euro. Infos und Buchung:  www.inselhuepfen.de

Johannes Herden Typisch auf Kroatiens Inseln: Trails in den Trockenmauern

Das Schiff

Die Linda schippert Mountainbiker normalerweise durch die Kvarner Bucht. Das Holzschiff wurde 1955 gebaut und 2005 speziell für die Bedürfnisse von Radfahrern renoviert. 32 Gäste haben in den Kabinen (mit Dusche und WC) unter und über Deck Platz. Da die Adria ein Spielplatz für verschiedenste Winde ist, kann es passieren, dass der Kapitän einen Hafen nicht anfahren kann. Dann müssen auch die geplanten Bike-Touren entsprechend angepasst werden.

Johannes Herden Andela Lora: das Luxus-Schiff. Die Linda ist ähnlich ausgestattet.

Anreise

Rijeka liegt sechs Autostunden von München entfernt (516 km): auf der A8 Richtung Salzburg und weiter über Villach und Ljubljana (Slowenien) nach Rijeka (Kroatien). Dann weitere 30 Minuten über die Autobrücke bis zum Hafen von Omisalj auf der Insel Krk. Ein Parkplatz im Hafen kostet 40 Euro für die Woche. Etwas lästig sind die vielen Zahlstationen auf dieser Anfahrts-Route: Vignette für Österreich (10 Tage 8,70 Euro), Vignette Slowenien (Monatsvignette 30 Euro). Außerdem fallen noch folgende Mautgebühren (einfach) an: Autobahn Kroatien (1,80 Euro), Tauerntunnel (11 Euro) und Karawanken-Tunnel (7 Euro).

Anreise mit dem Zug
: Es gibt eine Nachtzugverbindung von München nach Rijeka. Allerdings ist keine Bike-Mitnahme möglich. Infos: www.bahn.de

Anreise mit dem Flugzeug
: Rijeka hat einen internationalen Flughafen. Flugdauer 1:20 Stunde. Der Veranstalter organisiert auf Anfrage einen Shuttletransfer zum Hafen. Leih-Bikes gibt es auf dem Schiff.

Währung

Kroatien gehört zur EU, aber (noch) nicht zur Währungsunion. Bezahlt wird mit Kuna (100 Kuna = 13 Euro). Kuna bedeutet Marder. Es ist das Wappentier der Kroaten, da die Zucht dem Land einst viel Geld einbrachte.

Beste Reisezeit

Einer von sieben typischen Winden ist die Bora. Ein eiskalter Fallwind, der schlagartig vom Festlandgebirge herunterbläst und dabei auch Sturmstärke erreichen kann. Dann wird es für alle, die leicht seekrank werden, eher ungemütlich auf dem Schiff. Ab Mai ist eine starke Bora allerdings selten, daher startet hier die Touren-Saison. Im Hochsommer ist es zu heiß zum Biken, doch von September bis Oktober herrschen wieder angenehme Temperaturen, und die Adria ist warm genug zum Baden.

Auf eigene Faust

Wer auf den Luxus eines Guides und einer Schiffsunterbringung mit Vollpension verzichten möchte, kann auch mit den normalen Fähren von Insel zu Insel übersetzen und sich jeweils vor Ort um eine Unterkunft kümmern. Der Organisationsaufwand ist allerdings groß und die Preisersparnis gering. Sie müssen Ihr gesamtes Gepäck mitschleppen und sich selbst um die Touren-Recherche kümmern. Am schwierigsten wird es dabei sein, die Trails zu finden, da das vorhandene Kartenmaterial sehr ungenau ist. Wer es dennoch versuchen möchte: Infos zu den Fähren gibt es unter  www.kroati.de . Infos bei der kroatischen Zentrale für Tourismus: www.croatia.hr

Johannes Herden Feigeneis am Rosenstiel: ein Geheimtipp der Local-Guides


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