Wie gut funktioniert der Bike-Kauf online? Wie gut funktioniert der Bike-Kauf online? Wie gut funktioniert der Bike-Kauf online?

Versandhandel im Test

Wie gut funktioniert der Bike-Kauf online?

  • Stephan Ottmar
 • Publiziert vor 11 Jahren

Bike-Spaß oder böse Überraschung? Der Kauf beim Versender gilt vielen Kunden als unkalkulierbares Risiko. Wie steht es wirklich um Service und Sicherheit im Online-Handel? Ein Überblick.

Es war die Katastrophe auf Raten. Voller Euphorie bestellten zahlreiche Leser, häufig aufgrund guter Testergebnisse, Bikes der Firma Fat. Was anfangs weder wir in der Redaktion, noch die Kunden ahnten: Fat stand vor dem Aus! E-Mails beantwortete die Firma plötzlich nur noch spärlich. Bei Kunden, die ein Rad bekamen, passten oft weder Rahmengröße noch Ausstattung; dennoch konnten sie sich glücklicher schätzen als die Besteller, die nie ein Rad erhielten. Sie finanzierten mit ihrem Ersparten lediglich die Insolvenz der Pleitiers.

Trotz solcher Horrorgeschichten steigen die Umsätze im Online-Handel unaufhaltsam: Laut einer Studie von GFK gaben die Deutschen im Jahr 2009 15,5 Milliarden Euro im Internet aus, 14 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Steigend sind auch die Umsätze im Bike-Online-Handel. Einige Firmen geben sich große Mühe, die Kundschaft bei Laune zu halten. Information ist Trumpf: Wer ein Bike bestellt, möchte wissen, wann es kommt und ob sich etwas verzögert. Ärgerlich wird es, wenn e-Mails nicht beantwortet werden oder die Hotline unerreichbar bleibt. Natürlich ist niemand gefeit davor, bei einer Firma zu landen, die in finanzielle Schieflage geraten ist. Doch wer sich frühzeitig über den Händler informiert, kann sich unter Umständen viel Frust und finanziellen Schaden ersparen. Beim Blick in einschlägige Internet-Foren und Chats wird schnell klar, ob ein Hersteller schnell liefert oder ob er seine Kunden im Dunklen tappen lässt.

Ein wichtiges Sicherheitskriterium für den E-Commerce ist in jedem Fall der Kauf bei namhaften Herstellern; bei Firmen, die sich bereits viele Jahre auf dem Markt halten – Garantien gibt es trotzdem nicht. Wer sich nicht sicher ist, sollte auf bewährte Zahlungsverfahren zurückgreifen. Ideal, wenn der Verkäufer die Lieferung auf Rechnung im Angebot hat. Wenn im Lieferpaket dann die Rechnung zusammen mit den bestellten Artikeln liegt, ist das Risiko gleich Null. Allerdings bietet von den Anbietern in unserer Übersicht nur der Rose Versand diese Zahlungsmethode. Ebenfalls relativ sicher ist die Bezahlung per Nachnahme bei der Paket-Anlieferung. Sie kostet Aufpreis und, was die wenigsten wissen, es ist dem Käufer nicht gestattet, das Paket vor der Bezahlung zu öffnen. Was drin ist, bleibt also bis zur Bezahlung verborgen – aber immerhin ist schon mal ein Paket angekommen.

Ist die Entscheidung zum Online-Kauf erst einmal gefallen, steht der Biker schnell vor einem weiteren Problem: Wie komme ich zu einem Rad, das genau zu meinen Vorstellungen passt? Auch in diesem Punkt hat der Online-Handel nicht geschlafen. Fast alles kann der Käufer online auf den Seiten der namhaften Hersteller recherchieren. Wer etwa auf der Seite von Canyon landet, kann sich mit dem hauseigenen Bike-Finder in wenigen Klicks die Modelle anzeigen lassen, die seinen Bedürfnissen am nächsten kommen. Mit dem “Perfect Position System” gelangt man schließlich zur korrekten Rahmengröße. Auf anderen Hersteller-Seiten sind diese Tools weniger aufwändig. Zielführend sind sie aber doch. Um eines kommt der Online-Shopper nicht herum: selber messen. Hier sollten Sie auf keinen Fall schlampern. Von diesen Werten hängt ab, ob Sie ein Traum-Bike oder ein orthopädisches Folterinstrument bestellen. Viel Aufwand, der aber Geld spart: Alle diese Punkte sind Service-Leistungen, die im Shop Zeit und Geld kosten – und die der Versenderkunde selber erbringen muss.


