• WELCHE GABEL? Sie federn, sie dämpfen – das haben fast alle Gabeln gemeinsam. Abgesehen von raffinierten technischen Details liegt der wesentliche Unterschied in der Dimensionierung. Das richtige Maß ist der Schlüssel zum Komfort. Faustformel: Die Federwege an Heck und Front sollten in etwa gleich sein. Das ist nicht nur für die Performance wichtig sondern auch für die Geometrie. Tipp: Gabeln mit stufenloser Federwegserstellung wie Rock Shox “U-Turn” oder Manitous “RTWD” (Stahlfedern) und “IT-Adjust” (Luft).
  • FEDERUNGS-TUNING Feinfühliger, leichter, besser: Nicht immer muss man in eine neue Gabel investieren, um mehr Performance aus der Federung zu kitzeln. Answer (rechts) und Cannondale (links) haben Tuning-Kits im Programm. Mit dem “Total Air Kit”, auch unter dem Namen “Englund” bekannt, lassen sich Gabeln von Rock Shox und Manitou verbessern. Den Einbau sollten Sie Spezialisten überlassen. Tipp: Spezielle Dämpfer und Federungskliniken helfen müden Federelementen wieder zu Höchstleistung (siehe Internet-Adressen unten).
  • GABEL ABLÄNGEN Bevor der Gabelschaft gestutzt wird, einbauen und genaue Länge prüfen. Wichtig: Schnittstelle penibel entgraten!
  • REKORDGEWICHT Auch bei den Gabeln hält German A. den aktuellen Gewichtsrekord. Die ”GA-Force Kilo” mit Parallelogramm, Luftdämpfer und Carbon-Rohren unterbietet mit knapp 900 Gramm sogar deutlich die magische Ein-Kilo-Marke. Bei der Funktion sprechen das sensible Ansprechverhalten und die hohe Seitensteifigkeit für die Gabel. Der Preis: 1499 Euro.
  • DER RICHTIGE STEUERSATZ Äußerlich ähneln sich alle Steuersätze. Die inneren Werte sind jedoch verschieden – je nach Einsatzbereich. Die Bauart mit der größten Verbreitung sind Steuersätze wie der Chris King (unten) mit aufwändig gedichteten Industrielagern. Großer Vorteil: die Langlebigkeit – King gibt auf sein Modell zehn Jahre Garantie. Noch ein paar Gramm lassen sich mit Steuersätzen wie dem FRM (re.) abspecken. Ihre Nadellager sind leicht, verlangen aber nach regelmäßiger Pflege. Für Hardcore-Einsätze: extralange Lagerschalen wie beim Reset (li.)
  • KRALLE EINSCHLAGEN Am besten mit dem Spezialwerkzeug. Ansonsten: Schraube eindrehen und vorsichtig (gerade!) reinschlagen.
  • STEUERSATZ EINPRESSEN Hier ist Sorgfalt gefragt! Verkanten sich die Schalen, kann der ganze Rahmen Schaden nehmen. Achtung: kein Fett auf die Schalen.
  • MONTIEREN Damit der Steuersatz nicht klappert, sollten zwischen Oberkante Schaft und Oberkante Steuersatz ein paar Millimeter Luft sein.
  • STEUERSATZWERKZEUG Mit dem teuren Spezialwerkzeug (siehe "Steuersatz einpressen") lässt sich der Steuersatz spielend in den Rahmen treiben. Billiger, aber etwas fummeliger, geht das mit dem selbst gebauten Einpresswerkzeug. Zwei Holzplatten auf eine Gewindestange schieben, Muttern drauf – fertig. Mit Schraubenschlüsseln können Sie nun die Steuersatzschalen in die Zange nehmen. Aber Vorsicht: beim kleinsten Verkanten sofort aufhören.
  • LENKER/VORBAU Carbon, Alu, Titan, lang, kurz, dick oder dünn: Der Artenreichtum an Lenkern und Vorbauten ist fast unüberschaubar. Die Länge und der Winkel können die Charakteristik des Bikes enorm beeinflussen und sollten genau überlegt sein. Nicht ganz so entscheidend ist das Maß der Klemmung (31,8 oder 25,4 Millimeter). Bei Carbon-Lenkern empfiehlt sich ein Vorbau mit spezieller Klemmung. Achtung: unbedingt empfohlene Anzugsdrehmomente einhalten. Infos dazu gibt es beim Hersteller.
  • VERSTELLTIPP Mit dem ”VRO”-System von Syntace bleibt man auch unterwegs flexibel. Flache Uphill-Position oder aufrechte Downhill-Haltung – die Lenker/Vorbau-Kombi lässt sich leicht und schnell verstellen. Ab 114 Euro, www.syntace.de.
  • BEI DEN GABELN HAT SICH VIEL GETAN Lohnt sich das Tuning meiner alten Gabel oder baue ich besser gleich eine neue ein? Bei den Gabeln hat sich in den vergangenen paar Jahren viel getan. Speziell mit der ”Plattform”- und der ”Terralogic”-Technik haben wir einen riesigen Entwicklungssprung erlebt. Selbstverständlich ist es sinnvoll, ältere Gabeln zu tunen, um sie von der Performance besser zu machen. So gut wie die neuen Systeme kann ich sie aber nie machen. Was hälst du von den Plattform-Systemen? Ein solches System, egal welches, ist immer ein Kompromiss zwischen perfektem Ansprechverhalten und der Unterdrückung der Wippneigung. Wenn es auf Geschwindigkeit und Zeit ankommt, ist ihr Einsatz sicher sinnvoll. Kann ich meine alte Gabel tunen? Bei älteren Gabeln kann man die Elastomere durch Stahlfedern ersetzen. Das verbessert das Ansprechverhalten und bringt eine lineare Kennlinie. Bei Elastomer-Gabeln mit zusätzlicher Dämpfungskartusche ist ein Stahlfeder-Tuning nur dann sinnvoll, wenn die Dämpfung über eine einstellbare Zugstufendämpfung verfügt. Eine weitere Möglichkeit ist das Tuning mit Luftelementen. Hier wird das ganze Innenleben durch Luftkartuschen ersetzt. Das bringt eine Reihe von Vorteilen: 250 Gramm weniger Gewicht, Einstellbarkeit von Zug- und Druckstufe und perfekte Abstimmung auf das Fahrergewicht. Ist jede Gabel für Scheibenbremsen geeignet? Klares Nein. Nicht jede Gabel mit Disc-Aufnahme ist auch wirklich dafür geeignet. Besonders ältere Gabeln sind nur wenig steif und verziehen beim Bremsen. Auf keinen Fall würde ich eine größere Scheibe als vom Gabelhersteller erlaubt montieren. Das ist neben der Garantiefrage auch eine Frage der eigenen Sicherheit. Die Gabelhersteller wissen, weshalb ihre Gabeln eine Beschränkung der Scheibengröße haben – wenn die Forken brechen, wird es lebensgefährlich. INTERNET Shock Therapy (Dämpfer-Klinik): www.shock-therapy.com Eighty Aid (Headshok-Klinik): www.eighty-aid.com Cannondale: www.cannondale.com DNM: www.dnmsuspension.com DT Swiss: www.dtswiss.com Fox: www.foxracingshox.com German A.: www.germananswer.de Magura: www.magura.com Manitou: www.answerproducts.com Marzocchi: www.marzocchi.com RST: www.rst.com.tw Rock Shox: www.sram.com Pace: www.pace-racing.co.uk