Mountainbike gebraucht kaufen: Kostenfallen vermeiden Mountainbike gebraucht kaufen: Kostenfallen vermeiden Mountainbike gebraucht kaufen: Kostenfallen vermeiden

Mountainbike gebraucht kaufen: Kostenfallen vermeiden

  • Christian Artmann
 • Publiziert vor 6 Jahren

Wer sein Mountainbike gebraucht kauft, kann richtig Geld sparen. Damit das vermeintliche Schnäppchen nicht zur Kostenfalle wird, sollten Sie vor dem Kauf diese Tipps beachten.

Mountainbikes und ihre Einzelteile wie Rahmen, Lenker, Vorbauten oder Sattelstützen müssen im harten Offroad-Einsatz hohen Belastungen standhalten. Insbesondere dem Werkstoff Carbon stehen viele potentielle Käufer skeptisch gegenüber. Wie steht es also um die Haltbarkeit von gebrauchten Mountainbikes? Sind benutzte Teile sicher? Wir haben für Sie den Fahrradsachverständigen Dirk Zedler befragt. Er gibt Tipps, worauf Sie achten sollten, um mögliche Unfallschäden zu identifizieren.


Themenübersicht:

Haltbarkeit: Sind gebrauchte Mountainbikes und Teile sicher?

"Die Vorgeschichte definiert die Sicherheit." Dirk Zedler, Fahrradsachverständiger und Gutachter 


Carbon ist ein wunderbarer Werkstoff fürs Bike: steif, leicht und gebraucht auch noch erschwinglich. Aber wie steht es mit der Sicherheit bei gebrauchten Komponenten wie Lenker, Sattelstütze oder auch Kurbeln?

Die Crux bei Carbon ist, dass sich der Werkstoff bei einem Sturz oder Unfall nicht verformt, auch nicht, wenn er bereits überlastet wurde. Dadurch ist die Beurteilung von außen quasi unmöglich. Wie der BIKE-Lenkertest (5/2014) gezeigt hat, gibt es sehr große Unterschiede in der Haltbarkeit und insbesondere der Sturztoleranz bei Carbon. Bei gebrauchten Lenkern, Sattelstützen und Kurbeln fährt daher ein hohes Risiko mit, wenn man deren bisherigen Lebenslauf nicht kennt.


Worauf kann ich achten, um das Risiko zu minimieren, wo liegt die Grenze bei Gebrauchsspuren oder dem Alter?

Der Alterungsprozess bei Carbon ist kein Thema, kritisch sind die schädigenden Ereignisse wie misslungene Sprünge oder Stürze. Theoretisch sieht man vorangegangene Schadensereignisse den Lenkergriffen, den Pedalen oder dem Sattel an, doch die werden, um einen besseren Preis zu erzielen, oft vor dem Verkauf erneuert. Wer wirklich sichergehen will, für den gibt es eigentlich nur den Tausch der tragenden Bauteile.


Carbon-Rahmen, egal ob Fully oder Hardtail, haben sicher das größte Second-Hand-Sparpotenzial, sind aber noch mal ein ganz anderes Thema. Wie kann ich vermeiden, ein tickende Zeitbombe zu kaufen?

Bei den meisten Rahmen kann aus der Erfahrung heraus etwas Entwarnung gegeben werden. Das plötzliche Komplettversagen ist bei den gut gemachten Rahmen der führenden Hersteller kein Thema mehr. Das Risiko ist zudem etwas geringer, da die Rohre sich gegenseitig abstützen. Vor dem Kauf lohnt ein kritischer Blick auf die exponierten Bauteile. Legt der Verkäufer Pedale, Griffe und Sattel nicht vor oder sind dieses verdächtig neu, dann würde ich abraten. Auch der Zustand der Laufräder sagt etwas über das Vorleben des Gebrauchtrades aus. Ein weiterer Indikator ist der Lack. Am ganz sauberen Rahmen kann man in den kritischen Bereichen Risse entweder sehen oder aber mit einem weichen Lappen spüren, wenn man damit über die Rohre streicht.


Gibt es Möglichkeiten, z. B. einen Rahmen fachmännisch auf Defekte/Mängel untersuchen zu lassen?

