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Workshop: Schmieren & Fetten von Mountainbikes

Gut geschmiert: So oft braucht es Ihr Bike

  • Lukas Hanrieder
 • Publiziert vor 3 Jahren

Im Winter schnellen die Standzeiten von Bikes in die Höhe. Zeit für eine Fettkur! Aber auch während der MTB-Saison verlängert Schmieren und Ölen das Bike-Leben und hält die Tour frei von Geräuschen.

Welches Schmiermittel, Fett und Öl wie oft wohin gehört, erfahren Sie in diesem Service-Artikel:

1 Innenlager

Das Montagefett am Innenlager verhindert Knacken und sorgt für ein längeres Leben.

Regelmäßige Pflege hält die Lager fit und beugt Knacken vor.


Wie oft? Einmal pro Saison oder bei Knackgeräuschen.


Wer macht’s? Wenn die oberflächliche Behandlung mit Montagefett (wasser- und schmutzabweisend) den gewünschten Effekt nicht erzielt, ab zum Profischrauber. Denn Vorsicht: Das Zerlegen von Industrielagern erfordert Spezialwerkzeug.


2 Kette

Kette nachschmieren: Aber bitte erst säubern, dann ölen.

Die Beschaffenheit der Kette ist abhängig vom Wetter und den Fahrbedingungen. Neben Universalölen gibt es auch Öle speziell für trockene und nasse Bedingungen.


Wie oft? Frank Ripper von Sram empfiehlt, die Kette nach jeder Fahrt zu reinigen und mit Kettenöl zu schmieren.


Wer macht’s? Kette pflegen kann jeder. Absolutes Pflicht­­programm für alle Biker.


Welches Kettenöl eignet sich am besten? Die besten Schmiermittel haben wir in unserem großen Kettenöl-Test ermittelt.


3 Steuersatz

Steuersatzlager: Die Fettpackung verhindert, dass Schmutz eindringt und lässt die Lager geschmeidig laufen.

Eine zähe Fettpackung hält Schmutz und Wasser ab und verhindert unangenehme Geräusche.


Wie oft? Jeweils vor und nach dem Winter.


Wer macht’s? Den Vorbau abzumontieren, ist kein Problem. Das erneute Abstimmen des Steuersatzes erfordert ein wenig Feingefühl.


4 Sattelstütze

Sattelstütze fetten, bei Carbon-Sattelstützen aber zur Montage-Paste greifen.

Kein Fett, sondern Montagepaste! Verhindert Verdrehen und schützt.


Wie oft? Am Ende der Saison oder wenn die Sattelstütze Spiel hat.


Wer macht’s? Montagepaste auftragen schafft jeder, doch Vorsicht: für Carbon-Teile nur spezielle Carbon-Paste verwenden!


5 Schaltung/Antrieb

Die Gelenke an Schaltwerk und Umwerfer schmiert man am besten mit einem Sprühöl. 

Nach der Reinigung werden alle Gelenke und Achsen des Schaltwerks jeweils punktuell mit einem dünnflüssigen Öl besprüht.


Wie oft? Mindestens einmal pro Saison und zusätzlich nach jeder Dreck- und Schlamm-Tour.


Wer macht’s? Das schafft jeder Hobbybiker.


6 Federgabel / Dämpfer

Die Tauchrohre und Dichtungen ziehen jede Menge Staub und Schmutz an, deshalb sollte man sie regelmäßig reinigen.

Fox-Fahrwerkexperte Chris Trojer warnt: „Sogenannte Pflegeöle können Dichtungen angreifen, das Schmieröl im Inneren kontaminieren oder Schmutz an den Gleitflächen binden. Besser: mit sanftem Wasserstrahl und weichem Tuch säubern.“


Wie oft? Regelmäßig, insbesondere nach Schlammfahrten.


Wer macht’s? Pflege erfordert keine Schrauber-Skills.


7 Fully-Hinterbau

Fully-Hinterbau geräuschfrei machen: Ein Tropfen Sprühöl wirkt hier meist Wunder.

Die gedichteten Lager werden nicht nachgefettet. Bei Problemen (Knarzen oder Lagerspiel) müssen sie erneuert werden – hierfür ist Spezialwerkzeug nötig. Zur Analyse Dämpfer ausbauen, im Hinterbau Reibung und Lagerspiel checken.


Wie oft? Bei Bedarf.


Wer macht’s? Mit Sprühöl können Sie eventuell Geräu­sche kurzfristig von außen beheben. Sonst: ab zum Profi!



PFLEGETIPPS

• Bauteile vor dem Schmieren gründlich säubern, sonst entsteht eine Schleifpaste.
• Öle, Fette und sonstige Schmiermittel penibel von Bremsen und Bremsscheiben fernhalten.
• Schrauben, die über Vorspannkraft wirken, nicht fetten! (Vorbau, Lenker etc.)



SCHMIERMITTEL-LEXIKON


• Kettenöle sind die Klassiker der Antriebspflege. Man sollte davon nicht zu viel verwenden, bzw. Überreste kurze Zeit nach dem Auftragen abwischen – sonst zieht die Kette zu viel Dreck an.


• Trockenschmierstoffe auf Keramik- oder Wachsbasis sind eine gute Alternative für die Kettenpflege. Die Oberfläche bleibt trocken und zieht weniger Schmutz an. Häufiger anwenden als klassische Öle!


• Sprüh- und Kriechöle eignen sich als Korrosionsschutz und zum Lösen von festgerosteten Schrauben. Achtung: Kriechöle können Kunststoffdichtungen angreifen und andere Schmiermittel verdrängen. Als dauerhafte Schmierung für die Kette sind sie nicht geeignet, da sie sich zu schnell verflüchtigen.


• Montagefett kommt als Korrosionsschutz dort zum Einsatz, wo sich Mechanik nicht bewegt (Sattelstütze, Schraubgewinde des Innenlagers, Steuersatzlagerschalen). Für Carbon-Klemmungen (Sattelstütze, Lenker etc.) gibt es spezielle Montagepaste, die die Fasern nicht angreift und die Reibung erhöht.


• Lagerfette kommen nur bei offenen Lagern zum Einsatz, wie sie heute nur noch selten verbaut sind. Kugellager, z. B. in Naben oder älteren Steuersätzen, dürfen üppig mit Lagerfett aufgefüllt werden.



Christoph Allwang, Leiter BIKE-Testlabor:
„Biker sollten ihr Rad häufiger von Schmutz befreien. Wer nur nachschmiert, bindet Dreck und macht ihn hartnäckiger, der Verschleiß steigt.“

Christoph Allwang, BIKE Testlabor-Leiter


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Schlagwörter: Fetten Schmieren Schrauber-Tipp Werkstatt


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