Deutschland-Trail - Start in Bayern

Deutschland-Trail – Teil 1: Bayern

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 4 Jahren

BIKE-Redakteur Stefan Loibl fuhr einmal quer durch Bayern – so oft es ging auf Singletrails. Die BIKE-Community konnte ihn per Live-Tracking verfolgen, Tipps zur Route geben und selber mitfahren.

Ich bin am Montag, den 10. Juli 2017, um 8:00 Uhr morgens in Füssen gestartet und habe mich an die Nordgrenze von Bayern aufgemacht. Ziel ist es, auf so vielen Trails und MTB-Pfaden wie möglich – im ersten Teil des Deutschland-Trails – durch Bayern zu fahren. Tägliche Video-Updates und News gibt's auf unserer Facebook-Seite .

Tag 1: Von der Grenze bei Füssen bis Schongau

Startpunkt Dreiländereck: Bis zum Grenzstein oberhalb von Füssen mussten wir erst einmal 300 Höhenmeter hochkurbeln. Dort startete die Tour dann hochoffiziell am deutsch-österreichischen Grenzstein.

Beste Begleitung auf den ersten Kilometern: Tina und Tina kennen sich in der Ecke um Füssen bestens aus und zeigten mir drei Trails rund um das Königsschloss Hohenschwangau. 

Das Highlight des ersten Tages. Oder sogar des kompletten Deutschland-Trails? Die abwechslungsreiche, technische Trail-Abfahrt von der Niederen Bleick mussten wir uns hart erkämpfen. Local Maxi Dickerhoff begleitete mich auf den Aussichtsgipfel nahe Trauchgau. Danach ging es über die Wieskirche am Lech entlang nach Schongau.

Tag 2: Von Schongau am Lech entlang nach Landsberg

Entlang des Lech Höhenwegs ging es von Schongau weiter nach Norden. Der Fernwanderweg hat einige flowige Waldtrails zu bieten. Ab Mundraching begleiteten mich Fotograf Markus Greber und seine Frau. Die Trail-Ausbeute ab dort war sagenhaft und lag fast bei 100 Prozent! Immer am Lechufer entlang, mal weiter oben, mal direkt am Wasser. 

Rudi aus Buchloe stand auf einem Wiesenweg und checkte das Live-Tracking. „Da seid ihr ja endlich. Du bist Stefan, oder?“, sagte er, als wir ankamen. Er hatte uns südlich von Landsberg schon erwartet und uns dann die schönsten Waldpfade bis in die Altstadt von Landsberg gezeigt. Im Wildpark am Ortsrand verstecken sich einige lohnende Wegerl. Danke Rudi!

Leider mussten die Jungs von Fahrbar in Landsberg bis spätnachmittag an Bikes schrauben und im im Bike-Shop arbeiten, deshalb konnten sie nicht mitradeln. Dafür gab es einen Kaffee bei meiner Ankunft und wertvolle Tipps für die weitere Route für den morgigen Tag. Die Trails in den westlichen Wäldern rund um Augsburg dürfe ich nicht auslassen, da waren sich Matthias (links) und Peter einig. Ich bin gespannt, ob sich die Extra-Schleife lohnen wird.

Tag 3: Von Landsberg am Lech nach Neuburg an der Donau

Wie gestern eine erstklassige Begleitung: Mit Local Rudi vom RV Buchloe bin ich am Lech entlang der "Romantischen Staße" gefolgt. Kurz bevor ich dieses Bild schoss, hat's zwar noch geregnet, aber die schmalen Waldtrails in Ufernähe hatten voll entschädigt. Die Romantische Straße, ein verkappter Top-Trail?

Um vom Lech in die westlichen Wälder vor den Toren Augsburgs zu gelangen, musste ich ein paar Kilometer auf der Straße überbrücken. Im Fahrtwind werden wenigstens meine nassen Socken und Handschuhe wieder trocken. Am Horizont erkennt man schon Augsburg, mal schauen, wie lang sich der Abstecher zieht.

Daniel, mein Guide bis Ausgburg, auf seinen Hometrails im Naturpark Augsburg – Westliche Wälder.

