• Der erste Schritt ist, die Felge für die Umrüstung vorzubereiten. Dazu eventuell vorhandene Felgenbänder oder ältere Tapes entfernen. Bei Kleberückständen unbedingt die Felge mit Bremsenreiniger oder Ähnlichem reinigen. Nur so haftet das Abdicht-Tape überall fest auf der Felge.
  • Beim Aufziehen des Abdicht-Tapes einige Zentimeter vor dem Ventilloch beginnen. Darauf achten, dass man es schön mittig in die Felge legt. Wenn man das Tape immer unter Spannung aufzieht, kann es sich optimal an die Struktur des Felgenbetts anpassen.
  • Bei robusteren Tapes reicht eine Umwicklung, andere in zwei, drei Lagen auftragen. Den Abschluss immer mit einer Überlappung von mehreren Zentimetern über dem Ventilloch machen. Wichtig: abschließend das Tape mit einem Tuch blasenfrei und vollflächig andrücken.
  • Liegt das Tape vollflächig an, macht man sich an die Montage des Schlauchlosventils. Zuerst durchsticht man dazu das Tape mit einem kleinen Schraubendreher oder ähnlich spitzem Werkzeug. Danach drückt man das Ventil von außen durch das vorgebohrte Loch.
  • Einige Ventile besitzen mehrfache Dichtungen, wie das abgebildete. Wichtig ist jedoch die Abdichtung im Felgenbett. Anders als bei Schläuchen ist hier das handfeste Anziehen des Konterrings Pflicht, um das System luftdicht zu bekommen.
  • Fast alle Tubeless-Ventile haben geschraubte Ventilkerne, die man von Hand (oder mit dem gezeigten Werkzeug) entfernt. Das erleichtert das spätere Aufpumpen des Reifens und erlaubt das Einfüllen des Dichtmittels, ohne sich dabei schmutzig zu machen.
  • Bei der Reifenmontage immer erst eine Wulst komplett aufziehen. Am besten beginnt man gegenüber des Ventils und arbeitet sich auf beiden Seiten bis zum Ventil vor. Wenn man darauf achtet, die Reifenwulst stets in die Mitte des Felgenbettes zu drücken, geht das fast immer ohne Hilfsmittel.
  • Oft lässt sich die zweite Reifenwulst am Ende schwer über das Felgenhorn heben. Mit dem Handballen drückend und etwas Spüli-Wasser als Schmierung, bezwingt man aber auch schwergängige Reifen. Vorsicht beim Einsatz von Reifenhebern. Sie können das Dicht-Tape bei Tubeless-ready-Felgen beschädigen.
  • Jetzt zeigt sich, wie gut die Felgen/Reifenkombination harmoniert. Wenn der Reifen zum ersten Mal Druck aufbaut, hat man schon fast gewonnen. Durch das hohle Ventil kann man mit ein paar schnellen, kräftigen Hüben aus der Standpumpe viel Luft in den Reifen drücken.
  • Aufpumpen, bis die Reifenwulst rundherum auf der Felge einras­tet – oft von lautem Knallen begleitet. Optisch kann man das mit der rundum gleichmäßigen Sicherheitswulst überprüfen. Danach die Luft komplett wieder ablassen. Achtung: Bei Leichtbau/ Carbon-Felgen unbedingt die Maximaldrücke beachten.
  • Manchmal hilft es auch, zuerst den Reifen mit einem Schlauch aufzupumpen und ein paar Stunden dehnen zu lassen. Dann die Reifenwulst auf einer (!) Seite vorsichtig demontieren, den Schlauch entfernen, das Ventil einsetzen und schlauchlos aufpumpen. Dadurch minimiert man ungewollten Luftverlust.
  • Endlich! Wer erst jetzt die Dichtflüssigkeit durch den immer noch hohlen Ventilstutzen einfüllt, vermeidet, sich zu bekleckern, denn man arbeitet bereits in einem geschlossenen System. Dazu haben sich einfache Klinikspritzen sehr gut bewährt. Jetzt erst den Ventilkern einsetzen und Reifen auf Betriebsdruck aufpumpen.
  • Gute Tubeless-ready-Reifen sind oft von Haus aus weitgehend dicht. Trotzdem muss man die Dichtflüssigkeit gut verteilen, um auch die wenigen undichten Stellen permanent abzudichten. Dazu das Laufrad mehrfach in der Hand drehen, auf den Boden klopfen oder auf dem Boden hüpfen lassen.
  • Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Manchmal leidet ein System unter unentdeckten, schleichenden Luftverlusten. Um diese zu lokalisieren und die Dichtmich gezielt dorthin zu bringen, kann man den Reifen großzügig mit Seifenwasser einreiben. Selbst kleinste Undichtigkeiten werden schnell durch die Blasenbildung entlarvt.