Tipp für Frauen: Flat-Pedale oder Klick-Pedale?

Was wollen Frauen am Bike: Flat- oder Klickpedale?

  • Christian Artmann
 • Publiziert vor 3 Jahren

Grundsatzfrage Pedale: Was ist besser? Die breite Standfläche des Flatpedals oder doch die feste Verbindung per Klickpedal? BIKE erklärt die Vor- und Nachteile.

Wie kann es sein, dass man über diese Frage so kontrovers diskutiert und das Thema dann beim Biken doch wieder vollkommen vergisst – dieselben Trails mit der gleichen Sicherheit fährt und den gleichen Spaß dabei hat?

Die Antwort: antrainierte Bewegungsmuster. Als Flatpedal-Fahrer hat man gelernt, sich zwischen Lenker und Pedalen so zu verspannen, damit man eine stabile Verbindung zum Bike erzielt. Als Klickpedalfahrer sind es das intuitive Finden des Einklickpunktes und die Drehbewegung beim Ausklicken des Schuhes. Biken kann man mit beiden, und oft ist die Pedalwahl dadurch bestimmt, was man gewohnt ist oder zuerst erlernt hat. Dabei gibt es gute Gründe, beide Pedaltypen zu nutzen. Fest steht: Durch die fixe Verbindung kann man mit Klickpedalen effizienter pedalieren und aktiv das Pedal hochziehen. Auch in besonders ruppigen Passagen hält man mit Klickpedalen sicherer und entspannter Kontakt. Man braucht allerdings spezielle Bike-Schuhe, auf denen das Bindungsgegenstück, die Pedal-Cleats, montiert werden. Mit diesen Metallplatten in der Sohle ist das Gehen auf Fels oder steinigem Untergrund zum Teil etwas unsicherer – gerade für alpine Trail-Abenteuer mit langen Tragepassagen ein wichtiges Argument. Cleat-fähige Schuhe gibt es heutzutage in jeder Fasson – von CC-Race bis Enduro, von luftig leicht bis warm und wasserdicht.

Tipp für Frauen: Flat-Pedale (im Foto) oder Klick-Pedale?

Bei Flatpedals sorgen die leichte Vertiefung des Pedalkörpers und die Stahlstifte (Pins) für eine Verzahnung mit dem Schuh. Bike-Schuhe mit weichen Sohlen sind dafür ideal, aber kein absolutes Muss. Gerade, wenn man das Bike nicht nur als Sporterät nutzt, sind Flatpedals vielseitiger. Auch wer gern trickst und sich gegebenenfalls blitzschnell vom Bike trennen muss, nimmt besser Flats. Auf Flatpedals kann man zwar die Fußposition frei wählen, hat aber in der Tretbewegung kaum Bewegungsfreiheit. Mit Klickpedalen ist der Fuß dagegen in seiner Position fixiert, je nach Pedaltyp bleiben aber doch zwischen 4 bis 10° seitliche Bewegungsfreiheit. Für Fahrer mit Knieproblemen sind richtig eingestellte Klickpedale oft angenehmer. Wo Nässe Flatpedals mitunter rutschig macht, setzen sich die Klickpedale bei Schlamm oder Schnee auch mal zu.


Fazit: Für die meisten Einsatzbereiche, von Tour bis Downhill, entscheiden die persönlichen Vorlieben – für maximale Effizient bzw. sicheren Halt wählt man Klickpedale. Für eine möglichst flexible Bindung zum Bike dagegen lieber Flatpedals. Nur für CC und Marathon ist die Sache eindeutig. Ideal ist es, wenn man beide Fahrstile beherrscht.

Es muss nicht immer silbergrau sein, wie in unserem Beispiel. Egal, ob Flatpedal (rechts das Bontrager Line Pro) oder Klickpedal (Shimano XT Trail, links), mittlerweile gibt es für jeden Fahrertyp, Geldbeutel und Farbwunsch passende Optionen.



GITTA BEIMFOHR: SICHERER AUF DEM TRAIL

Ich bin vor ein paar Jahren auf Flatpedals umgestiegen. Darüber freue ich mich jedes Mal, wenn ich mitten in einer kniffligen Trail-Abfahrt stehe und ganz einfach und voll konzentriert wieder aufsteigen kann – ohne erst hektisch nach dem Klickpedal suchen zu müssen. Der Nachteil: Wer nicht aufpasst, kann sich mit den scharfen Pins schnell Schienbein oder Wade verkratzen.

Gitta Beimfohr, BIKE-Redakteurin



KAREN ELLER: MEHR AUF ZUG

Als ehemalige Rennfahrerin bin ich mit dem Klickpedal groß geworden. Auf längeren Touren mit vielen Höhenmetern möchte ich auch bis heute nicht darauf verzichten. Der Tritt ist runder, die Kraftübertragung besser. Dennoch wechsle ich auch mal auf Flatpedals, wenn die Trails nass und rutschig sind.

Karen Eller, MTB-Veranstalter: Die Rasenmäher  www.dierasenmaeher.de



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