Jetzt wird's dreckig: Materialkiller für das Mountainbike Jetzt wird's dreckig: Materialkiller für das Mountainbike Jetzt wird's dreckig: Materialkiller für das Mountainbike

Service und Wartung: Tipps für längere Haltbarkeit

Jetzt wird's dreckig: Materialkiller für das Mountainbike

  • Sebastian Brust
 • Publiziert vor 4 Monaten

Nachhaltig gut: Das Mountainbike möglichst lange fahren schont Umwelt und Geldbeutel. Hier die BIKE-Tipps gegen die Hauptgegner im Kampf mit dem Verschleiß.

Wer sein Bike lange fährt, schont Umwelt wie Geldbeutel. Doch Mountainbiken ist materialmordend – vor allem bei Nässe und im Winter. Wir zeigen Ihnen die sechs Hauptgegner im Kampf gegen den Verschleiß und rüsten Sie mit den wichtigsten Tipps, um sich ihnen zu stellen – damit Sie an Ihrem Mountainbike möglichst lange Freude haben.

Übeltäter Nr. 1: Winter

BIKE Magazin Wer sich etwas Gutes tun will, radelt im Winter natürlich durch. Aber Vorsicht, wenn's gefriert! Neben Ausrutschern lauern auf glatten Wegen noch andere Gefahren.

WINTER In der dunklen Jahreszeit lauert der mit Abstand schlimmste Feind von Metallteilen. Streusalz auf der Straße, der Killer schlechthin, erhöht die elektrische Leitfähigkeit von Wasser (s. auch Übeltäter Nr. 4) und zündet den Korrosions-Turbo. Die Salzlösung setzt allen Metallen innerhalb von Stunden übel zu, nicht nur dem Stahl der Kette. Die Ausnahme bilden nur korrosionsbeständiges Titan und rostfreier Stahl. Magnesium an Gabeln zerbröselt, Aluminium blüht auf, Lack platzt ab, Stützen verklemmen sich, selbst in Carbon-Rahmen. Bike-Pflege im Winter ist also besonders wichtig, Salz muss nach der Tour sofort runter. Dazu sanft mit Wasser abspülen, trockenreiben, Kette pflegen und das Bike trocken und möglichst gut belüftet lagern.

Übeltäter Nr. 2: Schmutz

BIKE Magazin Begründete Binsenweisheit: Pflege hilft gegen vorzeitigen Verschleiß. Und ein sauberes Bike hält einfach länger. Doch was wäre Mountainbiken ohne Dreckspritzer? Eben. Ein paar Handgriffe genügen, und Matschpfützen verlieren ihren Schrecken.

Dreck abwaschen Warum hält ein sauberes Bike länger? Weil es schneller trocknet. Denn Schmutz erhöht nicht speichert Feuchtigkeit, den Nährboden der Korrosion. Das Bike muss nicht immer geduscht werden. Vor allem bei gut imprägnierten Bikes reicht es auch mal, den frischen Dreck einfach abzuwischen. Apropos waschen: Auch die Bike-Klamotten danken Ihnen bei richtiger Pflege mit längerer Lebensdauer. Lassen Sie groben Schmutz vor dem Waschen trocknen und bürsten Sie ihn anschließend ab, dann hält auch die Waschmaschine länger – Schmutz unterstützt nämlich zusätzlich den Übeltäter Nr. 3: die Reibung.

Übeltäter Nr. 3: Reibung

BIKE Magazin Ohne Reibung kein Verschleiß. Drum heißt es, die Geschmeidigkeit zu konservieren und so den Materialabrieb in beweglichen Teilen zu minimieren.

Bleib geschmeidig Erst die Reibung verursacht Materialabrieb. Darum lohnt sich der kleine Service bei Gabeln und Dämpfern. Den kann jeder selbst machen. Mit dem alten Öl verschwinden Dreck und Abrieb aus dem Inneren, die den Verschleiß nur fördern. Cleat und Pedal harmonieren mit gelegentlichen Silikon- oder Kriechölspritzern besser. Hochwertige, gewalzte Schaltzüge halten länger und flutschen leichtgängiger mit einer Packung Teflonspray. Sind die Gleitflächen von Dämpfer, Gabel oder Tele-Stütze vor Dreckbeschuss geschützt, etwa durch Mini-Schutzbleche, funktionieren sie zuverlässiger. Vor allem eingetrockneter Schmutz greift die Dichtungen an und wandert unter ihnen hindurch.

Übeltäter Nr. 4: Wasser

BIKE Magazin Wasser ermöglicht Metallen erst die Reaktion mit Sauerstoff. Die Folge: Korrosion. Halten Sie Ihr Bike am besten trocken – also, im Rahmen der Möglichkeiten, die unser Hobby bietet.

