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Fatbikes für Mountainbiker: Für wen lohnt der Umstieg?

  • Peter Nilges
 • Publiziert vor 4 Jahren

Fatbikes bleiben wohl ein Nischenprodukt. Dennoch haben sich Angebot und Nachfrage als feste Größe etabliert. Wer mit einem Pummelchen liebäugelt, sollte Folgendes beachten...

Die Eurobike hat es gezeigt, die Interbike-Messe in Vegas sowieso. Der vor zwei Jahren angefachte Fatbike-Boom glimmt solide weiter, auch wenn man bei diesem Nischenprodukt wohl kaum von einem Flächenbrand reden kann. Dennoch haben sich die Spezial-Bikes als feste Größe etabliert, wie das mittlerweile mehr als reichhaltige Angebot am Markt belegt. Wer noch kein Pummelchen in der Modellpallette hatte, zog als namhafter Hersteller spätestens für die anstehende Wintersaison nach. Auch der Teilemarkt in der Übergrößenabteilung floriert. Nie war das Angebot an Reifen, Felgen, Gabeln und Kurbeln größer als bislang.

Bis zu 100 Millimeter messen die 26-Zoll-Felgen in der Breite, die Reifen zwischen 4 und 4,8 Zoll – damit lässt sich bei Reifendrücken um 0,5 bar ein traktorartiger Grip erreichen. Durch die große Kontaktfläche sinkt der Reifen – egal ob auf Schnee, Sand oder Kies – weniger tief ein. Über Wurzeln und Steine schwebt man quasi hinweg, statt dagegenzufahren – Rollwiderstand, Komfort und Sicherheit im Gelände sind somit unschlagbar.

Aber natürlich stehen den Vorteilen auch schwerwiegende Nachteile gegenüber. So steht der Fahrspaß beim Fatbiken in einem direkten Zusammenhang mit dem Gewicht. Unterschiede von bis zu vier Kilo brachte der große
Vergleichstest in BIKE 1/2014
zu Tage. Zentrales Thema bei Gewicht und Funktion eines Fatbikes sind die Reifen samt Laufräder. Auch hier gibt es drastische Unterschiede von über zwei Kilo, was die Agilität immens beeinflusst. Ganz signifikant beeinflussen auch der Reifendruck und die Beschaffenheit des Reifens die Fahreigenschaften. Zu großer Luftdruck macht den Gripvorteil zu nichte – Kontrolle und Komfort sind dann passé. Eine weitere Besonderheit ist der Q-Faktor. Um die breiten Reifen im Rahmen zu integrieren, müssen die Kurbeln zwangsläufig nach außen wandern. Wer normal breite Kurbeln gewohnt ist, kann bei den zwei bis fünf Zentimeter breiteren Fatbike-Kurbeln auf längeren Touren Knieprobleme bekommen.


ALU ODER CARBON

Wie bei jeder anderen Bike-Gattung bestimmt das Portemonnaie das Gewicht eines Bikes. Sobald Carbon ins Spiel kommt, egal, ob beim Rahmen, den Felgen oder Anbauteilen, wird es leichter, aber schnell auch exorbitant teuer. Macht der Aufpreis beim Rahmen Sinn?

Ein leichter Fatbike-Hardtail-Rahmen aus Alu bringt etwa 1850 Gramm auf die Waage. Im Vergleich dazu wog der leichteste Carbon-Rahmen in unserem letzten Vergleichstest 1629 Gramm. Ein verhältnismäßig kleiner Unterschied. Neue Rahmen (z. B. von Fatback oder Specialized) sollen allerdings schon um 1300 Gramm wiegen. 500 Gramm Gewichtseinsparung sind also möglich, wenn man sich für Carbon als Rahmenmaterial entscheidet. Ob das Sinn macht, hängt vom Budget ab. Wer nicht aus dem Vollen schöpfen kann, muss sich entscheiden, mit welchen Mitteln er am Gesamtgewicht feilt. Deutlicher als am Rahmen kommt die Gewichtsersparnis bei den Laufrädern zum Tragen.


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