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Vorurteil 2: Biker erschrecken Wildtiere

  • Laurin Lehner
 • Publiziert vor 3 Jahren

Boden-Zerstörer, Wild-Schreck, Krankenassen-Kostentreiber: Als Biker sieht man sich vielen Vorurteilen ausgesetzt. Wir fragten bei unseren Experten nach und sagen, was wirklich stimmt.

Vorurteil 2: Biker erschrecken Wildtiere wie Hirsch, Reh, Fuchs und Hase.

Das sagen BIKE-Fans auf Facebook dazu:

"Absoluter Quatsch. Bei so viel Unruhe im Wald wie unteranderem durch die Windkraftanlagen gewöhnen sich die Tiere an den Verkehr im Wald. Zumal auch genug Maschinen zum Teil 24 Stunden am Tag im Wald das Holz ernten bzw Sturmschäden beseitigen.
Man sollte nur nicht über Wildäsungswiesen fahren." "Immer locker bleiben, bevor wir das Wild sehen, haben die uns schon längst auf dem schirm und solange man nicht im Wald rumschreit wie ein geisteskranker kann ja nichts passieren. Wenn im Herbst Treibjagd ist kann man wohl kaum von human reden.Da wird das wild von den Hunden durch den Wald gehetzt und als dank noch abgeknallt. Aber es ist immer einfacher die schuld auf andere zu schieben wie mal sein verhalten selbst zu überdenken. Jeder sollte Rücksicht auf die Natur nehmen."


Was stimmt wirklich?
Grundsätzlich gilt: Je mehr Rückzugsorte die Tierwelt hat, umso besser geht es ihr. Jeder neue Pfad durch die Natur schränkt diese Rückzugsorte ein – da spielt es jedoch erst mal keine Rolle, ob da Wanderer oder Biker unterwegs sind. "Solange die Menschen auf den ausgeschilderten Wegen bleiben, interessiert das die Tierwelt nicht”, sagt Kreisjägermeister Hartwig Görtler.

Doch inwiefern schaden Biker und Wanderer konkret dem Wild? Generell lösen Menschen bei Tieren Angst aus. Folge: ein Fluchtreflex. "Das kann besonders im Winter zum Problem werden, wenn die Tiere ihren Organismus runterfahren und Ruhe brauchen, um Energie zu sparen", weiß Görtler. Müssen die Tiere andauernd flüchten, führt das zu Gewichtsverlust und häufig gar zum Hungertod.

Ein schneller Biker kann die Tierwelt in Aufregung versetzen, was in abgelegenen Ecken und besonders im Winter zum Problem werden kann. Bleiben wir jedoch auf den stark von Menschen frequentierten Wegen, interessiert sich die Tierwelt ziemlich wenig für uns.

Wer schadet nun mehr? Biker oder Wanderer? Ausschlaggebend ist die Anzahl der Biker oder Wandersleute. Will man trotzdem unterscheiden, kommt der Biker schlechter weg – denn der bewegt sich schneller, was die Tierwelt in größere Aufregung versetzt. "Wanderer mit Hunden machen den Tieren aber noch mehr aus – denn Hunde signalisieren Gefahr”, sagt Görtler.

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