NÄSSESCHUTZ Wasser ist das Medium, das Metallen die Reaktion mit Sauerstoff aus der Luft und damit die Verwitterung erst ermöglicht. Ohne Wasser keine Korrosion. Doch was wäre Mountainbiken ohne Matsch? Eben. Deshalb dichten Sie Ihr Bike am besten ab: Verlegen Sie durchgehende Züge und verschließen Sie deren Enden möglichst mit gedichteten Kappen. Fett und Montagepaste verhindern Wassereinbruch in Lager und Gewinde. Unser Tipp: Sprühwachs oder Kfz-Hartwachspolitur, für die Fahrradkette auch als Heißwachs oder mit Lösungsmittel aus der Tröpfelflasche – imprägniert Oberflächen und Ritzen zusätzlich. Behandeln Sie alle Bauteile mit Ausnahme von Bremsscheiben, Bremsbelägen, Satteloberflächen und Lenkergriffen damit. Achtung: Bikes sollten nie unter Wasser getaucht werden, dem Wasserdruck hält keine Abdichtung stand. So eingedrungenes Wasser löst regelrechte Korrosionsorgien aus.

Übeltäter Nr. 5: Kraft

BIKE Magazin Wo rohe Kräfte sinnlos walten, da kann sich kein Gebild gestalten. Sagte Friedrich Schiller. Und tatsächlich schießt der Materialschwund bei hohem Krafteinsatz massiv in die Höhe. Die richtige Materialauswahl ist dann entscheident.

KRAFT SPAREN heißt länger fahren. Starkes Bremsen und ordentlich Druck auf dem Pedal boosten den Materialverfall. Also: entspannt Vollgas! Ganz nach kindlichem Vorbild. Vom abgescheuerten Hinterreifen durch unsachgemäßes Bremsen mal abgesehen, verschleißen Kinder-Bikes auch dann kaum, wenn sie mit leichtestem Material aufgebaut sind. Weil die wirkenden Kräfte unter einem gewissen Level bleiben. Tipp für Erwachsene: möglichst große Kettenblätter fahren, bestenfalls aus Stahl! Kleine Blätter erhöhen die Kettenkräfte und so den Verschleiß massiv. Regelmäßiges Schmieren reduziert wiederum Reibungskräfte im Material.

Übeltäter Nr. 6: Vernachlässigung

BIKE Magazin Unaufmerksamkeit kann auf dem Trail schnell gefährlich werden. Nachlässigkeit im Umgang mit dem eigenen Bike zahlt man in der Währung Haltbarkeit.

Smart sein, smart biken Nein, dafür brauchen Sie keine Internetverbindung, gemeint ist die besonnene Tour-Vorbereitung. Die hilft beim Schonen des Materials. So schmälert der richtige Luftdruck den Reifenabrieb, und sorgfältig eingebremste Bremsbeläge halten deutlich länger. Auch die Materialauswahl bestimmt die Lebensdauer, vermeiden Sie Missbrauch: Das All Mountain leidet beim Pendeln ebenso wie das Marathon-Fully im Bikepark. Tipp: Legen Sie sich lieber ein unempfindlicheres Zweitrad mit haltbareren Komponenten zu. So wie Luggt


35 Jahre: Luggi und das Klein Attitude

Mehr Rad fahren, weniger Müll, und so die Welt retten? Da kann Ludwig Ritzer, genannt Luggi, nur mild schmunzeln. Mit seinem 1992er-Klein-Attitude durchbrach der 65-Jährige gerade die 100 000-Kilometer-Schallmauer. Mit Öko-Rebellismus hatte das allerdings eher wenig zu tun.

Henri Lesewitz Seit 30 Jahren glücklich: Ludwig Ritzer hat mit seiner großen Liebe, einem Klein Attitude von 1992, bereits mehr als zweimal die Welt umkurbelt. Nachweislich. Seine Geschichte lesen Sie in BIKE 01/2022 .

Ein Hardtail kann bei guter Pflege schier ein Leben lang halten. Den Beweis liefert uns Luggi mit seiner große Liebe in der Reportage in BIKE 01/2022. Wie Sie Ihr Mountainbike am besten pflegen – gerade bei harten Bedinungen im Winter – zeigen wir Ihnen in BIKE 02/2022.

BIKE Magazin BIKE 02/2022 – mit den Tipps zur Materialpflege im Winter & mobile Reinigungsgeräte im Test – jetzt lesen! Bestellen Sie sich die BIKE versandkostenfrei nach Hause oder lesen Sie die Digital-Ausgabe in der BIKE App für iOS oder Android . Besonders günstig und bequem erleben Sie die BIKE im Abo .

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