Schluss mit dem Schreckgespenst "Federgabel-Service" – wir zeigen Schritt für Schritt, wie der kleine Service bei den aktuellen Rock-Shox-Gabeln ganz leicht klappt.

  • 1. Nach der Grobreinigung (mit Wasser, Bürste & Lappen) kann man direkt mit der Demontage beginnen. Dazu zuerst den Drehknopf der Zugstufe entfernen. Er ist rot und befindet sich unten am rechten Holm.
  • 2. Bei den meisten Modellen ist er nur aufgesteckt und kann mit etwas Kraft herausgezogen werden. Sollte der Drehknopf je verloren gehen, kann man die Zugstufe übrigens jederzeit auch mit einem 2,5-mm-Inbus einstellen.
  • 3. Um ans Innere zu kommen, muss man das Casting von den Standrohren lösen. Dazu zuerst mit dem 5-mm-Inbus die innen liegenden Schrauben lösen – aber nur um zirka vier Umdrehungen. Nicht ganz herausdrehen!
  • 4. Sonderfall Pike: Bei der Pike ist der Zugstufenknopf mit einer 2,5-mm-Madenschraube gesichert. Außerdem liegen die beiden 5-mm-Sicherungsschrauben außen und nicht versteckt im Casting.
  • 5. Über ein paar leichte Schläge mit dem Gummihammer auf den Inbus (bei der Pike direkt auf die Schrauben) löst man die Verpressung zwischen den Tauch- und Standrohren.
  • 6. Nun die Schrauben ganz herausdrehen. Wenn die Quetsch-Unterlegscheiben mit Kunststoffdichtung komplett plattgedrückt sind, sollte man sie tauschen. Ein Satz liegt dem Service-Kit bei. Hier ist sie noch in Ordnung.
  • 7. Das Casting sollte nun ohne großen Widerstand von den Standrohren abzuziehen sein. Sobald die Pressung gelöst ist, kann das Schmieröl unten ablaufen. Daher unbedingt einen Auffangbehälter unterstellen. 
  • 8. Die Menge der Schmierung variiert je nach Gabel zwischen 5 und 10 Milliliter. Fließt deutlich mehr Öl ab, ist das ein sicheres Indiz dafür, dass die Dämpfungseinheit undicht ist – dann ab zum großen Service beim Händler.
  • 9. Nun kann man gut die verbleibende Verschmutzung um die Dichtung herum entfernen, Damit kein Dreck in die Gabel fällt, die Öffnung nach unten halten. Ist die Dichtung intakt, kann sie auch weiter verwendet werden – dann zu Punkt 13.
  • 10. Ist ein Tausch fällig, kann man die Dichtung mit einem stumpfen Werkzeug (stabiler Reifenheber, Maulschlüssel oder Ähnlichem) heraushebeln. Auf keinen Fall ein spitzes Werkzeug á la Schraubendreher nehmen.
  • 11. Nachdem man den Dichtungssitz mit einem fusselfreien Lappen sauber gerieben hat, legt man den noch trockenen Schaumstoffring ein. Darauf achten, dass er nicht verdreht liegt. 
  • 12. Im nächsten Schritt werden die Dichtungen eingepresst. Dazu die spezielle Kunststoffeinpresshülse oder eine passende Nuss nehmen. Nie direkt aufpressen und vorsichtshalber die beiliegenden Spiralringfedern dafür entfernen. 
  • 13. Jetzt die Schaumstoffringe mit Schmieröl tränken (z. B. mit der Spritze). Sind sie mit Öl gesättigt, noch rund herum mit dem Finger eine kleine Menge Rock Shox Butter auftragen – ein Pinsel könnte Borsten verlieren.
  • 14. Haben die Standrohre keine größeren Kratzer oder Riefen, reicht es, sie einfach nur mit einem fusselfreien Lappen sauber zu reiben. Sind größere Unebenheiten vorhanden, sollten sie zu einem Service-Partner zur Inspektion.
  • 15. Wer mag, kann seiner Gabel mit wenig Zusatzaufwand mit dem Luftkammer-Service noch mehr Gutes tun. Davor noch den Druck in der Luftfeder notieren und komplett ablassen. Ansonsten direkt zu Punkt 19.
  • 16. Ein Sicherungsring fixiert die Lufteinheit in dem linken Standrohr. Er wird über spezielle Aussparungen in der Base-Plate zusätzlich fixiert. Die Platte daher zuerst leicht ins Rohr drücken und gegenüber dem Sicherungsring verdrehen,
  • 17. Dann lässt sich der Sprengring mit einer passenden Zange leicht greifen und entfernen. Vorsicht beim Abziehen des Sicherungsringes – wer den empfindlichen Luftschaft dabei verkratzt, riskiert späteren Luftverlust.
  • 18. Die Lufteinheit am Schaft komplett herausziehen und mit einem fusselfreien Lappen sauber reiben. Die beiden Gummidichtungen mit einem dünnen Fettfilm schmieren. Dabei nicht zu viel aufbringen.
  • 19. Schon kann man die Einheit wieder einfädeln, den Sicherungsring einsetzen und die Base-Plate zur Sicherung ausrichten. Der Sicherungsring ist übrigens nicht richtungsgebunden – er lässt sich in beide Richtungen verwenden. 
  • 20. Nun kann man das Casting wieder vorsichtig und ohne Verkanten auf die Standrohre stülpen. Noch nicht ganz aufschieben, damit die Öffnungen unten in der Gabel noch offen bleiben – um dort das Schmieröl wieder einfüllen zu können. 
  • 21. Das geht am einfachsten mit einer Spritze mit Schlauchaufsatz. Die genauen Ölmengen findet man unter sram.com/service/rockshox. Diese sollten möglichst genau eingehalten werden. Sonst kann der Dämpfer später beschädigt werden.
  • 22. Sobald man das Casting ganz aufschiebt, kann kein Öl mehr austreten. Nun nur noch die beiden Sicherungsschrauben samt Quetschring und Dichtung (siehe Punkt 6) mit ca. 7 Nm festziehen. Zugstufenknopf fixieren, aufpumpen und fertig.
  • Profitipp Carsten Wollenhaupt, Sram-Techniker: "Verliert die Gabel Luft, hat das meistens zwei Ursachen: Entweder wurde der Luftschaft beim Ausbau des Sicherungsrings verkratzt, oder das Top-Cap-Gewinde ist beim Umbau der Bottomless Tokens verschmutzt worden. Deswegen bei diesen beiden Schritten unbedingt vorsichtig arbeiten und auf Sauberkeit achten."