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Deutschland

Deutschland: Ruhrpott

Björn Scheele am 05.07.2005

„Essen Hauptbahnhof!“, dröhnt es über die Gleise. Dicke, graue Wolken drücken meine Stimmung. „Jetzt bin ich also mitten im Pott“, denke ich und schiebe mein Bike auf die Treppen zu. Vom Bahnhof aus fahre ich langsam an grauen Nachkriegsbauten vorbei. Durch stikkigen Verkehr bahnt sich mein Weg zum Treffpunkt mit dem Tourenguide. Beton, Teer und Stahl lassen meine Reifen surren. Ich fürchte, dass die Tour nur ein Kampf durch den urbanen Dschungel werden könnte.

Zwei Kilometer weiter erfährt mein Klischeebild vom Ruhrpott einen herben Schlag. Plötzlich sehe ich Wasser. Die Ruhr präsentiert sich nicht als Schwefelstrom mit öligem Regenbogen-Schimmer. Ihr klares Wasser verrät mir langsam, dass Bergbau und Kohleförderung der Vergangenheit angehören. Am Fluss entlang kreuzen wir noch einige Straßen, bevor uns ein unscheinbarer Weg im Wald empfängt. Meine Stollen graben sich in den feuchten Waldboden. Vor wenigen Minuten umklammerten mich noch Hochhäuser und Teerstraßen. Jetzt rieche ich taufrische Erde und höre den Wind durch die Bäume rascheln.

Am Ende des Anstiegs öffnen sich die Bäume, die Sonne bricht durch die Wolken und so funkeln uns die Kabbelwellen des wunderschönen Baldeneysees an. Die schmalen Singletrails, die knackigen Anstiege und das kurze Fußbad im See stürzen nun endgültig meine Vorstellungen vom verdreckten Ruhrgebiet.

Diese Touren finden Sie im PDF-Download:
Tour 1: Baldeneysee (28,33 km, 224 hm, 1 h 45 min.)
Tour 2: Stern-Tour (20,43 km, 376 hm, 1 h 30 min.)

Björn Scheele am 05.07.2005