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Kaufberatung E-Mountainbike

Darauf sollten Sie beim Kauf eines E-MTB's achten

BIKE Magazin am 21.12.2014

Auch für E-Biker gestaltet sich die Suche nach dem richtigen E-Mountainbike mit zunehmender Marktvielfalt komplex. BIKE zeigt auf welche wichtige Kriterien Sie beim Kauf achten sollten.

Zunächst sollte jeder die Frage nach den Geländeambitionen beantworten: Nutze ich den Motor auch mal als Gondelersatz und genieße die Abfahrt über anspruchsvolle Trails? Möchte ich meinen Tourenradius vergrößern und liebe Ausritte ins Gelände? Oder möchte ich vor allem zügig von A nach B kommen. Die drei Kategorien All Mountain, Hardtail und Freeride/Enduro helfen bei der Einordnung Ihres Fahrertyps.

Ist dieser entscheidende Punkt geklärt, ist in der Regel bereits die Frage nach der Motorposition beantwortet. Die Wahl der Motorleistung wird häufig von den äußeren Umständen diktiert. Für die Mehrheit der Käufer sind sicher die 250 Watt Pedelecs erste Wahl. Welche Kompromisse Sie für eine höhere Leistung eingehen müssen lesen Sie in den verschiedenen Motor-Klassen. Aber bitte verlieren Sie über diesen technischen Details den wichtigsten Punkt nicht aus den Augen: Das Bike muss zum Fahrer passen wie die Hose zum Hintern. Nutzen Sie daher jede Gelegenheit zu Probefahrten und achten Sie auf die richtige Größe beim Bike-Kauf.

1.1 Bike Kategorien

1.1.1 Hardtails

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Waren bisher bei den E-Hardtails fast ausnahmslos Hinterradnabenmotoren verbaut, drehen sich inzwischen Mittelmotoren in vielen aktuellen Modellen. Der Grund: die Gewichtsverteilung. Am Vorderrad sind Gabeln mit einem Federweg um die 100 Millimeter verbaut. Die fehlende Federung am Hinterrad macht die Bikes zwar etwas leichter, limitiert aber die Variabilität im Gelände. Zu grob sollte es nicht hergehen. Wer viel Forstweg fährt und ausgedehnte Touren unternimmt, ist mit einem Bike dieser Klasse gut beraten. Um im Gelände Spaß zu haben, ist eine Federung am Hinterrad unbedingt empfehlenswert.

1.1.2 All Mountain

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In der All-Mountain-Klasse ist die Angebotsdichte groß. Beinahe jeder Hersteller hat elektrische Mountainbikes im Sortiment. Zentrales Element sind Mittelmotoren. Der Federweg liegt zwischen 120 und 150 Millimetern und die Geländetauglichkeit ist damit voll gegeben. Wer es komfortabel mag oder auch mal knackige Ausritte in anspruchsvolles Gelände unternimmt, orientiert sich am besten am oberen Rand der Federweg-Skala.

Die gängige Diskussion bezüglich der Laufradgrößen hat auch vor den E-Bikes nicht Halt gemacht: Man hat die Wahl zwischen 27,5 und 29 Zoll. Aufgrund ihres Gewichtes sind die E-Bikes bauartbedingt nicht besonders wendig. 29-Zoll-Räder verstärken diesen Effekt zusätzlich. Wer gern auf winkeligen Kursen unterwegs ist, greift daher lieber zum kleineren Laufraddurchmesser.

1.1.3 Enduro/Freeride

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Mit einem Federweg von 160 Millimetern oder mehr können diese Bikes einiges wegschlucken. Ihr Metier sind abgelegene Abfahrten mit großen fahrtechnischen Herausforderungen, die sich normalerweise mit Bikes dieser Art kaum erreichen lassen. Auch Bikeparks ohne Liftanlagen bieten optimales Terrain. Wer sich mit diesen Geräten in die Abfahrt stürzt, sollte auch einen Vollvisierhelm und Protektoren besitzen. Neben dem ausdauernden Motor zählt vor allem ein potentes Fahrwerk mit guten Einstellmöglichkeiten. Sonst nimmt das  Mehrgewicht des Motors großen Einfluss auf die Fahrdynamik.