FAZIT: Die Zeiten, in denen sich Versender darauf beschränkten, billige Taiwan-Rohrsätze mit hochwertiger Ausstattung an den Mann zu bringen, sind vorbei. Wer sich via Internet bei namhaften Herstellern ein Bike kauft oder zusammenstellt, bekommt gutes Material zum günstigen Preis. Vorteile hat, wer genau weiß, was er möchte. Vor unseriösen Geschäftemachern ist man natürlich niemals sicher. Die seriösen Anbieter haben auch ohne breit gefächertes Shop-System clevere Wege gefunden, den Kunden ihre Bikes schmackhaft zu machen. Platzhirsche wie Canyon, Rose und Co wollen sich noch lange am Markt halten und das klappt nur mit zufriedenen Käufern.


Den gesamten Artikel finden Sie unten als PDF-Download.

Erster Kontakt: die Bestell-Hotline

Montage: Alle Teile finden zueinander

Los geht die Reise: im Karton zum Kunden

Themen: Versandhandel

  • 0,00 €
    Versender-Test

Lesen Sie das BIKE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Zu Besuch beim Versandhändler Bike Components
    Plaudern und dehnen: Im Callcenter eines Onlinehändlers

    28.06.2019Der Versandhandel boomt, doch über das Innenleben der Internetriesen ist nur wenig bekannt. Unser Reporter hat einen Tag lang im Callcenter von Bike Components mitgearbeitet – und ...

  • Rose Neuheiten: Root Miller & Ground Control 2020
    Rose-Neuheiten: Root Miller & Ground Control

    28.04.2020Bezahlbare, moderne Bikes aus Aluminium: Mit den zwei neuen Touren-Fullys Root Miller und Ground Control (beide 29 Zoll) bringt Versender Rose für 2020 frischen Wind in seine ...

  • Neuheiten 2020: Canyon Neuron AL
    Neuron AL: Canyons beliebtestes Mountainbike in Alu

    02.04.2020Mountainbike-Fullys unter 2000 Euro gibt's wenig gute. Das will Canyon mit dem neuen Neuron AL ändern. Für 2020 bringt der Direktversender sein Einsteiger-Fully mit 130 mm ...

  • Bike-Shops und Hersteller stehen vor einer Herausforderung
    Zwischen Schulden und Chancen

    25.03.2020Fahrradwerkstätten haben geöffnet, aber es kommt kein Kunde. Deutschlands Bike-Shops stehen durch die Corona-Krise vor einer riesigen Herausforderung, welche die ganze ...

  • Test 2020: Vitus Sommet 29 VRX
    UK-Enduro: Vitus Sommet 29 VRX im Test

    15.05.2020Das Sommet ist das langhubigste Rad in der MTB-Palette von Vitus und wird exklusiv über die beiden größten UK-Online-Händler Wiggle und Chain Reaction vertrieben.

  • Test Canyon Neuron CF 9.0 SL
    Canyon Neuron CF – Testsieger-Trailbike aus BIKE 3/20

    17.04.2020Trailbikes mit 130 mm Federweg zählen zu den beliebtesten Touren-Bikes. Mit dem Neuron CF für 3999 Euro stellt Canyon den Testsieger unseres Tourenfully-Vergleichstests aus BIKE ...

  • Neu überabeitet: Grand Canyon MY21
    Grand Canyon 2021: Neuauflage des MTB-Bestsellers

    14.07.2020Young Hero, WMN und Unisex: Canyon legt den Bestseller Grand Canyon in zahlreichen Varianten neu auf. Das leicht überarbeitete Alu-Hardtail ist ab sofort erhältlich. Die Preise ...

  • Radon Neuheiten: Swoop 2021
    Radon Swoop: Neue Carbon-Version des Super-Enduros

    16.05.2020Neben dem Alu-Swoop bringt Direktversender Radon nun erstmals eine Carbon-Version des Super-Enduros. Das 2020er Radon Swoop mit 170 mm Federweg gibt's in drei Versionen – alle in ...

  • Versandhandel im Test
    Wie gut funktioniert der Bike-Kauf online?

    20.05.2010Bike-Spaß oder böse Überraschung? Der Kauf beim Versender gilt vielen Kunden als unkalkulierbares Risiko. Wie steht es wirklich um Service und Sicherheit im Online-Handel? Ein ...