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Teil 3: Boost – Alternativen von American Classic und Liteville/Syntace

  • Christian Artmann
 • Publiziert vor 4 Jahren

Boost gehört zu den großen Trends der Saison. Doch was genau steckt hinter dem neuen Standard? Und was bringt Boost 148 wirklich?

Die Vorlage von Sram ist eindeutig: Die Nabenflansche und damit die gesamte Baubreite der Naben rücken um jeweils gleiche Beträge auf beiden Seiten nach außen – hinten um 3 mm und vorne um 5 mm pro Seite. Doch es gibt auch Ansätze, die zusätzliche Breite anders zu nutzen.

AMERICAN CLASSIC Boost – die Symmetriker

Der US-Laufradproduzent setzt bei seinen Boost-Naben auf mehr Symmetrie im Laufrad, oder besser, auf ausgeglichene Speichenwinkel und -spannungen zwischen den beiden Seiten. "Mit der üblichen Interpretation von Boost erhält man zwar ein statisch steiferes Laufrad, behält aber die ungleiche Speichenspannung bei. Die Dauerhaltbarkeit leidet. Ist das Laufrad symmetrisch, nimmt die statische Steifigkeit zwar weniger zu, dafür kann man Speichenwinkel und -spannung nun auf beiden Seiten angleichen. Der positive Effekt daraus ist in der Praxis stärker spürbar und sorgt außerdem für ein haltbareres Laufrad", erklärt Bill Shook von American Classic. Deswegen ist bei der eigenen Boost-Hinterradnabe nur die Disc-Aufnahme 6 mm weiter nach außen versetzt. Die in Folge neu zentrierte Felge ergibt ein fast perfekt symmetrisches Laufrad. Vorne nimmt man sogar das Standardnabengehäuse und spacert die Nabe nur nach rechts aus – mit dem gleichen symmetrischen Ergebnis.

Die Boost-Interpretation von Laufrad-Hersteller American Classic.

SYNTACE/LITEVILLE EVO6 – die Weiterdenker

Bei Syntace/Liteville denkt man den Ansatz von Boost mit dem offenen Standard EVO6 noch weiter. Das Ganze basiert auf der Baubreite von Boost und nutzt eine asymmetrische Hinterbaukonstruktion für die Laufradsymmetrie. Ähnlich, wie schon beim Cannondale-Hardtail FS-I, braucht es dafür aber spezielle Rahmen, die bisher nur Liteville baut. Anstatt auf jeder Seite 3 mm breiter zu gehen, wird bei EVO6 die Hinterradnabe und damit auch die Kettenlinie um volle 6 mm nach rechts verschoben. So kann man das Laufrad wieder symmetrisch aufbauen und gleichzeitig die komplette zur Verfügung stehende Abstützbreite der Boost-Naben für die Laufradsteifigkeit nutzen. "Die gegenüber Boost um 3 Millimeter verschobenen Kettenlinien kompensieren wir mit den geringen Fertigungstoleranzen und einer hohen Hinterbausteifigkeit unserer Bikes. Wir haben EVO6 lange und ausgiebig getestet und keine Nachteile festgestellt", verspricht Jo Klieber von Syntace/Liteville.

Der offene EVO6-Standard von Syntace, der bisher nur an Liteville-Mountainbikes zum Einsatz kommt.

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Themen: BoostEinbaumaßNabenStandard


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