1.2 Die Motorenkonzepte

Finde Deine Mitte

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Angetrieben von Hinterradnabenmotoren starteten E-Bikes ihren triumphalen Siegeszug. Diese einfache Motorart mag für City- und Trekkingräder ihre Berechtigung haben, im Gelände machen sie höchstens aus Preis-Leistungs-Gründen an günstigen Hardtails Sinn. Wer es anspruchsvoll mag, der greift zu Mittelmotorbikes, denn diese haben in Sachen Fahrdynamik alle wichtigen Vorzüge auf ihrer Seite.
Auf der Eurobike 2014 stellen zahleiche Hersteller ihre Neuentwicklungen vor. Im Segment der Mittelmotoren macht sich eine ganze Armada von Wettbewerbern auf, um der gigantische Marktdominanz von Bosch Paroli zu bieten. Wir sind gespannt, welche Motoren sich in der Zukunft beweisen.

1.2.1 Mittelmotor

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Während 2014 das Jahr der Bosch-Antriebe war, bringen sich für die Verkaufssaison 2015 zahlreiche Wettbewerber in Stellung. Besonders gespannt wartet die Branche auf den Markteinstieg von Komponenten-Gigant Shimano, Motoren für Mountainbikes sind aus Japan aber wohl erst für die Saison 2016 zu erwarten.
Tatsächlich handelt es sich beim Mittelmotor immer um eine Kombination aus Motor und Getriebe: Die hohen Drehzahlen des Motors werden vom Getriebe auf die Trittfrequenz des Fahrers reduziert, dadurch arbeitet der E-Motor in einem besseren Wirkungsgrad. Die Antriebseinheit sitzt schwerpunktgünstig zentral im Rad in der Nähe der Kurbel. Auf diese Weise beeinflusst das Mehrgewicht der Komponenten die Fahrdynamik nur wenig. Wer maximale Performance fürs Mountainbike sucht, kommt am Mittelmotor nur schwer vorbei.

Vorteile:

  • integriertes Getriebe, dadurch bessere Leistungsentfaltung
  • zentraler Schwerpunkt
  • Der gesamte Antrieb ist Teil der gefederten Masse.
  • gute Fahrdynamik
  • Die Motorkraft wird durch die Schaltung zusätzlich übersetzt.

Nachteile:

  • höherer Verschleiß an der Kette und den Zahnkränzen
  • aufwändige Technik, daher teurer
  • speziell entwickelte Rahmen sind nötig.

Hersteller von Mittelmotoren:

  • Bosch
  • Panasonic
  • Yamaha
  • Shimano (neu ab 2015)
  • Brose (neu ab 2015)
  • Continental (neu ab 2015)
  • TranzX
  • Impulse
  • Clean Mobile (neu ab 2015)
  • Vivax Assist

1.2.2 Heckantrieb

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Am Mountainbike sind Motoren in der Hinterradnabe eine aussterbende Gattung – ihre nachteilige Auswirkung auf die Funktion eines gefederten Hinterbaus ist einfach zu groß. Aber selbst an Hardtails sind die Nachteile dieses Aufbaus deutlich spürbar: Die meisten dieser Antriebstypen sind Direktläufer, das bedeutet, der Motor hat kein Getriebe und arbeitet mit der gleichen Drehzahl wie das Hinterrad. Weil Elektromotoren aber am liebsten schnell drehen, haben sie weniger Kraft und werden früher heiß. Das gilt besonders in Steigungen.

Ein weiteres Manko ist die Gewichtsverteilung: Der Motor sitzt im Bereich der Hinterrad-Nabe. Sein Eigengewicht macht das Bike hecklastig, sportliche Fahrmanöver und schnelle Richtungswechsel sind nicht seine Stärke. Der Vorteil dabei: Die Kraft wirkt direkt auf das Hinterrad und muss nicht über die Kette übertragen werden, das erhöht die Lebensdauer des Antriebsstranges (Kurbel, Kette, Ritzel). Die Anfälligkeit für Platten ist durch das hohe Gewicht des Hinterrades besonders hoch.

