Test und Marktübersicht 2016: Mountainbikes für Kinder Test und Marktübersicht 2016: Mountainbikes für Kinder

Test und Marktübersicht 2016: Mountainbikes für Kinder

Kinder-Bikes: Test, Marktübersicht, Kauftipps, Tuning

Matthias Rotter am 08.09.2016

Die Kinder für den eigenen Sport zu begeistern, davon träumen wohl alle bikenden Eltern. Unsere Nachwuchstestfahrer haben fünf hochwertige und außergewöhnliche Kinder-Bikes über Trails gejagt.

"Du musst mit mir noch die Pro Line runterheizen!" Gustaf ist ganz aus dem Häuschen. "Da gibt es einen Sprung, den will ich Dir unbedingt zeigen." Das glaube ich dem Zwölfjährigen aufs Wort. Gleich beim Ausladen der Test-Bikes hatte Gustaf sich das giftgrüne Bergamont geschnappt und mir auf der "Blue Line" – zu deutsch dem "Anfänger-Trail" – gezeigt, wie Zwölfjährige heutzutage unterwegs sind. Jede noch so kleine Rampe wird zum Abheben genutzt, jeder Anlieger in abenteuerlichen Schräglagen durchzirkelt. Dranbleiben? Wunschdenken! Okay, Gustaf ist vielleicht ein Extrembeispiel. Der blonde Wildfang aus Saalbach Hinterglemm hat sogar bereits einige Downhill-Rennen gewonnen.

Aber auch die anderen Testfahrer, David, Flori und Pauline loten die Möglichkeiten der fünf Testkandidaten schonungslos aus. Und so lautete auch unser Plan: ausprobieren, ob teure Kinder-Bikes ihr Geld wert sind. Denn nach vielen Jahren des Notstandes gibt es inzwischen immer mehr kleine Bikes auf dem Markt, die einem exklusiven Erwachsenen-Bike in nichts nachstehen. Das mag daran liegen, dass auch immer mehr junge Bike-Entwickler selbst Kinder haben und ihnen den Spaß am Biken vermitteln wollen. Typen wie Sören Zieher von VPace oder Sebastian Tegtmeier, der Gründer von Supurb-Bikes. Aber auch große Marken wie Trek oder Bergamont kümmern sich engagiert um gutes Material für den Nachwuchs. Denn mal ehrlich, warum sollte man Kindern den Spaß vorenthalten, den wir Erwachsene haben? Und sie auf bleischweren, viel zu großen oder nicht funktionierenden Mühlen auf den Trail schicken?

Fotostrecke: Kinder-Mountainbikes in BIKE 1/2016 im Test

5 Kinder-Bikes im Test

In BIKE 1/2016 haben unsere Nachwuchstestfahrer fünf hochwertige und außergewöhnliche Kinder-Bikes über die Trails gejagt. Bikes, die Träume wahr machen können – die der Kinder und die der Eltern. Die fünf getesteten Kinder-Bikes sind: 

  • Bergamont Big Air Tyro
  • Propain Frechdax 3
  • Transition Ripcord 
  • Trek Fuel Ex Jr
  • Vpace Max24

Zugegeben, unsere fünf Test-Bikes bewegen sich preislich in Richtung des oberen Endes der Fahnenstange, denn empfehlenswerte Hardtails für Kinder gibt es bereits unter 1000 Euro. In einer Marktübersicht haben wir weitere Modelle aufgelistet (s. Info-Kasten). Das größte Plus der hochwertigen Kinder-Bikes sind ihre sensibel arbeitenden Federungen. Unsere Labormessungen unter Kindergewichtsbedingungen bestätigen den guten Eindruck, den wir bereits beim Abstimmen im Gelände bekamen. Einige Hersteller entwickeln von Grund auf spezielle Federgabeln für kleine Räder und leichte Fahrer. Andere modifizieren Serienprodukte, zum Beispiel mit dünnflüssigem Öl für weniger Dämpfung. Der Komfortgewinn geht jedoch besonders bei Fullys auf Kosten des Gewichts. Ein Hinterbau mit Lagern, Gelenken und Wippen ist immer schwerer als ein starrer Rahmen. Deshalb: Wer mit den Kids überwiegend auf Forstwegen oder gar festem Terrain fährt, ist mit einem Hardtail gut beraten. Des Weiteren erhöhen Scheibenbremsen, die an vielen hochwertigen Kinder-Bikes montiert sind, das Gewicht. Die geringen Handkräfte sind zwar ideal für die kleinen Finger, dennoch lässt sich im gemäßigten Einsatz auch mit einer leichteren Felgenbremse leben.

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Matthias Rotter am 08.09.2016