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Workshop: Geräusche am Mountainbike beseitigen

Lärmschutz: So läuft Ihr Bike ohne Knacken und Knarzen

Jeanette Borchers am 04.09.2019

Lautlos durch den Wald zu gleiten – ein Traum! Doch in der Realität knackt, knarzt und scheppert es oft lauter, als es Bikern und Waldbewohnern lieb sein kann. Wir verraten, wie Sie für Ruhe sorgen.

Geräusche am Rad sind ein Spaß-Killer. Wer kennt das nicht: Das Knacken bei jedem herzhaften Tritt kann die eigenen Nerven und die der Mitradler auf eine harte Probe stellen. Manche ungewollten Geräusche sind leicht abstellbar, wie das Quietschen einer trocken gelaufenen Kette, andere Quellen lassen sich nicht so leicht beruhigen – Bremsengeräusche etwa. Oft ist aber gar nicht klar, woher das Knacken überhaupt kommt. Je leichter und großvolumiger der Rahmen, desto lauter werden Geräusche weitergeleitet und umso schwieriger ist die Lokalisierung. Zur Eingrenzung der Lärmquelle dient im ersten Schritt der Soundcheck (unten).  Der folgende Leitfaden hilft, die Geräusche näher zu lokalisieren.

In der Regel entsteht die ungeliebte Begleitmusik, weil Bauteile sich ruckelnd aufeinander bewegen. Ursachen können sein, dass Vorspannkräfte nicht reichen, dass die Schmierung fehlt, oder dass zwischen Bauteilen Spiel entstanden ist. Grundsätzlich kommen bei der Fehlersuche alle Schnittstellen am Bike in Frage. Außerdem regen die Bremsen Schwingungen an.

Mit den Tricks in diesem Workshop lassen sich viele Geräusche eliminieren. 

Workshop: Geräusche am Mountainbike beseitigen

Lautlos durch den Wald zu gleiten ist der Traum eines jeden Bikers...


SOUNDCHECK - VOM KLANG ZUR URSACHE

  • Klappern – Lose Teile am Rad
  • Knacken – Innenlager, Kurbeln, Pedale, Schaltauge, Spannachse/Schnellspanner lose, Riss im Alu
  • Knarzen – Pedalplatten, Sattelgestell
  • Quietschen – Kette oder Schaltwerksrollen
  • Knistern – Riss im Carbon

Hilfsmittel: Diese Schmiermittel, Pasten und Speziallösungen  helfen, das Bike ruhigzustellen.

Workshop: Geräusche am Mountainbike beseitigen

Schmiermittel, Pasten und Speziallösungen helfen bei der Geräuschbeseitigung am Mountainbike

Montagefett

Für ruhende Teile. Ein zähes, druckstabiles Fett, dessen Hauptaufgabe darin besteht, Bauteile voneinander zu trennen, Beschädigungen und Kontaktkorrosion zu verhindern und Wasser draußen zu halten. Auch als Dichtschicht vor der eigentlichen Lagerdichtung nützlich. Praktisch: In der Montagepaste von Shimano steckt ein Pinsel. Für Verschraubungen aller Art nutzbar.

Lagerfett

Minimiert Reibung bei drehenden Teilen, insbesondere zum Nachschmieren von Kugel- und Gleit­lagern. Die Ansprüche am Bike sind aber nicht sehr hoch, da die Lager langsam drehen und die Temperaturen niedrig sind.

Carbon-Montagepaste

Für klemmende Teile. Erhöht die Reibung zwischen Bauteilen und schont so Carbon-Rohre vor Beschädigung durch Einschnürungen. Denn das nötige Drehmoment fällt mit dem Einsatz von Carbon-Pasten um rund 40 %. Für Lenker/Vorbau- und Sattelstütze/Rahmen-Verbindungen.

Kriechöl

Dringt in enge Spalten ein und sorgt kurzfristig für Ruhe.

Schraubenkleber mittelfest

Zum Sichern kleiner Schraubverbindungen wie an Bremsscheiben, Schaltaugen oder auch Lagerbolzen von Gelenken.

Drehmomentschlüssel

Drehmomentschlüssel helfen, die Verschraubungen am Bike richtig anzuziehen – dies unterstützt eine geräuschlose Fahrt und schont leichtes, empfindliches Material, insbesondere Carbon.

Speziallösungen

Die Lagersitze von Carbon-Rahmen sind selten zylindrisch. "Wir haben sogar schon Trompetenformen gesehen", sagt Norbert Köhn von Reset Engineering. Nicht immer können Serienbauteile dies kompensieren. Deshalb bietet Reset Schalen mit Übermaß an. Die elastischen Lagerschalen aus glasfaserverstärktem Polyamid haben serienmäßig 2,5 Zehntelmillimeter Übermaß, andere Maße sind auch möglich. Wenn es nicht nur knarzt, sondern klappert, weil die Bauteile zu große Toleranzen haben, hat Reset ein zweites Produkt im Programm, mit dem kleine Spalte bis 0,15 mm überwunden werden können. "Gut gemacht, hält das super", sagt Köhn. Klappert es noch deutlich ärger, können auch übliche Zweikomponenten-Epoxydkleber eine Lösung sein.


Diesen Artikel finden Sie in BIKE 12/2018. Die gesamte Digital-Ausgabe können Sie in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Print-Ausgabe im DK-Shop nachbestellen – solange der Vorrat reicht:

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Jeanette Borchers am 04.09.2019

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