Deutschland: Füssen

  • Gitta Beimfohr
 • Publiziert vor 11 Jahren

Schon König Ludwig II. wählte die Ostallgäuer Berge als perfekte Kulisse für seine Märchenschlösser. Unsere Panorama-Touren rund um Füssen erklären, warum er damit Recht hatte.

Seit jeher hatten Herrscher und Könige die Angewohnheit – und nicht zuletzt das nötige Kleingeld – ihre Wohnsitze an den herrlichsten Fleckchen des Landes zu errichten. König Ludwig II. von Bayern war ein in diesem Punkt besonders geschmackvoller Mensch. Wer Schloss Neuschwanstein schon einmal mit eigenen Augen gesehen hat, der weiß, wovon die Rede ist. Es thront auf einem Sporn am Rande der Alpen. Von den Schlosstürmen reicht der Blick nahezu unendlich weit hinaus übers wellige Allgäu. Doch ausgerechnet beim Bau jenes Pres tige-Objektes wurde dem “Kini” – so nennen die Bayern ihren Ludwig noch heute liebevoll – die Sache mit dem Kleingeld zum Verhängnis. Denn als Charaktereigenschaft war dem König neben dem guten Geschmack auch ein gehöriges Maß an Größenwahn beschieden. Kurzum: Nachdem er schon Prunkbauten wie Herrenchiemsee und Schloss Linderhof ins bayerische Land gepflanzt hatte, ging ihm nun die Kohle aus. Und so residierte er, kurz vor seinem Tod im Jahr 1886, nur wenige Wochen in seinem, zu diesem Zeitpunkt nicht einmal halbfertigen, Schloss.

Wir stehen in Schwindel erregender Höhe auf der Marienbrücke und schauen hinüber zu Neuschwanstein. In einem Satz überspannt das filigrane Stahlkonstrukt des Steges die Pöllatschlucht. Beim Blick in die Tiefe stellt sich ein flaues Gefühl im Magen ein. Doch die meisten der Zigtausend Touristen aus aller Welt, die jedes Jahr ins Ostallgäu strömen, haben ohnehin nur Augen für die Türmchen und Erker dort drüben. Es scheint tatsächlich, als sei das Schloss einem Märchenfilm entsprungen. Permanent klacken Kameraverschlüsse und schwirren “Aaahs” und “Ooohs” über die Brücke. So viele Schaulustige die Busse und Pferdefuhrwerke hier auch heraufkarren, so einsam verlief unsere Auffahrt zur Marienbrücke. Kaum biegt man von der asphaltierten Touristenmeile auf den ausgeschilderten Bike-Weg ab, wird es ruhig. Ist aber auch höllisch steil, die Piste zum Aussichtspunkt. Ständig an der Grenze der Traktion, schlingern wir bergwärts. Und auch der weitere Anstieg, nach dem Schlossblick, hat es in sich.


Den gesamten Füssen-Spotguide finden Sie unten als PDF-Download:

• Tour 1: Königliche Pfade (48,7 km | 1340 hm | 4 h 00 min)

• Tour 2: Allgäu Panorama (35,9 km | 792 hm | 3 h 00 min)

Märchen oder Spinnerei: Neuschwanstein

Tour 1: durch die Schlucht zurück ins Lechtal

Themen: AllgäuBayernDeutschlandFüssen

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