Aus gebrauchten Mountainbike-Reifen, 200 bis 400 Spax-Schrauben und einem Gurtband basteln wir Spike-Reifen für den Wintereinsatz. Zugegeben: Es benötigt etwas Zeit, und das Gewicht der Reifen schnellt in die Höhe. Dafür schont der Eigenbau den Geldbeutel und ermöglicht individuelle Anpassungsmöglichkeiten. 

  • Reifenwahl: Zwei alte Mountainbike-Reifen bilden die Grundlage für unsere Wintergummis. Je gröber die Stollen, desto besser eignet sich der entstehende Spike auch für tieferen Schnee und weiches Gelände. Für den Alltagseinsatz auf fest gefahrenem Schnee und eisigen Wegen eignet sich ein schwach profilierter Reifen besser.
  • Löcher bohren: Damit die Spikes mittig in den Stollen sitzen, bohren wir die Löcher von außen mit einem dünnen Bohrer (zwei Millimeter) vor. Nicht jeder Stollen muss mit einer Schraube präpariert werden. Grundsätzlich gilt: je mehr Schrauben, desto höher der Grip, aber auch der Rollwiderstand und das Zusatzgewicht steigen.
  • Schrauben setzen: Als Spikes dienen handelsübliche Spax. Für die meisten Reifen genügen Schrauben mit zwölf Millimetern Länge und drei Millimetern Dicke (abhängig vom Profil). Diese mit dem Akku-Schrauber von innen durch die vorgebohrten Löcher drehen. Edelstahlschrauben halten länger, sind aber auch deutlich teurer.
  • Schutzschicht: Zum Schutz des Schlauchs vor den Schraubenköpfen legen wir ein Gurtband über die Metallflächen. Alternativ eignet sich ein alter Rennradmantel. Für kurzzeitige Einsätze reicht auch ein alter Schlauch oder mehrere Lagen dicken Tapes. Aber Achtung: Im Dauereinsatz reiben sich dünne Materialien durch, es droht Plattengefahr.
  • Schrauben kürzen: Zuletzt müssen die Schrauben mit einer Kneifzange auf Maß gebracht werden, dabei bitte eine Schutzbrille aufsetzen! Rund zwei Millimeter sollten die Enden aus dem Profil herausragen. Nur, wer die Reifen ausschließlich auf sehr weichem und tiefem Untergrund nutzt, kann mit längeren Spikes den Grip erhöhen.
  • Achtung: Scharf! Die Verletzungsgefahr ist mit selbst gebauten Spikes deutlich höher als bei herkömmlichen MTB-Reifen. Ein Schutzblech verhindert ungewollten Kontakt mit den spitzen Schrauben­dornen am Hinterrad.