Danach kamen bis Neuburg an der Donau nicht mehr viele Trailkilometer zusammen. Dafür sah ich in den Wäldern, wie hier bei Pöttmes, gefühlt mehr Hochsitze als Fastfood-Resturants in München. Auf der nächsten Etappe ab Neuburg wird mich ein Mitglied der Biker-Truppe Racepiraten begleiten. Die wissen, wo es dort die besten Trails gibt. Das will sich auch Rudi nicht entgehen lassen. Auch er fährt weiter mit :-)

Tag 4: Von Neuburg an der Donau nach Beilngries

Wieder eine Knaller-Etappe auf meinem #DeutschlandTrail: 119 Kilometer und 2065 Höhenmeter von Neuburg an der Donau bis Beilngries im Altmühltal. Morgens haben mir zwei Racepiraten die Trails an der Alten Burg gezeigt. Dann gings alleine entlang des Urdonautal-Steigs hinauf ins #Altmühltal. Speziell das letzte Stück an den Felsnadeln von Konstein und Dollnstein vorbei muss man mal gefahren sein! Danach hat mich der Altmühltal-Panoramaweg mit seinen steilen Rampen zermürbt. Doch oberhalb von Arnsberg stand plötzlich Markus aus Denkendorf da. Mit seinem CUBE Bikes E-MTB pushte er mich bis kurz vor Beilngries.

Die Jungs von den Racepiraten aus Neuburg auf ihren Hometrails um die Alte Burg.

Top Trail kurz vor Dollnstein.

Einer der vielen knackigen Anstiege auf dem Altmühltal-Panoramaweg. Puhh!

Einer von vielen wunderbaren Ausblicken im Altmühltal.

Die Felsnadeln von Konstein.

Davon habe ich nachmittags lange gezehrt: leckere Schweinshaxe im Braugasthof Trompete in Eichstätt.

Meine Lokomotive für die letzten Kilometer: Markus aus Denkendorf. Merci fürs Begleiten!

Sportlicher letzter Trail durch das Felsentor bei Unteremmendorf. Und das nach mehr als 110 km und mit 2000 hm in den Beinen.

Tag 5: Von Beilngries bis Bad Abbach

Mann, habe ich mich auf meine Hometrails am 5. Tag beim #DeutschlandTrail gefreut. Doch meine Kumpels haben mich alle im Stich gelassen, weil sie sich wegen dem Kelheim - Race 24 in die Hosen machen. Aber dafür war auf zwei Leser Verlass! Thomas hat mir ein paar nette Abstecher von Beilngries weg gezeigt und mich bis Riedenburg.de begleitet. Den weiteren Weg durchs #Altmühltal durfte ich dann das Hinterrad von Max Simon halten. Und das hat sich voll gelohnt! Der ehrenamtliche Wegewart hatte einige Trails auf Lager, die ich noch nicht kannte. Nach einem kurzen Kaffeestopp bei der Bike Station Kelheim Flo habe ich nach 85 km und 1700 hm heute etwas früher Feierabend gemacht.

Thomas, mein Guide durchs Altmühltal bis Riedenburg. Danke Dir!

Wenn die Wegesituation nur überall so vorbildlich wäre wie in Riedenburg...

Auf dem Rosskopf im Altmühltal. Da hat sich die Schinderei bergauf doch gelohnt!

Wenig später haben wir uns eine Himmelsleiter zum Schloß Prunn hochgekämpft.

Pflegt die Wege rund um Riedenburg und kennt sich aus: mein Guide Max.

In guten Händen ist man bei der Bike Station Kelheim. Danke für den Kaffee, Flo!

Die letzten Meter bis Bad Abbach gings auf dem Jurasteig entlang.

Eine Nacht in der Heimat. Das muss man gebührend feiern.

