Kinderbikes: Fast wie die Großen

  • Tomek
 • Publiziert vor 13 Jahren

Die 24-Zoll-Klasse schafft den Sprung vom Spiel- zum Fahrzeug. Doch welches Bike passt zu welchem Kind?


1. RAHMEN
Die Verarbeitung ist dieselbe wie die großer Mittelklasse-Bikes. Wesentlicher Unterschied: Das Sitzrohr ist kürzer, um das Bike mit langer Stütze über einen langen Zeitraum nutzbar zu machen.


2. DÄMPFER
Hinten arbeiten Federelemente in der Grundausstattung – Stahlfeder mit einstellbarer Zugstufendämpfung (Öl). Federweg: um die fünf Zentimeter.


3. SCHALTUNG
Billig, aber okay: Die Altus-Schaltung ist bei Kinderbikes Standard und bietet 21 Gänge. Genug für leichte Touren.


4. VORBAU
Möglichst kurz, um das Vorderrad bei Hindernissen leichter anlupfen zu können.


5. FEDERGABEL
Die Optik ist oft spektakulärer als das Innenleben: Stahlfedern, 08/15-Dämpfungen.


6. LAUFRÄDER
Schwere, aber gut gedichtete Naben, Alufelgen, Drahtreifen in 1.8er Breite.


7. BREMSEN
V-Brakes mit kleinen, einstellbaren Hebeln.


8. KURBEL
Standard-Übersetzung (22/32/44) mit 160er Kurbeln.

HARRY PAUL, „KINDERRADLLADL“ MÜNCHEN
„NICHTS FÜR DEN OSTERHASEN“
Der Kinderbike-Händler Harry Paul rät davon ab, die Radauswahl dem Nachwuchs zu überlassen.


Wer sucht aus, die Kinder oder die Eltern?
Fast immer die Eltern. Die zahlen ja auch letztlich. Jüngere Kinder gehen meist ausschließlich nach Farbe und sind von den vielen Eindrücken im Radladen völlig überfordert.


Wie gut sind die Eltern denn vorbereitet?
Gar nicht. Manchmal kommen Kunden alleine in den Laden, deuten mit der Hand die ungefähre Größe ihres Kindes an und wollen das optimale Rad rausgesucht haben. Ganz stark in Zeiten, in denen Weihnachsmann oder Osterhase das Bike bringen sollen. Das funktioniert nicht. Ein Fahrrad ist auch für Kinder so individuell wie für Erwachsene.


Auf was sollten Eltern besonderen Wert legen?
Generell auf Qualität, klar. Wichtig: kindgerechte Bremsen, bei denen man die Griffweite einstellen kann. Das Tretlager sollte nicht zu hoch sein, weil das ein kippeliges Gefühl vermittelt. Obligatorisch: ordentliche, hochwertige Lager!


Was halten Sie von Federungen?
Die funktionieren bei Markenbikes gut, machen das Rad aber schwerer und teurer. Das lohnt sich nur, wenn die Kinder im Gelände fahren. Kinder-Fullys sind absolute Exoten.


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