Seite 2: Kaufberatung für Mountainbike-Einsteiger

Teil 2: Günstiges oder teures Bike? Welche Laufgröße brauche ich?

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 4 Jahren

Wer als Neuling auf den Mountainbike-Zug aufspringen will, sollte wissen, wohin die Reise geht. Wir führen Sie sicher durch den Dschungel und verraten, was wichtig ist beim Einstieg in den Bike-Sport.

Günstig oder teuer: Wie viel muss man für ein gutes Mountainbike ausgeben?

Was unterscheidet eigentlich ein Highend-Modell für 5000 Euro von einem günstigeren Einsteiger-Bike? Und worauf muss ich wirklich achten? Wir erklären den Stand der Technik und auf welche Teile Sie beim Kauf besonders Wert legen sollten.

Diese wichtigen Teile an einem Mountainbike beeinflussen auch den Preis.


1. Fahrwerk
An modernen Mountainbikes werden ausschließlich Luftfederelemente verbaut. Die Federhärte von Dämpfer und Gabel kann über das Befüllen einer Luftkammer an das Gewicht des Fahrers angepasst werden. Teure Fahrwerke verfügen zudem über spezielle Beschichtungen an den Standrohren und über eine separat einstellbare Dämpfung. Außerdem ist die interne Verarbeitung bei teuren Gabeln deutlich aufwändiger. Egal, wie teuer oder billig, Gabeln und Dämpfer brauchen mindestens eine einstellbare Zugstufe (Ausfedergeschwindigkeit). Dämpfer sollten zudem über eine zuschaltbare "Antiwipp"-Plattform verfügen. Nur im Freeride-Bereich werden noch schwere Stahlfederelemente verbaut.


2. Rahmen
Die unterschiedlich teuren Bikes einer Modellvariante verfügen meist über denselben Rahmen. Das heißt, Rohrsätze und Geometrien bleiben über den Großteil der Preisspanne gleich, lediglich die Lackierungen und Anbauteile ändern sich. Bei teuren Bikes wird oft Carbon anstelle von Aluminium als Rahmenmaterial verwendet, um Gewicht zu sparen. Bikes aus Stahl oder Titan sind kultige
Nischenprodukte.


3. Reifen
Kein Bauteil bestimmt den Einsatzbereich eines Bikes mehr als die Reifen. Schwere 2,4 Zoll breite Downhill-Schlappen verwandeln ein Trailbike fast in ein Enduro, leichte 2,1er-Pneus machen es marathonfähig. Neben dem Profil ist vor allem ein hochwertiger Karkassenaufbau und die Gummimischung wichtig. Achten Sie auf das Evolution- bzw. Race-­Sport-Label bei Schwalbe- oder Continental-Reifen, diese bieten deutlich mehr Komfort und Grip als ihre günstigen Gegenstücke.


4. Bremsen
Die Tage von Felgenbremsen sind gezählt. Aktuelle Mountainbikes verzögern ausschließlich mit Scheibenbremsen. Der Vorteil: mehr Bremskraft, bessere Dosierbarkeit und top Funktion bei Nässe. Bessere Modelle zeichnen sich durch eine werkzeuglose Druckpunktverstellung und bessere Ergonomie aus. Bremsen mit vier Kolben und großen 200-mm-Bremsscheiben stellen zusätzliche Power für schwere oder abfahrts-orientierte Biker bereit.


5. Schaltung
Um für jedes Gelände gerüstet zu sein, sollten Sie mindestens auf zwei Kettenblätter setzen. Schaltungen mit nur einem Kettenblatt (11 Gänge)haben meist eine zu geringe Übersetzungsbandbreite. Der Einfach-Antrieb ist eine Alternative für fitte Racer. Für Einsteiger ist er sub-optimal. Der Unterschied zwischen den hochwertigen und den günstigeren Schaltungen von Sram oder Shimano macht sich in der Funktion kaum bemerkbar, das Gewicht ändert sich jedoch stark.


6. Laufräder
Die Laufräder sind in Verbindung mit den Reifen maßgeblich am Fahrverhalten eines Bikes beteiligt. Sind sie zu schwer, fühlt sich das ganze Rad im Handling träge an. Leichte Laufräder machen das Bike dagegen spritzig. Größere 29er-Laufräder beschleu­nigen schwerer als 27,5er. Je breiter der Reifen wird, desto breiter sollte auch die Maulweite der Felge sein. Enduro-Bikes sollten mindes­tens 25 mm breite Felgen haben, bei Hardtails reichen 21 mm.