Vor dem Kauf eines gebrauchten Mountainbikes: genau hinschauen, um mögliche Kostenfallen identifizieren zu können. Im Zweifelsfalle eine zweite Person mitnehmen, die sich auskennt, oder aber: Finger weg! 

Das viel zitierte Röntgen, genauso wie andere Durchleuchtungsverfahren, führen zu keinem echten Ergebnis. In der händischen Carbon-Herstellung kommt es zwangsweise zu Abweichungen in der Produktion, und es ist praktisch unmöglich, unkritische Herstellungsunzulänglichkeiten von möglichen Schäden zu unterscheiden. Für eine verlässliche Aussage müsste der Neuzustand dokumentiert sein, doch das ist leider nie der Fall. Einige wenige Hersteller und auch wir im Zedler-Institut prüfen Carbon-Rahmen mit einem erweiterten Steifigkeitsprüfverfahren im Labor. Das erfordert aber sehr viel Erfahrung und Equipment. Kostenpunkt: ab 500 Euro.

Vorsicht Kostenfallen: Rahmen, Federgabel, Dämpfer, Lager (Steuersatz, Kurbel, Hinterbau), Antrieb, Schaltung, Laufräder, Reifen

Ein Bike besteht aus vielen, bewegten Teilen, die sich abnutzen. Wir zeigen Ihnen die häufigsten Kostenfallen – damit das vermeintliche Bike-Schnäppchen nicht doch zum Geldgrab wird.


Rahmen
Den Rahmen sorgfältig auf Risse, Dellen oder Kratzer untersuchen. Während einem Alu-Rahmen die Nutzung und möglichen Defekte oft direkt anzusehen sind, kann das bei Carbon viel schwieriger sein. Hier unbedingt beim Verkäufer die Vorgeschichte erfragen.


Federgabel & Dämpfer
Mehrfach ein- und ausfedern, und das Rad mit angezogener Bremse vor- und zurückschieben. Wenn Lagerspiel erkennbar ist oder Öl austritt, lieber die Finger weg. Schon ein Service kommt schnell auf 75 bis 100 Euro je Federelement, bei Reparaturen noch deutlich mehr.


Lager (Steuersatz, Kurbel & Hinterbau)
Ärgerlich, aber meistens mit vertretbaren Kosten verbunden ist ein Austausch von Steuersatz, Tretlager oder der Hinterbaulager (zwischen 50 und 125 Euro). Zur Absicherung, dass nicht doch der Rahmen beschädigt ist (etwa bei knarzendem Tretlagern), sollte der Mangel genau in den Kaufvertrag aufgenommen oder am besten
noch durch den Verkäufer behoben werden.


Antrieb & Schaltung
Mängel und Verschleiß erkennt man am besten während einer Probefahrt. Im Idealfall reicht eine ausgetauschte Kette (ab 25 Euro). Sind auch die Kettenblätter und Ritzel fällig, kann’s richtig teuer werden (ab 150 Euro). Ein verbogenes Schaltauge oder geknickte Leitungen deuten auf mehr als nur eine verschlissene Schaltung hin.


Laufräder & Reifen
Einen Seiten- oder Höhenschlag findet man, indem man die Laufräder im Rahmen dreht. Um die Naben auf ihren Leichtlauf und eventuelles Lagerspiel zu untersuchen, sollte man die Räder ausbauen. Der Ersatz verschlissener Reifen geht ins Geld: Ein gutes Paar kostet ab 50 Euro.


Teil 2 von 2


Teil 1: Der Weg zum günstigen Traumbike
Teil 2: So vermeiden Sie unnötige Kosten und Fehlkäufe


Der Artikel mit weiteren nützlichen Infos ist in BIKE-Ausgabe 06/2014 erschienen. Sie können die 

Ausgabe hier kaufen  oder den  Artikel hier als PDF herunterladen

Das Cube Stereo ab dem Jahrgang 2013 deckt einen großen Einsatzbereich ab und begeistert durch sein Handling. Auf dem Gebrauchtmarkt ist es jedoch noch selten und relativ teuer.

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Schlagwörter: Gebrauchtkauf Kaufberatung Second-Hand-Bikes

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