Tag 6: Von Bad Abbach bis Schwandorf

Tag 6: Wahrscheinlich das kulinarische Highlight meiner Tour! Nach dem Start in Bad Abbach habe ich in Matting mit der Fähre die Donau überquert. Ab Etterzhausen haben mich dann die Regensburger Ole und Stephan Kappl begleitet. Die leicht feuchten Trails am Jurasteig sind einfach immer wieder ein Hochgenuss! Im Traditionsgasthof Zum Bürstenbinder habe ich mich dann mit "Bauchstechala" und Bio-Weißbier gestärkt. Das war auch nötig, denn für den Nachmittag hatte sich Begleitung von der Radsportabteilung TV Burglengenfeld 1875 angekündigt. Päm, Josef Haimerl und Thomas scheuchten mich von Kallmünz aus von Gipfelkreuz zu Gipfelkreuz. Aber eins steht fest: die 800 teils sacksteilen Höhenmeter haben sich gelohnt! Nach 89 Km und 1900 hm habe ich in Schwandorf Schluss gemacht. Von dort geht's morgen um 9:30 Uhr an der Naabbrücke weiter nach Weiden in der Oberpfalz.

Das Panorama vom Jurasteig, links Bad Abbach. Über den Kamm dahinter bin ich gestern dorthin gekommen.

Bike-Taxi in Matting: Biker samt Sportgerät kostet 1 Euro.

Eines von vielen Wegerln heute – hinter Schönhofen.

Leo und Stephan Kappl – die Vormittags-Vorfahrer.

Vor der Bärenhöhle zwischen Etterzhausen und Pielenhofen.

Wenn diese Wetterstation recht hat, war das Wetter heute "katastrophal". Trocken sind wir auf jeden Fall geblieben.

Ordentliches Carboloading in Kallmünz beim "Zum Bürstenbinder".

Die drei Vespas haben schon einige Kilometer auf dem Straßen dieser Welt auf dem Buckel. Daneben macht sich mein Rocky Mountain Element doch gut, oder?

Danke an Josef Haimerl, Päm von Girls on MTB und Thomas von der Radsportabteilung TV Burglengenfeld 1875 für die Route bis Schwandorf!

Noch was: Lasst Euch nicht vom Live-Tracking irritieren. Meine Frau hat mich abgeholt und wir haben bei Begleiter Stephan im „Meier-Ein Lokal“ in Stadtamhof vorbeigeschaut. Mmhhmm, lecker!

Tag 7: Von Schwandorf bis Weiden in der Oberpfalz

Eine bunt gemischte Truppe hat mich heute auf dem 7. Tag des #DeutschlandTrail begleitet: Dt. Enduro-Meister Leo aus Weiden, Matthias Lenk aus Windischeschenbach, Jana aus dem #Fichtelgebirge, Tobi aus der Oberpfalz und Simon aus Pfreimd. Erst sind wir entspannt dem Naabtal gefolgt, ab Pfreimd ging es dann auf einen Zubringer zum Goldsteig. Dem Fernwanderweg sind wir dann mit einigen Abstechern bis Leuchtenberg gefolgt, teils auf schmalen Wegen an der Pfreimd entlang. Nach einer kräftigen Stärkung und einem Termin mit der örtlichen Tageszeitung hat dann Abfahrtsass Leo das Zepter übernommen. Im ständigen Auf und Ab haben wir uns die schönsten Trails bis Weiden in der Oberpfalz vorgenommen. Und wieder kommen 75 km und 1432 hm bei mir obendrauf.

Beim Start heute morgen auf der Naabbrücke in Schwandorf.

Entlang der Naab haben wir uns gemütlich eingerollt.

Matthias Lenk war mit dem Fatbike dabei und kennt sich bestens aus in seiner Oberpfälzer Heimat.

Typisch Oberpfälzer Wald: versteckte Trails auf weichem Waldboden.

Gerade noch rechtzeitig haben wir den Gasthof Maier in Leuchtenberg erreicht. Mahlzeit!

Fototermin mit einer Redakteurin der lokalen Tageszeitung auf der Burg in Leuchtenberg.

Leo auf seinen Hometrails südöstlich von Weiden.

Was für eine Aussicht! Von links hinten irgendwo sind wir heute früh gestartet...

Das ist der GPS-Tracker, über den ihr meine Route verfolgen könnt. Der kommt von GPS Live Tracking.

Die letzte große Erhebung, bevor es auf Trails nach Weiden hinunter geht.

