• Stefan Götz, Rocky Mountain Keine breiten Reifen für alles Wir denken, dass es auf jeden Fall Sinn macht, breitere Felgen einzusetzen. Je nach Zielgruppe und Einsatzbereich der jeweiligen Bike-Plattform wird dies zu unterschiedlichen Lösungen führen. Ein Szenario von Fatbikes oder generell extrem breiten Reifen halten wir allerdings für weniger zielführend. Es bedarf im Einzelfall einer genauen Analyse dessen, was man erreichen will. Die Laufräder sind ungefederte, rotierende Masse. Breitere Felgen/Reifen erhöhen ursächlich das Laufradgewicht und haben so je nach Auslegung erheblichen Einfluss auf das Roll- bzw. Federungsverhalten des Bikes. Es wird, wie immer, auf das richtige Gesamtkonzept ankommen.
  • Scot Nicol, Ibis Breit und wenig Luft Es gibt bereits einige richtig breite Felgen auf dem Markt, aber noch keine angepassten Reifen. Aktuell sind also die Reifenhersteller gefragt. Wir haben gehört, dass Specialized an aufeinander abgestimmten Felgen und Reifen arbeitet. Andere Reifenhersteller werden definitiv folgen. Es ist schwer zu sagen, um wie viel breiter die Felgen für den Trail-Einsatz werden sollten. Mit unseren Felgen mit 35 Millimetern Innenweite können wir bereits jetzt einen sehr geringen Druck fahren, ohne dass der Reifen instabil wird. In Verbindung mit den niedrigen Drücken muss in Zukunft am Schutz gegen Durchschläge für Reifen und Felgen gearbeitet werden.
  • Lutz Scheffer, Entwickler Fat rollt unschlagbar leicht Fatbikes stehen noch ganz am Anfang der Entwicklung. Dabei sind das Gewicht und der Q-Faktor ein zentrales Thema. Ein Fatbike-Hardtail mit Federgabel sollte höchstens ein Kilo schwerer sein als ein vergleichbares Normal-Hardtail, zudem ist der Q-Faktor, also die Kurbelbreite, aktuell viel zu groß. Auf normalen Singletrails sind vier Zoll dicke Reifen vollkommen ausreichend. Bei vollgefederten Fatbikes sehe ich Reifenbreiten von 3,5 bis 3,8 Zoll als optimal an. Bei geschickter Reifenwahl und nicht zu breiter Felge rollt ein Fatbike im Gelände selbst auf feinem Schotter deutlich leichter als jedes herkömmliche MTB.
  • Gerrit Gaastra, Idworx & ZEG Positive Entwicklung 29 und 27,5 Zoll werden friedlich koexistieren. Schmalere Reifen als 2,2 Zoll sind im anspruchsvollen Gelände selbst im CC zu langsam. Wo die obere, sinnvolle Grenze für die Breite liegen wird, hängt von der Kategorie ab. Dass künftig die Mehrheit auf vier und mehr Zoll breiten Reifen unterwegs sein wird, halte ich für ausgeschlossen. Sicher ist, dass da, wo höchste Performance gefragt ist, die Felgen noch breiter werden. Reifen- und Felgenbreite werden optimal aufeinander abgestimmt. Bei der Reifen/Felgen-Verbindung wird es in Zukunft ebenfalls noch Verbesserungen geben.
  • Bodo Probst, Radon Breit, leicht, teuer Fatbikes sind eine Spielart, über die man Nachdenken kann. Ich glaube allerdings nicht, dass in zwei Jahren alle nur noch auf breiten Reifen unterwegs sein werden. Diese Trends entfernen sich immer weiter vom eigentlichen Durchschnittsfahrer. Eine bedingungslose Breitendiskussion macht sowieso keinen Sinn. Breitere Felgen und Reifen bringen nur dann etwas, wenn auch ein guter Reifenentwickler mit involviert ist. Um das Gewicht der breiteren Felgen zu reduzieren, muss wiederum Carbon eingesetzt werden, was die Laufräder extrem teuer macht im Vergleich zu Aluminium.
  • Markus Hachmeyer, Schwalbe Nie wieder Durchschläge Der aktuelle Trend zu breiten und leichten Felgen wirkt sich sehr positiv auf die Reifen-Performance aus. Breitere Felgen stützen den Reifen besser ab und lassen geringere Drücke zu, wodurch die Traktion steigt und der Rollwiderstand im Gelände sinkt. Dies ist der Ursprung von unserem neuen Zweikammersystem, das die üblichen Probleme des "Low-Pressure-Riding" effektiv beseitigt.  Durchschläge werden abgefangen und "Burping", der Luftverlust bei radikaler Kurvenfahrt, wird eliminiert. Das hat zur Folge, dass unter extremen Bedingungen wiederum leichtere Reifen gefahren werden können.