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Kaufberatung: Schnäppchenjagd im Bike-Shop Kaufberatung: Schnäppchenjagd im Bike-Shop

Kaufberatung: Schnäppchenjagd im Bike-Shop

MTB Schlussverkauf: Lohnt der Griff zum Auslaufmodell?

Ludwig Döhl am 22.02.2018

Im Winter beginnt für Biker die Schnäppchenjagd. Zum Saisonend machen Rabatte den Bike-Kauf besonders attraktiv. Der Schlussverkauf 2017 hat auch seine Tücken. Wir verraten, worauf Sie achten müssen.

2018 werden viele Bikes wieder billiger! Was in Biker-Ohren klingt wie Engels-Chöre dürfte den Schnäppchenjägern Schweißperlen auf die Stirn treiben. Wer mit dem Bike-Kauf das ganze Jahr gewartet hat, um im Schlussverkauf das Traum-Bike zum kleinen Preis zu erhaschen, muss dieses Jahr ganz genau hinsehen. Denn die reduzierten Vorjahresmodelle sind oft nur minimal günstiger als deren Nachfolger, die bereits in den Lagerhallen der Hersteller warten. Wie kommt es, dass die Preise plötzlich purzeln, nachdem die Industrie den Endverbrauchern die letzten Jahre immer tiefer in die Taschen griff? Viele Hersteller haben ihre Modellpaletten radikal bereinigt, um den Kunden den Überblick und sich selbst die Lagerhaltung zu erleichtern. Cube beispielsweise hat für 2018 den Rahmen des Stereos 140 neu entwickelt und bietet nur noch drei Modelle zur Auswahl. Noch 2017 hatten die Oberpfälzer fünf Bikes mit 140 Millimetern Federweg und 27,5-Zoll-Laufrädern im Katalog. Zwar muss man bei den Carbon-Modellen jetzt mit einem Aluminiumhinterbau vorlieb nehmen, dafür spart man sich zirka 300 Euro. Ein erfreulicher Trend, der sich zwar nicht flächendeckend, aber dennoch bei zahlreichen Herstellern abzeichnet. Industrie-Insider munkeln, dass die günstigeren Preise auch mit einem Wechsel von Produktionsstandorten zu tun haben könnten. Manche Firmen kehren bewährten Fabriken in China den Rücken und bauen neue Werke, beispielsweise in Kambodscha oder Vietnam. Der Vorteil: Geringere Lohnkosten und eventuell geringere Antidumping-Zölle. Dadurch werden manche Räder billiger.

Wer lange genug in den Weiten des Internets oder bei verschiedenen Händlern sucht, findet dennoch gute Angebote. Weil Bike-Hersteller nur alle drei bis vier Jahre einen neuen Rahmen entwickeln, sind Auslaufmodelle wie beispielsweise das Scott Scale (das erst letztes Jahr einen neuen Rahmen bekommen hat) besonders zu empfehlen. Denn hier variiert lediglich die Ausstattung. Rahmen, Geometrie und Achsstandards verändern sich für 2018 nicht. Auch wenn der Boost-Standard (148-Millimeter-Hinterradachse) an vielen Bikes technisch keinen wirklichen Vorteil bringt, sollte man beim Schlussverkauf dennoch darauf achten, dass das Bike der Wahl alle aktuellen Standards hat. Bikes mit herkömmlicher 142 Millimeter breiten Hinterradachse lassen sich bereits jetzt erschwert am Gebrauchtmarkt verkaufen.

Wer sich trotz aller Umstände für ein 2017er-Modell entscheidet, dem können wir eine weitere Hiobsbotschaft nicht vorenthalten: Die große Rabattschlacht, wie sie im Jahr 2016 stattfand, mit Preisnachlässen von 20 bis 30 Prozent auf die komplette Produktpalette, gibt es dieses Jahr nicht mehr.

Die Schnäppchen, die es wirklich wert sind, die eigene Haushaltskasse noch vor Weihnachten zu plündern, sind 2017 rar gesät und oft nicht mehr in allen Rahmengrößen erhältlich. So wie es aussieht, hat der Handel 2017 etwas weniger Ware bestellt und ist deshalb selbst gegen Ende der Saison nicht unter Zugzwang, die Bikes des aktuellen Modelljahres loszuwerden. Wir haben uns jeweils fünf spannende Fullys und Hardtails der Saison 2017 und deren Nachfolger für 2018 angesehen. Lohnt sich der Griff zum Schnäppchen? Oder ist das neue 2018er-Bike vielleicht doch die bessere Wahl?


5 Tipps zum Bike-Kauf

Vergleichen sie Preise Online: Auch wenn Sie ein Bike im Fachhandel kaufen wollen, lohnt sich der Blick ins Inter­-
net. Ist ein Bike dort bei mehreren Anbietern drastisch reduziert, muss auch der stationäre Händler den Preis senken. Extreme Rabattakti­onen von bis zu 40 Prozent kann aber nicht jeder Händler mitmachen.

Seien sie Flexibel: Meist werden die Bikes erst dann reduziert, wenn nur noch ein gewisser Restbestand vorhanden ist. Oft ist also nicht mehr jede Farbvariante in jeder Größe auf Lager. Wer ein Schnäppchen machen will, muss nehmen, was noch im Laden steht.

Es kommt auf die Größe an: Besonders kleine oder besonders große Fahrer haben meist die besseren Chancen auf ein Schnäppchen. Während Bikes in den Größen M und L rasch ausverkauft sind, sind Bikes in den Rahmengrößen XS oder XL oft Ladenhüter. Händler sind in diesem Fall rabattwilliger.

Gönn’ dir was: Je teurer die Bikes sind, desto mehr Rabatt geben die Händler meist. Für Schnäppchenjäger lohnt sich deshalb der Blick auf die Bikes über dem eigenen Preis-Limit. Mit den richtigen Prozenten rücken die Traum-Bikes in erschwingliche Nähe.

Kaufen sie gebraucht: Wenn Sie beim Händler wirklich gar nicht fündig werden, durchstöbern Sie den Gebrauchtmarkt. Oft verkaufen Biker ein relativ neues Rad zu guten Preisen. Die Garantie ist dann allerdings erloschen. 


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Ludwig Döhl am 22.02.2018