• 1. BIKE EINSPANNEN Montageständer mit Klauenmechanismus sind ungeeignet. Wegen der Hebelverhältnisse werden die Carbon-Rohre darin leicht zerdrückt! Besser: Ständer mit Drei- oder Vierpunktaufnahme, oder stecken Sie eine metallene (fettfreie) Sattelstütze in das Sitzrohr. Am besten eignet sich eine billige Montage-Sattelstütze.
  • 2. SITZHÖHE EINSTELLEN Öffnen Sie Schnellspanner oder Klemmschelle. Schieben Sie die Stütze in die gewünschte Position. Bei Schnellspannern: Beachten Sie, dass die benötigte Handkraft auf der zweiten Hälfte des Weges moderat zunimmt. Ziehen Sie die Schraube schrittweise an. Achtung: Sitzrohre und Sattelstützen aus Carbon müssen immer frei von Schmierstoffen sein!
  • 3. STÜTZENHALT KONTROLLIEREN Kontrollieren Sie den festen Sitz, indem Sie den Sattel vorne und hinten packen und versuchen, diesen zu verdrehen. Gelingt dies, drehen Sie entweder die Schraube oder bei geöffnetem Schnellspanner dessen Vorspannmutter um eine viertel oder halbe Umdrehung. Danach versuchen Sie es erneut.
  • 4. WARNSIGNALE BEACHTEN Achten Sie auf Warnsignale, wie hohe Handkräfte am Schnellspanner oder einen Klemmschlitz, der sich stark zusammenziehen lässt. Beides kann auf eine Stütze mit zu geringem Durchmesser oder zu geringe Reibung zwischen Sattelstütze und Sitzrohr hindeuten. In diesem Fall können Sie mittels Dynamic-Montagepaste für Carbon sicheren Halt erzielen.
  • 5. LACK SCHÜTZEN Kleben Sie an Bereiche, an denen Züge scheuern (Steuerrohr, Sitzrohr und Hinterbaustrebe) oder die unter dem Beschuss von Steinchen liegen (Unterrohr, Tretlagergehäuse), insbesondere auch die durch den Kettenschlag gefährdete Oberseite der Kettenstrebe spezielle dicke Klarsichtfolie. Diese schützt den Rahmen, ohne dass die Optik gestört wird.
  • 6. RAHMENSTRUKTUR SCHÜTZEN Kleben Sie als Schutz des Rahmens bei Kettenklemmern mehrere Lagen Klarsichtfolie übereinander, und zwar genau in dem Bereich, wo das Kettenblatt an der Kettenstrebe vorbeiläuft. Eventuell hat auch etwas Aluminiumblech Platz. Weiterhin hilft Folie auf dem Tretlagergehäuse, falls die Kette mal herab fällt.
  • 7. MUSTER-BEISPIEL Beim Kettenklemmer, dem sogenannten Chainsuck, verhakt sich die Kette zwischen dem Kettenblatt und der Kettenstrebe. Vorbildlich schützt zum Beispiel Scott seine Rahmen gegen solche Attacken. Bei den Carbon-Chassis der Schweizer klebt eine Aluminiumplatte auf der Strebe – damit haben zerstörerische Angriffe der Kette keine Chance.
  • 8. KORROSION VERMEIDEN Es ist ein Irrglaube, dass Faserwerkstoffe nicht durch Korrosion gefährdet sind und deshalb weniger Pflege brauchen. An vielen Stellen sind Aluminiumbauteile angeklebt, geschraubt oder genietet. Ist der Lack an diesen Stellen nicht perfekt, können die Anbauteile unter dem Lack korrodieren. Versiegeln Sie deshalb auch Carbonrahmen regelmäßig mit Wachs.
  • ANBAUTEILE 1. KLEMMUNGEN FETTFREI HALTEN Klemmbereiche, bei denen Carbon zumindest ein Partner ist, müssen frei von Schmierstoffen sein. Bsp.: Lenker/Vorbau, Hörnchen, Bremsgriffe, Schalthebel, Sattelstützen. Entfetten Sie mit Spiritus oder Reinigungsbenzin (keine aggressiven Reinigungsmittel!). Gefettet werden müssen dagegen wie üblich die Gewinde aller Schrauben.
  • 2. HALT ERHÖHEN Vorbauten, Lenkerhörnchen, Schalthebel und Bremsgriffe finden oft wenig Halt auf der glänzend lackierten Oberfläche von Carbon-Lenkern. Zu hohe Anzugsmomente können den Lenker aber schädigen. Abhilfe: Dynamics-Montagepaste erhöht die Reibung und reduziert so die erforderlichen Schrauben-Drehmomente bis zum sicheren Sitz des Bauteils.
  • 3. DREHMOMENT EINHALTEN Schrauben an Anbauteilen müssen mit einem Drehmomentschlüssel gemäß den aufgedruckten oder in der Anleitung vermerkten Angaben des Herstellers angezogen werden. Carbon warnt nicht durch Nachgeben. Die Verschraubungen können angezogen werden, ohne dass sich das Gefühl ändert und plötzlich beginnt es zu knacken – der Werkstoff versagt. TIPP Carbon verformt sich nicht, bevor es bricht. Untersuchen Sie Ihr Bike nach einem Sturz sorgfältig. Verfärbungen, Blasen, Wellen oder Risse, ebenso wie Knack- geräusche während der Fahrt sind deutliche Indikatoren für eine Schädigung. Gehen Sie mit einem derart veränderten Bauteil zu Ihrem Händler, damit dieser es sorgfältig untersucht. Im Zweifel ist der Tausch immer die sichere Wahl. (Fotos: Daniel Simon)