• Gegen die Wand Während der Fahrt verhindern Nebengeräusche die genaue Ortung der Knarz-Quelle. Stützen Sie sich deshalb in einer Ecke ab. Das Vorderrad drückt gegen die eine Wand, mit der Schulter lehnen Sie sich an die andere – so fallen Sie nicht um. Jetzt können Sie den Antriebsstrang im Wiegetritt unter Zug setzen, indem Sie sich auf das Pedal stellen.
  • Sitzprobe Der Sattel ist ein häufiger Störenfried. Ob es an ihm liegt, finden Sie ganz einfach heraus: Rutschen Sie einfach auf dem Sattel vor und zurück. Wenn es knarzt, haben Sie den Übeltäter. Ob es vom Sattel oder der Sattelstütze herrührt, erkennen Sie, wenn Sie die Sattelstütze so weit wie möglich absenken und den Test wiederholen. Ist Ruhe, liegt es am Sattel oder der Sattelklemmung.
  • Wiegetritt Knarrende Geräusche aus der Richtung von Vorbau und Lenker schmälern das Sicherheitsgefühl ganz enorm. Fahren Sie im Wiegetritt und ziehen Sie bewusst kräftig an den Lenkerenden. Treten Sie kraftvoll in die Pedale, um den Gegendruck zu erzeugen. Werden die Geräusche stärker, widmen Sie sich mit etwas Fett und Kupferpaste der Lenkzentrale.
  • DIE KNACK-KLASSIKER An diesen Stellen entstehen die meisten Geräusche. Tretlager Auf das Tretlager wirken sehr hohe Kräfte. Deswegen lösen sich Lagerschalen oder Kurbeln schneller als andere Schraubverbindungen. Schmieren Sie die Gewinde der Lagerschalen großzügig mit Kupferpaste. Bei Vierkant- und Octalink-Lager bestreichen Sie auch den Bereich unter der losen Schale. Die Kurbelaufnahme belegen Sie mit einer dünnen Fettschicht.
  • Sattel An keiner Stelle lässt sich die Lärmbelästigung so leicht beheben wie am Sattel. Fetten Sie die Sattelstütze großzügig. Das gilt auch für die Klemmschrauben. Fetten Sie nicht nur das Gewinde, sondern auch den Schraubenkopf. Bei einer knarrenden Satteldecke hilft ein Spritzer Silikon-Spray auf das Sattelgestänge.
  • Vorbau/Lenker Bei der Klemmung von Lenker und Vorbau sollten Sie ganz besonders auf die vorgeschriebenen Drehmomente achten. Die Spalte des Vorbaudeckels sollte oben und unten gleich groß sein. Die Kontaktfläche zwischen Vorbau und Lenker können Sie zudem leicht mit Kupferpaste einschmieren.
  • UNBEKANNTE NERVER Diese Parts werden bei der Suche nach dem Knack gerne übersehen. Wechselauge Lärmt eher selten, wird noch seltener gefunden: ein knackendes Wechselschaltauge. Bestreichen Sie die Kontakfläche zwischen Rahmen und Schaltauge mit Fett oder Kupferpaste.
  • Pedale Pedale lärmen gleich an mehreren Stellen. Das Gewinde gehört in Kupferpaste eingepackt, die Achse regelmäßig in Lagerfett gebettet. Den Klickmechanismus besprühen Sie mit Teflon-Spray. Dann ist Ruhe.
  • Umwerferschelle Wenn der Rahmen im Tretlager nicht besonders steif ist, kann ein knarzendes Geräusch auch von der Umwerferschelle herkommen. Einfach mit einer Schicht Kupferpaste unterlegen.
  • Kettenblattschrauben Wenn das Knacken vor allem im Wiegetritt hörbar ist, schauen Sie sich die Kettenblattschrauben an. Gut mit Fett einschmieren und mit dem richtigen Drehmoment festziehen.
  • DIE SCHMIERMITTEL Kupferpaste Kupferpaste eignet sich zur Schmierung aller Bauteile, die nicht ständig verschoben oder umgebaut werden müssen. Achten Sie darauf, dass Sie nur Kupferpaste mit Antioxidationszusatz verwenden. Zum Beispiel ”Copper Compound” von Motorex, ca. 12 Euro, www.motorex.com
  • Lager-/Montagefett Lager- und Montagefett unterscheiden sich durch ihre Zähflüssigkeit. Lagerfett (z.B. Finish Line Teflon Fett, ab 8 Euro, www.grofa.com ) kommt auf die beweglichen Teile, Montagefett wird wie Kupferpaste verwendet. Es sollte kein Lithium enthalten, das kann Dichtungen angreifen. (Fotos: Daniel Simon, Georg Grieshaber)