• KURBEL/INNENLAGER-SYSTEME Früher war alles einfacher: Fast jede Kurbel passte auf jedes Innenlager – Vierkant sei Dank. Inzwischen unterscheidet man zwischen Patroneninnenlagern und Kurbelinnenlager-Systemen. Die Patronenlager gibt es mit verschiedenen Kurbelaufnahmen: Vielverzahnungen wie “Octalink” und “ISIS” (rechts), Vierkant-Wellen (mitte) und Sechskant-Achsen (Tune, links). Die Einheiten (gr. Bild) von Shimano, FSR oder Truvativ sind in sich geschlossen und untereinander nicht kompatibel. Kurbeln und Lager sollten deshalb, wenn möglich, nur im Set getauscht werden.
  • FREERIDE-ANTRIEB Biker im Hardcore-Einsatz haben ein großes Problem: abspringende Ketten. Kettenführungen helfen, verursachen aber das nächste Malheur: Man kann nur ein Kettenblatt benutzen – Uphills werden zum Gewaltakt. So genannte Freeride-Kur beln sind der perfekte Kompromiss. Sie halten die Kette im Zaum und ermöglichen den Einsatz eines Umwerfers. Prominente Vertreter: Truvativ “Hussefelt” (Foto), Race Face “Evolve DH” und Shimano “Saint”.
  • REKORDGEWICHT Zwei statt drei: Weil Rennfahrer ordentlich Druck in den Beinen haben, spart FRM einfach einen Gang ein. Das mittlere Blatt übernimmt die Arbeit des sonst üblichen kleinen Ritzels. Nur 770 Gramm mit Innenlager! Preis: 479 Euro. Info: www.frmbike.de
  • DAS RICHTIGE INNENLAGER Die optimale Funktion des Antriebs hängt von den richtigen Einbaumaßen ab. Zwei Größen sind wichtig: die Einbaubreite und die Achslänge. Die gängigsten Einbaubreiten (Außenkante zu Außenkante des Tretlagergehäuses) sind 68 und 73 Millimeter. Bei Kurbelinnenlager-Einheiten werden meist Unterlegscheiben mitgeliefert, mit denen die Breite individuell angepasst werden kann. Für die richtige Kennlinie und damit auch die Schaltfunktion, ist bei Partonenlagern die richtige Achslänge wichtig. Im Zweifel beim Händler oder Hersteller nach der empfohlenen Breite fragen.
  • LAGERSCHALEN EINSCHRAUBEN Die Lagerschalen werden mit ordentlich Fett in den Rahmen geschraubt. Je nach Einbaubreite auf Unterlegscheiben achten!
  • WELCHE KURBELLÄNGE? Die meisten Kurbeln werden in der Einheitslänge 175 Millimeter angeboten. Manche Hersteller haben auch 170 und 172,5 Millimeter lange Kurbeln im Programm. Bei Shimano wählen Sie in 2,5 Millimeter-Schritten von 165 bis 180 Millimetern. Für Biker mit besonders kurzen oder langen Beinen sind die Sondergrößen durchaus sinnvoll. Downhiller wählen wegen der besseren Bodenfreiheit ohnehin lieber kurze Kurbeln. Praktisch: Die “Magma” von Stronglight (Foto) lassen sich von 170 auf 175 Millimeter umbauen. Für Biker mit unterschiedlich langen Beinen: Hier helfen nur orthopädischen Schuheinlagen.
  • KURBELN MONTIEREN Bei Kurbelinnenlager-Einheiten wie dieser von FSA wird das System mit der Schraube am linken Kurbelarm fixiert.
  • PEDALE MONTIEREN Hier gibt es nur zwei Dinge zu beachten. Erstens, gut fetten. Zweitens, immer in Fahrrichtung einschrauben – Linksgewinde!
