Geldanlage: Mountainbike Geldanlage: Mountainbike

Geldanlage: Mountainbike

Welches Mountainbike gilt als sichere Kapitalanlage?

Stefan Loibl am 14.07.2018

Bei der Null-Zins-Politik und einer Inflation von fast zwei Prozent suchen viele die passende Kapitalanlage. Manche investieren in Immobilien, Porsche oder Bitcoins. Andere in Mountainbikes.

Mountainbikes als Kapitalanlage? Schaut man sich in Klassikforen im Netz um, scheinen immer mehr Biker Gefallen an dem Gedanken zu finden – wegen der geringen Zinsen, oder weil es gerade hipp ist. Eingefleischte Sammler setzen bereits seit Anfang der 1990er-Jahre auf Kult-Bikes. Meist aus Liebe zum Bike, doch oft auch in der Hoffnung auf eine starke Wertsteigerung. "Wirklich absehen lässt sich die Nachfrage von Klassik-Bikes aber nur schwer", weiß Sammler Marco Dreher. Dennoch: In manchen Klassikforen werden aktuell alte, nahezu unbrauchbare Reifen angeboten, deren Wert sich über die Jahre vervierfacht hat. Solche Beispiele gibt es allerdings an der Börse auch. Auch hier gilt: Risiko bleibt immer. Wer in den 90er-Jahren Telefonkarten gesammelt hat, weiß, wovon die Rede ist.


Geldanlage: Mountainbike

Altes MTB: z. B. Wheeler 9900, 100 bis 300 Euro Schon damals kein Kultstatus? So wird ein altes Bike immer nur ein altes Bike bleiben. Zum Fahren okay, als Geldanlage ungeeignet. 

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Ikone: z. B. Yeti C26, bis 15000 Euro. Ein originales Worldcup-Bike von Tomac und Co.? Bingo. Diese Teile sind rar und erzielen hohe Preise – Tendenz steigend. 

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Kult-Bike: z. B. Klein Attitude. 1000 bis 6000 Euro.  In den Neunzigern galten sie als Kult-Bikes, heute sind sie bei Sammlern begehrt. Eine sichere Bank, aber nicht leicht zu bekommen.


INTERVIEW MIT SAMMLER MARCO DREHER

Macht es Sinn, alte Bikes als Kapitalanlage zu kaufen?
Als Investment gibt es bestimmt vielversprechendere und sicherere Anlagen. Man muss sich auskennen und wissen, was gefragt ist – nur so klappt das. Bei anderen Investments ist das allerdings ähnlich.

Welche Bikes gelten als besonders gefragt?
Einzelstücke sind optimal. Am besten ist es, wenn damit historische Siege eingefahren wurden. Doch die sind rar. Im Wert steigen grundsätzlich Bikes ab 1984 bis Mitte der 90er-Jahre. Zum Beispiel ein Klein Adroit Mc1. Sind die Räder ungefahren, bekommt man heute ungefähr den damaligen D-Mark-Ladenpreis in Euro.

Das ist nicht gerade eine top Rendite.
Dafür gibt es auch Beispiele, doch die sind selten. Mit Komponenten kann man mehr Gewinn machen als mit Kompletträdern. Da gibt es Beispiele von Kurbeln und Reifen mit bis zu 400 Prozent Wertsteigerung.

Wie vorhersehbar ist die Nachfrage in Zukunft?
Gar nicht. Die Modelleisenbahnen der Firma Märklin galten lange als sicheres Investment. Nun fängt die Sammlergeneration an wegzusterben – mit der Folge, dass die Nachfrage sinkt. So kann es auch uns Bikern ergehen.

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Marco Dreher, Sammler


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Stefan Loibl am 14.07.2018