• KURBELLÄNGE Kleine Leute, kleiner Rahmen: Auch die Kurbellänge sollte angepasst werden. Gemessen wird die Kurbellänge von der Mitte der Tretlagerachse bis zur Mitte der Pedalachse. Am häufigsten sind 175-mm-Kurbeln verbaut, gefolgt von 170ern. Hochwertige Kurbelsysteme, wie die XTR-Kurbeln, bietet Shimano in 2,5-mm-Schritten an. Kürzer oder Länger? Einflussfaktoren auf die optimale Länge gibt es viele: Körpergröße, Schrittlänge, Vorlieben. Falls Sie nicht mit der Standard-Kurbel zurechtkommen, sollten Sie etwas unternehmen. Dabei gilt: Große (ab 1,90 m) und sportliche Fahrer greifen zur längeren Kurbel, kleine (unter 1,70 m) und mit hoher Trittfrequenz kurbelnde Biker wählen die kürzere Variante. Bei Knieproblemen sollten Sie kürzere Kurbeln ausprobieren, da so der Bewegungsumfang verringert wird. Fahrer, die gern mit dicken Gängen und niedriger Trittfrequenz in die Pedale treten, sind mit längeren Kurbeln besser beraten, weil die Umlaufstrecke dadurch zunimmt. Nach dem Umstieg aktivieren Sie ungewohnte Muskelbereiche: also langsam beginnen!
  • Q-FAKTOR Die wenigsten wissen etwas damit anzufangen. Dabei kann ein zu großer Q-Faktor der Ursprung bei Knieschmerzen sein. Je schmaler, desto ergonomischer: Diese Devise gilt für den Q-Faktor. Diese Größe beschreibt nichts anderes als die Baubreite der Kurbel. Aus bewegungsökonomischen Gründen sollte dieses Maß möglichst gering sein. Ein weiterer Vorteil von schmalen Kurbeln: Sie setzen in Kurven erst später auf. Wer viel zwischen Rennrad und Mountainbike wechselt, sollte auf identische Werte bei Kurbellänge und Q-Faktor achten. So fällt die Umstellung nicht so schwer.
  • TRETLAGERBREITE Die Zeiten des Vierkant-Innenlagers sind vorbei: Spacer gleichen bei modernen Lagern Distanzen bequem aus. Die Gehäusebreite beträgt entweder 68 oder 73 Millimeter. Nur im Downhill-Bereich gibt es breitere Ausnahmen. Die aktuellen Kurbelsysteme sind in der Regel mit beiden Breiten kompatibel. Durch den Einsatz von Spacern können zusätzlich Abstände ausgeglichen werden, die beispielsweise bei E-Type-Umwerfern entstehen. Je nach Hersteller liegen unterschiedlich viele Spacer bei. Entscheidend am Ende ist einzig, dass die Kettenlinie stimmt. Deshalb sollten Sie die Herstellerangaben beachten!
  • TRETLAGERGEHÄUSE Klassisch oder modern: Am Tretlagergehäuse scheiden sich die Innenlager. Beim herkömmlichen BSA-Gewinde hat sich seit den Vierkant-Innenlagern nichts verändert. Die Gehäusebreite beträgt noch immer 68 oder 73 Millimeter und ist so mit fast allen Kurbelsystemen kompatibel.
  • Beim BB90-Standard misst die Tretlagerbreite 90 Millimeter. Je nach Hersteller weicht dieses Maß ab (BB86 oder BB92). Die Lagerschalen werden in einer Kunststoffschale in das gewindelose Gehäuse gepresst.
  • Die 30-mm-Hohlwelle beim BB30-Standard benötigt mehr Platz: Deshalb besitzt das Tretlagergehäuse einen größeren Durchmesser als herkömmliche 24-mm-Gehäuse. Die Lagerschalen werden direkt in den Rahmen gepresst.
  • KURBELSYSTEME Vierkant, Octalink und Hollowtech I sind Geschichte. Seit 2007 setzen Hersteller auf folgende Systeme: Kurbelsysteme mit BSA-Gewinde werden seltener: Die Mehrzahl der Kurbelsysteme setzt aber auf den bewährten Hollowtech-II-Standard (Shimano SLX/Bild 1) mit außenliegenden Tretlagerschalen. Auch das GXP-System von SRAM (Truvativ Stylo/Bild 2) und der MegaExo-Standard von FSA (K-Force Light/Bild 3) funktionieren nach identischem Prinzip. Für alle drei Kurbelsysteme gelten dieselben Gehäusevoraussetzungen: 68 oder 73 Millimeter Gehäusebreite und ein BSA-Gewinde. Selbst mehrere Jahre alte Bikes lassen sich dadurch mit modernen, steifen und leichten Kurbelsystemen nachrüsten. Nur auf die BB-Standards muss verzichtet werden.
  • Immer mehr Hersteller favorisieren Innenlager-Lösungen mit eingepressten Lagerschalen. Beim BB30-Standard (FSA Afterburner/Bild 5) wächst die Hohlwelle auf 30 Millimeter und die größeren Lager verschwinden – im Gegensatz zu Hollowtech II, GXP und MegaExo (Bild 1-3) – wieder im Tretlagergehäuse. Der BB90-Standard (bei manchem Hersteller auch BB86 oder BB92) setzt weiterhin auf eine 24-Millimeter-Hohlachse. Allerdings werden die Lagerschalen bei BB90 (SRAM XX/Bild 4) samt Kunststoffschale in das Tretlagergehäuse gepresst.