  • TUNING-BLÄTTER Nachrüstblätter gibt es in allen Abstufungen, Lochkreisen und Materialien. Vor der Bestellung unbedingt über den richtigen Lochkreis informieren. Nur wenige Tuning-Blätter bieten mehr Funktion als Shimano. Auch wenn sie gut aussehen – Scheiben ohne Steighilfen nerven beim Schalten (unten). Sinnvoller: StronglightBlätter mit Keramik-Beschichtung für lange Lebensdauer (oben). Oder die Hingucker-Scheibe von Tune – leicht, edel und dank Titan-Zähnen auch noch robust.
  • UPHILL-TIPP Das “Mountain Goat” für 28 Euro macht das Bike zur Bergziege. Das Bonsai-Blatt hat 20 Zähne und passt an Vierarm-Systeme mit Lochkreisdurchmesser 64 Millimeter (Shimano). Info: www.mountain-goat.de
  • SCHRAUBEN-TUNING Bunte Alu-Schräubchen für die Kettenblätter sparen theoretisch Gewicht, sind aber vor allem etwas fürs Auge.
  • BEI KURBELN GENAU HINSCHAUEN! Was ist besser: eine komplette Kurbel nachrüsten oder nur neue Kettenblätter kaufen? Wer schon eine hochwertige Kurbel mit leichten Kurbelarmen und Innenlager fährt, muss nur die Kettenblätter nachrüsten. Bei billigen Modellen lohnt es sich kaum. Da sind die Kettenblätter fast so teuer wie die ganze Kurbel. Welche Maße sind bei Kettenblättern wichtig? Kettenblätter unterscheiden sich in Lochzahl, Lochabstand, Breite und der Zahl der Zähne. Bei der Breite wird zwischen breiteren Blättern für Achtfach-Schaltungen und schmaleren für die gängigen Neunfach-Schaltungen unterschieden. Außerdem muss man auf die Lochzahl und den Lochabstand achten. Es gibt Vier- und Fünfloch-Kurbeln. Wichtig ist der Abstand zwischen den Löchern. Das so genannte Lochmaß ist der Abstand zwischen zwei benachbarten Löchern. Am häufigsten ist das Compactdrive-System mit der Abstufung 44/32/22. Für Bergfahrer kann sich auch ein 20er als kleinstes Blatt lohnen. Ganz schön viele Maße. Ist das bei neuen Kurbeln auch so kompliziert? Noch viel komplizierter. Zu den verschiedenen Maßen von Innenlager und Achse kommen auch noch die unterschiedlichen Systeme der Hersteller. Am verbreitetsten ist mittlerweile das ”Hollowtech II” von Shimano. Da sind die Kurbeln nur mit entsprechenden, außen liegenden Lagern von Shimano kompatibel. Ähnliche Lösungen gibt es aber von allen anderen großen Herstellern auch. Das Tolle: Sie lassen sich an jede Innenlagerbreite anpassen. Lohnen sich Kurbeln und Kettenblätter aus Carbon? Bei Kurbeln muss man schon genau hinschauen. Die meisten Kurbeln haben einen Alu-Kern und sind nur mit Carbon umhüllt. Die sind weder steifer noch leichter als Alu-Kurbeln. Kettenblätter aus Kohlefaser haben einen Zahnkranz aus Titan. Dadurch sind sie unglaublich langlebig. Titan empfiehlt sich für das mittlere oder kleine Kettenblatt. Dein persönlicher Tuning-Tipp? Die Kettenblattschrauben sind meist aus Stahl. Mit AluSchrauben lassen sich hier ganz schnell und recht billig 20 bis 30 Gramm einsparen. Sieht auch noch top aus. INTERNET Shimano: www.shimano.de Crank Brothers: www.crankbrothers.com FRM: www.frmbike.de FSA: www.fullspeedahead.com MRP: www.mrpbike.com NC17: www.nc-17.de Point Racing: www.pointbike.de Race Face: www.raceface.com Ritchey: www.ritcheylogic.com Roox: www.roox.at Truvativ: www.truvativ.com Steinbach: www.steinbach-bike.com Storck: www.storck-bicycle.de Stronglight: www.stronglight.com Tune: www.tune.de