Seite 1: Workshop MTB-Guide - Teil 2: Die besten Touren finden

MTB-Tourenplanung mit Karte und GPS-Touren-Portalen

  • Gitta Beimfohr
 • Publiziert vor 5 Jahren

Werden Sie Ihr eigener Bike-Guide und lernen Sie, wie Sie MTB-Touren planen und sicher nachfahren. Teil 2: Karten und Touren-Portale nutzen, um die besten Touren in einem neuen Revier finden.

Wer Karten lesen kann, ist klar im Vorteil. Daran ändern auch die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters nichts. Gemeint ist die gute, alte Papierkarte. Klar haben gefühlt zwei Drittel aller Mountainbiker ein Smartphone im Gepäck. Klar finden sich mittlerweile für fast jedes Urlaubsrevier kostenfreie oder -pflichtige Digitalkarten, die sich auf dem Smartphone oder dem GPS-Empfänger nutzen lassen. Gute Voraussetzungen also, die Frage "Wo bin ich?" ein für alle mal als beantwortet zu betrachten. Zumindest, solange der Akku hält. Doch wer sich auf Tour einzig und allein auf digitale Hilfsmittel verlässt, ist schnell verlassen. Smartphones sind praktische Alleskönner. Doch der für die Navigation notwendige GPS-Empfänger und die Hintergrundbeleuchtung des Displays saugen den Akku des Gerätes gnadenlos aus. Auf einer ausgewachsenen Tages-Tour kann es hier recht schnell eng werden.

Doch nicht nur deshalb sind Papierkarten den digitalen Helfern in mancher Hinsicht überlegen. Wer nicht nur den aktuellen Standort erfahren, sondern auch wissen will, wo es hingeht, ist mit einer Papierkarte weit besser bedient als mit dem winzigen Kartenausschnitt, den ein Smartphone-Display zulässt. Herauszoomen ist hier keine Lösung. Schließlich werden Rasterkarten dabei einfach nur kleiner dargestellt und sind dann nicht mehr lesbar. Bei Vektorkarten nimmt dagegen bei kleineren Maßstäben auch der Detailreichtum ab. Überblick? Fehlanzeige. Ergo: Unterwegs auf Tour sind digitale Helfer wie Smart­phones oder GPS-Geräte wertvolle Hilfsmittel für die kleinräumige Navigation, also für die nächsten Abzweige. Wer den Überblick behalten will, kommt aber um eine "analoge" Papierkarte nicht herum.

Nächtelang am Computer sitzen und die Touren-Portale nach den lohnendsten Touren durchforsten, oder einmal Geld auf den Tisch legen und die Trail Essenz stets griffbereit haben. Bikeguides aus Papier (mit GPS-Daten für unterwegs) haben noch immer Vorteile.


Schritt 1: Papierkarte besorgen

Die topografische Karte im Maßstab 1:50000 verschafft den Überblick über ein neues Revier. Mittlerweile werden für viele Mountainbike-Reviere auch spezielle MTB-Karten angeboten, meist sogar in digitaler wie analoger Form (siehe Kasten). Hier sind in der Topo-Karte bereits lohnende Strecken eingezeichnet. Samt Schwierigkeitsgrad nach einem bestimmten Farb-Code. Solche Karten sind meist nicht billig, aber ihr Geld wert. Schließlich geben sie bereits Aufschluss, welche Strecken vor Ort überhaupt für das Mountainbike und das eigene Leistungsniveau Sinn machen. Doch so wertvoll es auch sein mag, den Schwierigkeitsgrad einer Route zu kennen, so sagt dieser noch lange nichts darüber aus, ob sich die Tour an sich auch lohnt. Hier geht einfach nichts über persönliche Erfahrungen.


Schritt 2: Die besten Touren finden

Mountainbiker teilen ihre Erfahrungen offenbar gern. Im Internet bieten zig GPS-Touren-Portale (siehe Kasten) tausende Mountainbike-Touren zum freien Downloaden an. Doch welche Touren sind denn nun die schönsten Klassiker der Region? Welche bieten die spannendsten Trails? Welche die schönsten Ausblicke? Die meisten dieser Portale bieten "User generated content" als freien Download an. Das muss kein Nachteil sein. Viele "User" sind erfahrene Mountainbiker und kennen sich mit der Materie aus. Dennoch muss man sich bewusst sein, dass in diesen Portalen keine Qualitätskon­trolle stattfindet. Die Touren-Beschreibungen sollten daher mit einer gewissen Portion Skepsis gelesen werden. Was der eine "unfahrbar" nennt, ist für den anderen "S3". Was für Trailcracks "Flow pur" bedeutet, kann für andere zum Alptraum werden. Sicher lassen sich anhand der Touren, die ein User gepostet hat (Autorenprofil ansehen), noch recht gut Rückschlüsse auf dessen Fahrtechnik-Level ziehen. Doch den Schwierigkeitsgrad einer Tour unabhängig vom eigenen Können objektiv zu beurteilen, ist eine schwierige Aufgabe, an der auch Profis bisweilen scheitern.

Mehr auf Nummer sicher geht also, wer sich auf redaktionell aufbereitetes Touren-Material verlässt. Ein guter, alter, gedruckter Bikeguide ist auch hier der digitalen Welt noch um eine Nasenlänge voraus. Klar kostet ein gedruckter Führer Geld. Doch dafür hält man mit ihm die 20–30 besten Touren einer Region bereits in der Hand und kann sich darauf verlassen, dass für die Bewertung aller Touren ein einheitlicher Maßstab angelegt wurde.

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