Vorteile:

  • einfache Technik, damit recht  günstig
  • an manchen Bikes nachrüstbar
  • weniger Verschleiß im Kettentrieb
  • etwas leichter

Nachteile:

  • viel Gewicht am Hinterrad (ungefederte Masse)
  • neigt ohne Übersetzung zur Überhitzung
  • ohne interne Übersetzung: geringe Unterstützung bei langsamer Fahrt in steilen Anstiegen
  • anfällig für Platten

Hersteller von Hinterradnabenmotoren:

  • BionX
  • Go Swiss Drive
  • NeoDrive
  • Panasonic

1.3 Die verschiedenen Motor-Klassen

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Als E-Bike bezeichnet man alle Elektromotor-getriebenen Fahrräder und Motorräder. Wenn der Motor den Fahrer lediglich beim Treten unterstützt, handelt es sich um ein Pedelec. Aber wann gilt das Bike laut Gesetzgeber noch als Fahrrad und was macht es zu einem Kraftrad?

1.3.1 Pedelec – bis maximal 25 km/h und 250 Watt
Dieses Pedelec ist vor dem Gesetz ein Fahrrad. Es besteht keine zwingende Helm- und Versicherungspflicht. Auch für die Wahl der Strecken gibt es keine Ausnahmen. Alles, was ich mit dem Fahrrad befahren darf, ist auch mit diesem Typ E-Bike erlaubt. Außerdem ist kein Mindestalter festgelegt und auch Kinder dürfen diese Bikes bewegen. Wer sich damit im Straßenverkehr bewegt, braucht natürlich trotzdem Lichter, Reflektoren und alles, was sonst so vorgeschrieben ist. Alkoholgenuss ist nicht ganz so kritisch: Wer keine Ausfallerscheinungen zeigt, ist bis zur Obergrenze von 1,6 Promille legal unterwegs.

1.3.2 S-Pedelec – bis maximal 45 km/h und 500 Watt
S-Pedelecs stuft der Gesetzgeber als Kleinkrafträder mit geringer Leistung ein. Es ist ein entsprechender Führerschein der Klasse AM nötig, der erst ab 16 Jahren erworben werden kann! Wenn das Rad im Straßenverkehr eingesetzt wird, muss - neben der verkehrstauglichen Ausstattung - eines der farbigen Versicherungskennzeichen montiert sein. Ein Problem: Radwege sind für diese Bikes offiziell tabu. Auch das für Radfahrer häufig freigegebene befahren von Einbahnstraßen gegen die Fahrtrichtung ist mit einem S-Pedelec nicht gestattet. Es gilt die gleiche Promillegrenze wie für Autofahrer, also maximal 0,5 Promille.

Eine rechtliche Grauzone ist der Helm: Laut Gesetz müsste hier ein amtlich genehmigter Schutzhelm getragen werden, das trifft für die meisten Bike-Helme aber nicht zu. Anscheinend ist die Definition "amtlich genehmigt" jedoch nicht eindeutig, so dass auch mit Radhelmen kaum Probleme zu erwarten sind.

1.3.3 Pedelecs und E-Bikes über 45 km/h oder 500 Watt
Schnelle E-Bikes ohne Pedale werden behandelt wie Motorräder, was sie ja auch sind und werden entsprechend ihrer Leistung und Endgeschwindigkeit klassifiziert. Sie benötigen ein Kennzeichen und es werden Steuern und Versicherung fällig.
Mit Pedalen gilt in der Theorie das gleiche, aber wenn ein Mountainbike-Pedelec über 45 km/h schnell fahren kann, ist es in der Regel nicht konform mit der STVO und darf nur auf Privatgelände benutzt werden. Wer solche Maschinen im Straßenverkehr einsetzt, macht sich strafbar.

1.3.4 Pedelecs und E-Bikes ohne Straßenzulassung
Es gibt auch Bikes, die in keine der drei oben aufgezogenen Schubladen passen. Sie sind nicht STVO-konform und haben im Verkehr nichts verloren. Sie dürfen nur auf abgesperrten Strecken und auf Privatgrund verwendet werden, vergleichbar mit Motocross-Maschinen oder Renn-Carts.
 

BIKE Magazin am 21.12.2014