Welche Laufradgröße ist für mich die richtige?

26 Zoll, die vorherrschende Reifengröße von einst, ist ausgestorben. Jetzt rangeln gleich drei Nachfolger um den Thron im MTB Zirkus.

Laufräder - welche Größe passt wofür?


27,5" wird umgangssprachlich oft auch als 650 B bezeichnet und im Handel oft als die goldene Mitte verkauft.
Vor allem bei Rädern mit mehr Federweg soll diese Größe den richtigen Kompromiss zwischen der Wendigkeit eines
26"-Laufrades und dem verbesserten Überrollverhalten von 29ern bieten.

29"-Räder sind die Heilsbringer im groben Gelände. Durch den größeren Radumfang überrollen sie kleinere Wurzeln oder Steine, ohne dass der Fahrer viel arbeiten muss. Im steilen Gelände bewahren sie den Biker vor einem Überschlag, und auf Schotterwegen rollen sie schneller. Das Beschleunigen mit den 29ern ist etwas schwerer, bei wenig Federweg überwiegen jedoch die Vorteile.


B plus Bikes mit diesen Reifen sind die kleinen Brüder der Fatbikes. Die zwischen 2,8" und 3,0" (normal sind 2,25"–2,4") breiten Reifen sollen extra viel Grip sowohl bergauf als auch bergab bieten und dem Fahrer kleinere Fahrfehler verzeihen. Der Markt bietet bis jetzt nur wenige Reifen und Bikes. Insider munkeln: "Bereits 2017 wird sich das junge Plus-Maß wieder ändern."

  • 1
    Kaufberatung für Mountainbike-Einsteiger
    MTB-Einsteiger: Der Weg zum richtigen Bike
  • 2
    Kaufberatung für Mountainbike-Einsteiger
    Teil 2: Günstiges oder teures Bike? Welche Laufgröße brauche ich?
  • 3
    Kaufberatung für Mountainbike-Einsteiger
    Teil 3: Was bedeutet Rahmengeometrie und wie ermittle ich die richtige Rahmengröße?
  • 4
    Kaufberatung für Mountainbike-Einsteiger
    Wo kaufe ich mein Mountainbike: Online, im Shop oder gebraucht?
  • 5
    Kaufberatung für Mountainbike-Einsteiger
    Teil 5: MTB-Lexikon mit den wichtigsten Ausdrücken
  • 6
    Kaufberatung für Mountainbike-Einsteiger
    Teil 6: Die richtige Ausrüstung für den Einstieg

Schlagwörter: Einsteiger Kaufberatung


Lesen Sie das BIKE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
  • Test 2013: Soft-Protektoren für Mountainbiker
    Soft-Protektoren: 8 Modelle für Tour und Bikepark

    09.08.2013

  • Test 2014: Race-Schuhe für Mounainbiker
    14 Race-Schuhe für Männer und Frauen im Test

    16.04.2014

  • MTB Protektoren Rucksäcke im TÜV-Labortest
    Test 2015: Protektoren-Rucksäcke für Mountainbiker

    07.07.2015

  • Test Mountainbike Hosen 2015: 36 Damen- und Herrenmodelle
    Test Radhosen: Sitzpolster im Praxistest

    14.01.2016

  • Univega Vision LTD

    25.03.2014

  • Einfach biken - Ausrüstungs-Tipps für MTB-Einsteiger
    Für jeden Bike-Typ: Die Grundausstattung für den Trail

    24.04.2020

  • Kaufberatung: Fatbikes
    Fatbikes für Mountainbiker: Für wen lohnt der Umstieg?

    28.08.2016

  • Mountainbike-Angebote Oktober 2019
    Zuschnappen!

    19.11.2018

  • Einsteiger-Hardtails 2010

    25.04.2010

  • Neue Trail-Hardtails: Spaßig, edel, vielseitig
    Innovativ, kreativ, anders: Populäre Außenseiter

    23.03.2020

  • Test 2016: Touren-Fullys unter 2000 Euro
    Sparspaß für alle – Touren-Fullys unter 2000 Euro

    27.02.2016

  • Neue Kinderbikes in 20 & 24 Zoll
    Diese 20" und 24" Kids-Bikes bringen Spaß beim Biken

    15.06.2020

  • Storck Rebel

    03.09.2006