Die neue Enduro-Strecke am Stadtrand von Weiden in der Oberpfalz hat Leo mitgebaut.

Tag 8: Weiden in der Oberpfalz bis Tröstau

Tag 9: Tröstau bis Mödlareuth

Es ist vollbracht!!! In Mödlareuth habe ich heute nach 71 Kilometern und 1435 Höhenmetern hinter den ersten Teil des #DeutschlandTrail einen Haken gesetzt. Ab Tröstau habe ich mich in einer Nebelwand auf die Platte gekämpft, teils schiebend durch ein Meer aus feuchten Granitblöcken. Auf dem Weg zum Schneeberg (Fichtelgebirge) habe ich mir dann die Seitenwand am Hinterreifen aufgeschlitzt. Egal, ein Platten in neun Tagen kann sich sehen lassen. Am Gipfel hat es dann endlich aufgerissen und so konnte ich mein verschwitztes Trikot in der Sonne trocknen. Die Abfahrt nach Weißenstadt hat mich dann für die Kurbelei belohnt. Bei Frank von Fichtelrad habe ich mich für den zweiten Teil gestärkt. Über einen 5-Sterne-Trail vom Kleinen Waldstein habe ich dem Fichtelgebirge den Rücken gekehrt und mich Richtung Hof in Bayern ganz oben aufgemacht. Entlang der Saale gings gen Thüringen. An der ehemaligen innerdeutschen Grenze hatte ich schließlich mein Soll erfüllt. Aus, Feierabend! Danke nochmal an alle Mitfahrer und Helfer, sehen uns zum zweiten Teil wieder. Dazu werde ich Mitte September starten und bis zur Ostsee biken.

Jeden Morgen dasselbe Ritual: Kräftig Sitzcreme nehmen, Sonnencreme auftragen und zum Schluss ein paar Spritzer Zecken- und Mückenschutz.

Harte Arbeit bergauf wie bergab: der Höhenweg durchs #Fichtelgebirge hat es in sich, lohnt sich aber!

Auf dem Weg zum Schneeberg (Fichtelgebirge) hat's mich erwischt. Ein spitzer Stein hat mir die Seitenwand aufgeschlitzt. Mit einem Schlauch war aber schnell wieder alles ok.

Meine Markierung für den neunten Tag durchs Fichtelgebirge: das weiße H auf rotem Grund, die Markierung des Höhenwegs.

Pünktlich bei meiner Abkunft am Schneeberg-Gipfel riss die Sonne Löcher ins Nebelmeer.

Sehr lecker: selbst gemachtes Brot und selbst gemachte Aufstriche bei Fichtelrad in Ruppertsgrün!

Die Wald-Trails am Großen und Kleinen Waldstein sind mit das beste, was man im #Fichtelgebirge fahren kann.

Geschichtsträchtiges Finale: mein Ziel in Mödlareuth.

Bayern abgehakt! Nach neun Tagen kann ich stolz behaupten: Der Freistaat Bayern ist ein Mountainbike-Land! Die Bike-Gemeinde ist extrem lebendig und gute Trails gibts von Füssen im Allgäu bis Hof in Bayern. Es war mir eine Ehre! Es lebe der #DeutschlandTrail.

Die ausführliche Geschichte zum ersten Teil des Deutschland-Trails und die genaue Routenbeschreibung gibt's in BIKE 10/2017 – ab 5. September am Kiosk. Ab Mitte September startet der zweite Teil von Mödlareuth bis an die Ostsee.

Und hier geht's zum Live-Tracking: 
http://event.gps-live-tracking.com/bm2017/
                     

So funktioniert das Live-Tracking

Damit Ihr meine genaue Position verfolgen könnt, greifen wir auf den Service von  GPS Live Tracking  zurück. Für das Tracking habe ich ein Streichholzschachtel-großes Kästchen dabei, das extrem präzise ist. Das wenige Gramm schwere Gerät von SPOT ist ein satellitenbasierter Tracker und erlaubt eine Übertragung in Echtzeit. Den Tracker versorge ich auf dem Bike mit einer Powerbank mit Strom.

Gehört zur Artikelstrecke:

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