Standards für Komponenten am Mountainbike

So lösen Sie das Chaos bei den Bike-Standards

  • Stephan Ottmar
 • Publiziert vor 10 Monaten

Kein Wunder, dass die Nerven vieler Hobbyschrauber blankliegen. Denn, wer am Mountainbike Anbauteile tauschen will, muss sich durch einen ganzen Dschungel voller Standards kämpfen. Wir weisen den Weg.

Ein DIN-A4-Blatt passt in jeden Drucker und in jeden Hefter, darauf ist Verlass, und zwar schon seit 1922. Damals legte die Papierindustrie die Größe des Blattes fest und verankerte die Definition in einer Norm. Auch in der Fahrradindustrie gibt es Normen, allerdings nur für die Sicherheit des Bikes. Für die Montage einzelner Komponenten und Verbindungselemente dagegen gibt es keine verbindlichen Richtlinien – hier kochen Hersteller gerne ihre eigenen Süppchen. Vorteil: Da die Hersteller die einzelnen Bauteile optisch und funktional aufeinander abstimmen, rollen viele neue Bikes wie aus einem Guss aus dem Laden. Nachteil: Wehe, man möchte einmal ältere Komponenten an einem neuen Rahmen unterbringen oder ältere Rahmen mit neuen Anbauteilen aufwerten!

Die Vielzahl der am Markt befindlichen Ein- und Anbaumaße gleicht dabei einem tausendteiligen Puzzle. Kompliziert wird es vor allem, wenn Produkte von unterschiedlichen Anbietern zusammenkommen. Ein Beispiel: Besonders skurrile Auswüchse entstanden über die vergangenen Jahre am Innenlager – der Schnittstelle zwischen Rahmen und Kurbel. Der Hintergrund: Der Mountainbiker wünscht sich einen schmalen Abstand der Kurbelarme (Q-Faktor), die Lagerhersteller bevorzugen eine breite Abstützung, und die Kurbelhersteller variieren gern mal den Achsdurchmesser. Daraus entstand über die vergangenen Jahre ein undurchschaubares Dickicht – selbst versierte Schrauber verlieren hier schnell den Überblick.

Kombi Schaltung-Bremshebel: Was passt?

Eine Reihe meist kleinerer Firmen bietet für viele Probleme Abhilfe: Adapter- und Sonderlösungen bringen so auch Komponenten zusammen, die auf den ersten Blick nicht füreinander geschaffen sind. Eine Firma widmete der Thematik ihre volle Aufmerksamkeit und sogar ihren Firmennamen: Problem Solvers. Die Amerikaner suchen Detaillösungen da, wo Biker verzweifeln. So entstanden beispielsweise Umbau-Kits, mit denen "alte" Laufräder in neue Boost-Rahmen passen. Auch deutsche Hersteller haben die Hilferufe der Schrauber vernommen. Reset aus Hannover erfüllt Wünsche zum Thema Steuersatz und Innenlager. Der Münchner Hersteller Bike-Yoke bietet Lösungen an, mit denen man die Spezialdämpfer in Specialized-Bikes durch Standardfederbeine ersetzen kann. Und Trickstuff aus Freiburg produziert eine Reihe von Lenkerschellen, um Brems- und Schalt­hebel verschiedener Hersteller zu kombinieren.

Viele clevere Helferlein, und dennoch verirrt man sich als Schrauber immer wieder im Irrgarten der vielen Standards.


Mit diesen Informationen führen wir Sie durch dieses Labyrinth - den gesamten Artikel zu diesen Themen finden Sie unten im Download-Bereich:

Die Problemzonen am Bike beim Komponententausch


1 Federgabel
Was nicht passt, wird passend gemacht. Mit unseren Tricks schlupft jeder Schaft willig ins Steuerrohr.


2 BOOST-STANDARD
Die vorhandenen Laufräder sind noch top in Schuss, schlabbern aber unfahrbar auf der Achse. Boost-Kits schaffen Abhilfe.


3 COCKPIT
Zwangsheirat: Mit diesen Adaptern lassen sich sogar Sram- und Shimano-Modelle am Lenker kombinieren.


4 REMOTE-STÜTZE
Stütze und Rahmen teilen nicht den gleichen Durchmesser. Mit Shims aus dem Zubehör klappt’s – wenn auch nicht immer.


5 SCHALTUNG
Ihr Bike kam vor der 1x12-Revolution zur Welt? Kein Problem, die Nach­rüstung funktioniert problemlos – und inzwischen sogar relativ günstig.



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Schlagwörter: 26 Zoll 27.5 Zoll Komponenten Standards Umbauen

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