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MTB-Bremse: Alles über die Scheibenbremse

Mythen und Fakten rund um MTB-Scheibenbremsen

Sebastian Brust am 05.03.2020

Rund um das Thema Scheibenbremsen am Mountainbike kreisen zahlreiche Mythen. Wir haben die sechs populärsten Bremsen-Weisheiten auf ihren Wahrheitsgehalt hin untersucht.

Mythos Nummer 1: Einbremsen ist unnötig.

Falsch! Wer mit neuen Bremsbelägen (oder auch Scheiben) auf eine Mountainbike-Tour startet, riskiert, das System zu früh zu überhitzen. Verzogene Scheiben, verglaste Beläge und stark erhöhter Verschleiß sind mögliche Begleiterscheinungen. Nur eine sorgfältig eingebremste Bremse erreicht volle Bremskraft, höchste Temperaturfestigkeit und Lebensdauer. Wie es richtig geht? >> MTB-Scheibenbremsen richtig einbremsen

Mythos Nummer 2: Eine Vierkolbenbremse ist stärker als eine Zweikolbenbremse.

Auch falsch. Der letzte MTB-Scheibenbremsen-Test aus BIKE 5/2019 beweist: Es kommt nicht auf die Kolbenzahl an. Bei sonst gleichen Bedingungen entscheidet nicht die Kolbenzahl, sondern die Kolbenfläche, wie hoch die Bremskraft theoretisch ausfällt. Am wichtigsten ist jedoch der Reibwert, den die Bremsbelagsmischung liefert.

Magura Trail Carbon Scheibenbremse

Perfekte Kombination? Die Magura MT Trail ist die Symbiose aus der der kraftvollen MT7 mit vier Kolben und der leichten MT8.

Mythos Nummer 3: Mit der falschen Bremsflüssigkeit zerstört man die Bremse.

Stimmt! Bei hydraulischen MTB-Scheibenbremsen schwappt in manchen Leitungen Öl als Medium (z. B. Shimano, Magura), in anderen die sogenannte DOT-Bremsflüssigkeit (z. B. Sram, Hope) auf Basis von Ethylenoxid und Alkohol. Die unterschiedlichen chemischen Eigenschaften beider Flüssigkeitstypen erfordern spezielle Dichtungen, die sich auf Dauer nicht mit der jeweils anderen vertragen. Bei der Verwendung der falschen Flüssigkeit droht die Schädigung der gesamten Bremse durch die Zerstörung der Dichtungen.

Beste MTB Scheibenbremse Disc

Ein entscheidender Faktor für die Bremspower und Standfestigkeit von MTB-Scheibenbremsen sind die Bremsscheiben.

Mythos Nummer 4: Wenn die Bremse stinkt, sind die Beläge verbrannt.

Nein, im Gegenteil: Sie bremsen dann besser. Die meisten organischen und sogar manche gesinterten Bremsbeläge sondern bei den ersten rasanten Abfahrten einen stechenden Geruch ab, häufig verknüpft mit einem Rückgang der Bremswirkung. Dieser Prozess, das sogenannte "Initial fading" ist aber Teil des Einbremsens. Der Geruch stammt von Bindemitteln, die bei unterschiedlichen Temperaturen aus dem Belag verdampfen. Ist der Belag eingebremst, bleibt die Bremswirkung konstant, und es stinkt nicht mehr. Wie Einbremsen geht? >> Anleitung: MTB-Scheibenbremsen richtig einbremsen

Mythos Nummer 5: Organische Beläge sind stärker als Sinter-Beläge.

Es kommt drauf an. Der letzte Test von MTB-Bremsbelägen (BIKE 5/2017) zeigte: Im Schnitt waren organische Beläge in der getesteten Shimano-XT-Bremse stärker, in der Sram Guide ungefähr gleich stark und in der Magura MT4 schwächer als gesinterte.

Mythos Nummer 6: Sinter-Beläge halten länger als organische.

Nein. Zwar gewann nach 1000 trockenen Prüfstandbremsungen ein Sinter-Belag den letzten Beläge-Verschleißtest in BIKE 5/2017. Dahinter sammelten vier Beläge ebenfalls die volle Punktzahl – allesamt organisch. Im direkten Vergleich fielen drei von vier Sinter-Belägen um ein paar Prozentpunkte hinter die jeweiligen organischen desselben Herstellers zurück. 


Diesen Artikel finden Sie in BIKE 12/2019 - Teil 1 und BIKE 2/2020 - Teil 2. Die gesamte Digital-Ausgabe können Sie in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Print-Ausgabe im DK-Shop nachbestellen – solange der Vorrat reicht:

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Sebastian Brust am 05.03.2020
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