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Mountainbike-Marathons: das perfekte Bike

So finden Sie das optimale Marathon-Bike

  • Florentin Vesenbeckh
 • Publiziert vor 4 Jahren

Wie sieht das perfekte Bike für MTB-Marathons aus? Leicht, bequem, standhaft – wir verraten, worauf sie bei der perfekten Langstrecken-Maschine achten müssen.


1 Federweg
An Hardtails haben sich 100-mm-Gabeln durchgesetzt. Am Fully machen 80 bis 120 Millimeter Sinn, je nach Strecke und Vorlieben.
2 Flaschenhalter
Ein zweiter Flaschenhalter ist Pflicht am Marathon-Bike – außer, Sie fahren mit Trinkrucksack.
3 Gewicht
Profi-Hardtails wiegen unter neun Kilo. Wer Wert auf Komfort und Federweg legt, landet bei zehn bis zwölf Kilo. Bei der Materialwahl Fahrergewicht und Fahrstil beachten, nicht an die Grenze gehen.
4 Laufradgröße
Langstreckenrennen sind der ideale Einsatzbereich für 29-Zoll-Bikes: komfortablere Sitzposition, rollt besser, mehr Grip und Traktion, kein Aufbäumen an steilen Rampen, weniger Überschlagsgefühle an Stufen – dafür etwas schwerer.
5 Übersetzung
Zu große Einfach-Kettenblätter können auf der Langdistanz an steilen Anstiegen zum Killer werden. Achten Sie auf einen passenden Berggang für den MTB-Marathon, den Sie fahren wollen. Zweifach-Antriebe bieten eine größere Bandbreite und mehr Reserven für Alltagsmarathonisti.

Daniel Simon Das optimale Marathon-Bike


Bike für den MTB-Marathon: Fully oder Hardtail?


Andy Seewald, Kreidler Werksteam: Fullys sind im Kommen!
Ob vollgefedert oder starr lässt sich pauschal nicht sagen, das hängt immer von der Strecke ab. Aber die Fullys werden immer besser und leichter, sie werden sich wohl immer mehr durchsetzen. Wenn du sehr lange mit hoher Geschwindigkeit auf Rumpelpisten unterwegs bist, schont die Vollfederung den Körper. Bei entsprechendem Untergrund spart das sogar im Anstieg Kraft, da du nicht so oft aufstehen musst. Aber: Je bergiger es wird, desto mehr kommt es aufs Gewicht an. Hier hat das Hardtail noch die Nase vorn.

Wolfgang Watzke Andi Seewald, Kreidler Werksteam


Andreas Hartmann, Team Craft Rocky Mountain: Fully? Braucht’s nicht.
In unseren Breiten macht ein Hardtail mehr Sinn. Die Rennen sind sehr kletterorientiert, und dann zählt schlicht Leistung pro Kilo. Das Bike muss also leicht sein. Außerdem hält sich der fahrtechnische Anspruch meist in Grenzen, sodass ein Hardtail völlig ausreicht. Außerdem sind Hardtails pflegeleichter, und es kann nicht so viel kaputtgehen. Persönlich bevorzuge ich technisch anspruchsvolle Kurse, auf denen ein Fully Vorteile bringt. In Kanada brauchst du zum Beispiel auf keiner Rennstrecke mit einem Hardtail antreten.

Privatfoto Andreas Hartmann, Team Craft Rocky Mountain


Interview mit Simon Stiebjahn, Marathon-Profi


Was sollte man auf keinen Fall mit seinem Marathon-Bike machen?
Ich würde niemals mit Grammfeilscherei anfangen. Wer mit Ultraleichtreifen und angebohrten Kettenblättern auf die Langstrecke geht, kann auf den Defekt nur warten. Zum Beispiel verwende ich immer Reifen mit verstärkter Seitenwand, die sind zwar schwerer, aber haben einen besseren Pannenschutz.


Was tun, wenn doch mal eine Panne zuschlägt?
Bis jetzt bin ich immer ohne größere Probleme durch die Rennen gekommen, deswegen habe ich da wenig Erfahrung. Einmal hab’ ich mir das Schaltwerk abgerissen, aber da war nichts mehr zu reparieren. Bei kleineren Sachen sollte man immer ruhig bleiben. Erst überlegen und dann trotz Rennstress ordentlich arbeiten. Wer beim Schlauchwechsel zu hektisch ist, zwickt womöglich den neuen Schlauch und hat direkt den nächsten Platten.


Wie kommt es, dass Du bei so vielen Renneinsätzen kaum einen Defekt hattest?
Ich bin in der glücklichen Lage, einen Mechaniker zu haben, der mein Material sorgfältig kontrolliert. Außerdem wechsle ich die Verschleißteile, bevor sie abgenagt sind. Ein Reifen wird bei mir nicht älter als einen Monat, und eine Kette sieht selten mehr als 1500 Kilometer.


Regelmäßig das Rad warten, mehr nicht?
Im Prinzip ja. Ich achte noch darauf, dass ich beispielsweise nie am Abend vor dem Rennen noch schnell eine neue Kette aufziehe. Solche Nacht- und Nebelaktionen gehen meist nach hinten los.

Moritz Ablinger Simon Stiebjahn, Marathon-Profi


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