Deutschland: MTB-Trail an der Benediktenwand Deutschland: MTB-Trail an der Benediktenwand Deutschland: MTB-Trail an der Benediktenwand

Beni-Supertrail an der Benediktenwand

Deutschland: MTB-Trail an der Benediktenwand

  • Andreas Prielmaier
 • Publiziert vor 11 Jahren

Die Benediktenwand ist das Wahrzeichen des Tölzer Landes und für Touren-Autor Andi Prielmeier praktisch ein Stoppschild. Denn an ihrem sagenhaften MTB-Trail kann man nicht einfach so vorbeifahren.

So eine Fahrt von München an den Gardasee dauert ja nicht lang. Vier Stunden bei leichtem Verkehr. Meist sitzt Kumpel Stephan neben mir im Bully und wir malen uns schon mal aus, welchen Trail wir uns am Lago zuerst vornehmen. Doch dann durchqueren wir gerade mal Bad Tölz und denken sofort das gleiche: kurzer Zwischenstopp an der Beni-Wand? Klar.

In Benediktbeuern, direkt vom Parkplatz des Alpenwarmbads, geht’s hoch. Eine Schotterstraße zieht sich durch den Wald zur Tutzinger Hütte hinauf. Schön schattig. Je nach Trainingszustand brauchen wir für die Auffahrt grob eine Dreiviertelstunde. Kleinere Rampen, aber auch schöne Alm-Momente zum Ausruhen, Benediktenwand- Aussicht inklusive.

Zwischenstopp an der Tutzinger Hütte

An der Materialseilbahn der Tutzinger Hütte sichern wir unsere Bikes mit einem Schloss und steigen zu Fuß zur Hütte auf. Ein Abstecher, der für uns untrennbar mit dem Beni-Trail verwachsen ist. Zehn Minuten dauert der Spaziergang durch einen Bergwald, in dem man jeden Moment damit rechnet, dass gleich ein paar Trolle und Hobbits über die merkwürdig bemoosten Felsen hüpfen. Oder zumindest Räuber Hotzenplotz – Kumpel Stephan sieht ihm wirklich zum Verwechseln ähnlich. Dann weichen die Bäume plötzlich zurück und sie steht in ihrer ganzen Pracht vor uns, das Wahrzeichen des Tölzer Landes, gemacht für die Ewigkeit: die Benediktenwand. Schon während der Eiszeit trotzte ihre massive Felswand den mahlenden Gletscherströmen.

Die letzten Meter zu Fuß auf die Tutzinger Hütte werden mit dem wohl besten Kaiserschmarrn Bayerns belohnt...

Doch uns strömt jetzt was anderes in die Nase. Der süßliche, unwiderstehliche Duft von Kaiserschmarrn. Niemand macht ihn luftiger als der Hüttenwirt der Tutzinger Hütte. Die Puderzucker-Schicht staubt noch einmal kurz auf, bevor man die warmen Teigstücke durchs frische Apfelmus zieht …

So, aber dann geht’s wirklich los. Zurück auf den Bikes schießen wir erst mal ein Stück auf der Schotterstraße hinunter, die wir auch raufgekommen sind. Aber nur kurz, denn bald zweigt links ein Weg über eine Almwiese ab. Und von diesem Weg stürzen wir uns direkt in den ersten Trail, der rechts in den Wald abtaucht. Grün, grün, grün – Büsche, Farne, Gräser. Dieser Wald gleicht wirklich einem grünen Meer und der Trail zirkelt hier durch die Bäume, als wolle er uns alle seine Farbnuancen auch zeigen.

...Danach kurvt der Trail erst sanft über die Almen.

Dann klettet sich der Pfad an einen Bachlauf. Hier lauern die ersten Stolpersteine, die je nach Wasserstand und Luftfeuchtigkeit auch mal rutschig ausfallen können. Manche Steine haben sogar ausgewachsenen Stufen- Charakter, aber mit Schwung und beherzter Fahrtechnik ist alles fahrbar. Dann löst sich der Pfad wieder vom Bach, und Büsche züngeln aus dem Dickicht in den Weg. Überholen ist hier definitiv unmöglich – muss auch Stephan ruckartig feststellen.

Die ersten Stolpersteine am Bach. Je nach Wasserstand und Luftfeuchtigkeit kann es rutschig werden.

Aber überholen wäre ja jetzt ohnehin zwecklos, denn jetzt kommt der kleine Gegenanstieg dieser Abfahrt. Nur ein paar Minuten bergauf, dann stoßen wir wieder auf die Schotterstraße der Auffahrt. Auch hier geht es noch mal ein paar Pedalumdrehungen bergauf, sonst würde man ein ausgesprochen lohnendes Abfahrtsstück verpassen: Der abzweigende Trail holpert erst über loses Gestein und schubst uns dann noch über ein paar größere Felsbrocken. Egal, was auch passiert: Lenker festhalten ist hier oberstes Gebot.

Dann stoßen wir wieder auf den Schotterweg unserer Auffahrt, biegen aber kurz darauf noch mal in den nächsten Waldweg bergab ein. Hier ist der Untergrund ganz weich, die Kurven weniger spitz und das Gefälle sanfter. Bis schließlich Schotter unter den Reifen prasselt und der Parkplatz ins Sichtfeld rückt.

Der MTB-Trail an der Benediktenwand im Überblick.

Supertrail-Autor des Benediktenwand-Trails: Andi Prielmeier.

Ein echter Tagesaufheller, bei dem man aber durchaus ins Schwitzen kommt. Theoretisch könnte man danach gleich ins Alpenwarmbad hüpfen, aber wir steuern zur Abkühlung lieber noch schnell den nahe gelegenen Ostersee an. Rundum zufrieden und mit einem fetten Grinsen im Gesicht geht’s dann weiter an den Lago.

Themen: Benediktenwand,Beni-Trail,Deutschland,Supertrail

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    Deutschland: Beni-Supertrail

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